Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Bücherbrief

Ich verhungere auch

05.08.2010. Marketa Pilatova zeigt uns vier Frauen, die ums Glück kämpfen. Elizabeth Strout zeigt uns eine nicht nette Frau mit Empathie. Vladimir Sorokin schickt uns noch einmal zur Bruderschaft des Lichts. Wojciech Jagielski porträtiert die irre ugandische Lords Resistance Army. Kirsten Heisig erklärt, warum jugendliche Straftäter nicht härter, sondern schneller bestraft werden sollen.

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Weitere Anregungen finden Sie in den älteren Bücherbriefen, der Krimikolumne "Mord und Ratschlag", unseren Notizen zu den Literaturbeilagen vom Frühjahr 2010, den Leseproben in Vorgeblättert und in den Büchern der Saison vom Frühjahr 2010.


Literatur

Bild zum ArtikelMarketa Pilatova
Wir müssen uns irgendwie ähnlich sein
Roman
Residenz Verlag, Salzburg 2010, 19,90 Euro

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Für das Debüt der tschechischen Autorin Marketa Pilatova war den Kritikern keine Referenzgröße zu hoch gegriffen: Kundera, Hrabal, Hasek - sie alle werden herangezogen, um die Begeisterung für diesen Roman in Worte zu fassen. "Wir müssen uns irgendwie ähnlich sein" verbindet die Geschichten von vier Frauen über zwei Generationen und zwei Kontinente hinweg. In der FAZ preist Sabine Berking Verve und Lebensklugheit, mit der Pilatova ihre Heldinnen in Prag und Sao Paulo ums eigene Glück kämpfen lasse, "mal mit einem Quentchen Opportunismus, mal mit Opposition, mit dem Gewehr in der Hand." In der NZZ freut sich Andreas Breitenstein über Pilatovas Heiterkeit, Klugheit und eine "transatlantische Verspieltheit", die ihm beispielhaft erscheint für den Aufbruch einer jungen mitteleuropäischen Autorengeneration.

Bild zum ArtikelVladimir Sorokin
23000
Roman
Berlin Verlag, Berlin 2010, 20 Euro

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Ein wenig unklar bleibt, ob man die erschrockenen, auch irritierten Reaktionen der Kritiker auf Vladimir Sorokins neuesten Roman "23000" als Leseempfehlung verstehen muss. Mit dem Roman schließt Sorokin seine ebenso gerühmte wie abgelehnte "Ljod"-Trilogie ab, die von einer obskuren Sekte, der "Bruderschaft des Lichts" erzählt, die Blonden und Blauäugigen die Erlösung, allen anderen aber das Ende der Welt verheißt. Krude, bizarr und abgedreht nennt dies in der FR Judith von Sternburg, der es bei ihrer Lektüre eiskalt den Rücken runterlief, die aber auch einige grundsätzliche Einsichten in die letztendliche Trivialität jeder Ideologien gewann. In der SZ erklärt Jan Füchtjohann Sorokins Mischung aus Trash und Horror, Science Fiction und Pornografie als "Moskauer Konzeptualismus", den er durchaus schätzt, auch wenn er nicht immer ganz schlau daraus werde.

Bild zum ArtikelAlice Munro
Tanz der seligen Geister
Erzählungen
Dörlemann Verlag, Zürich 2010, 23,90 Euro

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Zuverlässig begeistert nehmen die Kritiker regelmäßig die Erzählungen der Alice Munro auf. Über diesen mit vierzig Jahren Verspätung erschienenen Debüterzählband "Tanz der seligen Geister" jauchzten sie aber geradezu vor Freude. Ein "Wunder" nennt Angela Schader in der NZZ den Band, in dessen Geschichten sie einen mal eiskalten, mal herzzerreißender Ton vernahm. In der FR verglich Sylvia Staude die Geschichten mit Bernsteinen, in denen sie sehr präzise gefasste Seelenzustände und Gewissensmanöver eingeschlossen fand. Und für Ulrich Baron in der SZ zeigt die bittere Geschichte vom "Walker Brothers-Cowboy", der den größten Abstieg bereits hinter sich hat, dass Munro nicht auf die subtile Darstellung von Frauenschicksalen zu reduzieren sei.

Bild zum ArtikelElizabeth Strout
Mit Blick aufs Meer
Roman
Luchterhand Literaturverlag, München 2010, 19,95 Euro

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In den USA ist Elizabeth Strout für ihren Roman "Olive Kitteridge" bereits sehr gefeiert und mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet worden. Jetzt ist die von Sabine Roth besorgte deutsche Übersetzung "Mit Blick aufs Meer" erschienen und hat die Kritiker beglückt. Strout erzählt darin in verschiedenen Episoden von der Mathematiklehrerin Olive Kitteridge, die es in ihrer ebenso unsentimentalen wie schroffen Art immer wieder schafft, das beschauliches Provinzstädtchen Crosby in Neu England gegen sich aufzubringen. Sie ist der Held dieser Erzählungen, keine nette Frau, aber in ihrer Unsentimentalität irgendwie einnehmen: "'Ich verhungere auch', sagt Olivia zu ihr. 'Was glauben Sie, warum ich jeden Doughnut in Sichtweite esse?'", zitiert die NYT Olivias Reaktion auf eine anorektische junge Frau. In der Zeit bewundert Eva Menasse, wie packend Strout von den besseren und den böseren Seiten menschlichen Verhaltens erzählt und dabei wenig Abgründe und unglückliche Einsichten ausspart. Nie sentimental, aber immer lebensklug findet Martin Halter in der FAZ das Buch, dem er das Etikett "konservativ im besten Sinne" anheftet.

Bildband

Bild zum ArtikelRalf-P. Seippel (Hrsg.)
Südafrikanische Fotografie
1950-2010
Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2010, 39,80 Euro

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Der von Delia Klask herausgegebene Band "Südafrikanische Fotografie" geht auf eine Ausstellung im Willy-Brandt-Haus in Berlin zurück, die etliche der besten Fotografien des Landes versammelte, darunter Arbeiten von Cedric Nunn, Santu Mofokeng, David Goldblatt und Sam Nzima, dessen Bild vom erschossenen Hector Pieterson zum ikonografischen Dokument des Soweto-Aufstands wurde, wie Frank Olbert ausführlich im Kölner Stadtanzeiger erzählt. Doch zu sehen sind auch die alltägliche Unterdrückung im Apartheidstaat, Tristesse und Ödnis. Petra Sternberg spürte beim Betrachten der Bilder vor allem "Sand und Staub und eine unendliche Trockenheit", wie sie in der SZ schreibt, was sie dem Band sehr positiv anrechnet.


Sachbuch

Bild zum ArtikelWojciech Jagielski
Wanderer der Nacht
Eine literarische Reportage
Transit Buchverlag, Berlin 2010, 18,80 Euro

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Nicht nur in Amerika gibt es eine Tradition der literarischen Reportage (hier Kevin Kellys wunderbare Liste mit Highlights aus den letzten 50 Jahren, fast alle online), sondern auch in Polen. Wojciech Jagielski, 1960 geboren, ist Reporter der Gazeta Wyborcza und bereist die Krisengebiete dieser Welt, ohne vor den wirklich gefährlichen Gegenden zurückzuscheuen. Die vorliegende Reportage handelt von der Lords Resistance Army des ubuesken Kriegsherren Joseph Kony, der mit grausamsten Mitteln und naturreligiösem Brimborium Kinder für seine Zwecke abrichtet. Rezensent Michael Bitala hält das Buch des polnischen Journalisten in der SZ schlicht für das Beste, was man zur Zeit über die Horrorarmee des ugandischen Psychopathen lesen kann. Mit einiger Distanz erwähnt Bitala allerdings, dass Jagielski einige Fakten fiktional anreichert und verdichtet. Genau dies kann Martin Zähringer in einem Beitrag für das Deutschlandradio allerdings nachvollziehen: Die fiktionalen Figuren machten den Weg in die Hölle für die Leser überhaupt gangbar: "Die Fiktion verknüpft hier die Fakten zu einer nahegehenden und zugleich informativen dokumentarischen Erzählung." Und im ORF wird der Reporter selbst zu dieser Frage zitiert: "Der Job des Journalisten ist nicht, die Wahrheit zu vermitteln. Wahrheit ist eine philosophische Kategorie. Unser Job ist, den Leuten zu erzählen, wie die Welt da draußen aussieht."

Bild zum ArtikelKirsten Heisig
Das Ende der Geduld
Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter
Herder Verlag, Freiburg 2010, 14,95 Euro

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Das Buch war als ein Debattenbeitrag geschrieben worden und wird nun als Vermächtnis gelesen. Die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig wurde vor einigen Woche erhängt im Wald aufgefunden. Zu Lebzeiten war sie umstritten und wurde von sozialpädagogisch gesonnenen Journalisten in die rechte Ecke gestellt. Das trifft aber nicht zu, meint Rezensent Joachim Käppner in der SZ nach der Lektüre ihres Buchs: Heisig, lernt er, war eine Verfechterin des Erziehungsgedankens im Jugendstrafrecht. Aber sie zog auch Grenzen. Und die Tatsache, dass sie einer Ankündigung auch eine schnelle Sanktion folgen ließ, war vor allem ein Protest gegen einen umständlichen und für die Bedürfnisse der Kinder zu langsamen Justizapparat. Was die Jugendrichterin aus dem Problembezirk Neukölln schildere, zeuge von großer Verrohung jugendlicher Straftäter, von anlassloser Gewalt und Überforderung der Eltern sowie der Gesellschaft, meint Christian Denso in der Zeit. Ein ausführliches Porträt Heisigs lässt sich in der ARD-Mediathek nachhören. Und Necla Kelek porträtierte Heisig für Emma.

Bild zum ArtikelOlivier Roy
Heilige Einfalt
Über die politischen Gefahren entwurzelter Religionen
Siedler Verlag, München 2010, 22,95 Euro

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Olivier Roy will nicht wie Habermas von einer Rückkehr, sondern von einer Mutation des Religiösen sprechen, schreibt Clemens Klünemann in der NZZ, dem das Buch wie allen Rezensenten zu denken gegeben hat (Leseprobe im Perlentaucher). Die immer wieder geforderte Trennung von Religion und Staat hält Roy für illusorisch - Religion sei eben mehr als eine "private Schrulle". Das Buch macht für Klünemann deutlich, wie die aktuellen Debatten um Burka und Schleier oder früher Gehorsamsgelübde gegenüber der Katholischen Kirche genuin zu den westlichen Gesellschaften gehören und diese mitgeprägt haben. Roys Beschreibung der Entkoppelung von Religion und Kultur im Prozess der Säkularisierung ist in Klünemanns Augen besonders erhellend. Danach nutzen die Religiösen die Abtrennung von der Kultur, um alle gesellschaftlichen Veränderungen zu ignorieren und sich auf dem Markt der Religionen deutlich sichtbar positionieren zu können. Interessante Informationen liefert das Buch für den taz-Rezensenten Michael Kiefer auch zum Thema christlicher Konvertiten zum Islam.

Bild zum ArtikelRauf Ceylan
Die Prediger des Islam
Imame in Deutschland - wer sie sind, was sie tun, was sie wollen
Herder Verlag, Freiburg 2010, 12,95 Euro

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Eine Forderung gegenüber allen, die den Islam kritisieren, heißt es stets, dass man differenzieren solle - eine Position, die allerdings ebenfalls ihre Tücken hat, denn allzu viel Differenzierung kann auch dazu dienen, die Benennung eines Problems zu verhindern. Der Religionswissenschaftler Rauf Ceylan tut in seinem Buch "Die Prediger des Islam" jedenfalls das Richtige: Er spricht mit den Imamen. Über vierzig von ihnen hat er aufgesucht und interviewt. Es ist die erste Feldstudie auf diesem Gebiet in Deutschland, schreibt Thilo Guschas in der taz. Er ist sehr angetan, von dem differenzierten Bild, das Ceylan so zeichnet. In einer Sendung des Deutschlandradios zitiert Ceylan eines der Ergebnisse seiner Studie: 90 Prozent der Imame  sind demnach klar gegen den islamischen Extremismus eingestellt, aber 75 Prozent der Imame seien zugleich konservativ eingestellt, "vergleichbar mit konservativ-katholischen Priestern". Aus der Falle des Konservatismus und des türkischen Nationalismus hilft laut Ceylan im Deutschlandradio nur eins: eine Ausbildung der Imame in Deutschland.


Hörbuch

Bild zum ArtikelAnton Tschechow
Ein Duell
4 CDs. Gelesen von Ulrich Matthes
Diogenes Verlag, Zürich 2010, 24,90 Euro

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Sehr gefällt FAZ-Rezensent Wolfgang Schneider die Hörbuch-Version dieser längsten aller Tschechow-Erzählungen. Gegeneinander stellt der Autor darin einen der für die russische Literatur der Zeit recht typischen "überflüssigen Menschen" und als anders gepolte Figur einen Nietzscheaner. Zwischen den beiden kommt es zum Duell, das aber so ziemlich ausgeht wie das Hornberger Schießen. Ein Roman ist das nicht, der Dramatiker Tschechow bleibt in den langen Dialogpassagen, so Schneider, jederzeit spürbar. Für den Vorleser Ulrich Matthes allerdings sei das natürlich ein gefundenes Fressen. Nicht nur gelinge ihm ein durchgehender "leicht fragender" Ton, sondern er trage das alles mit einer "komödiantischen Verwandlungslust" vor, die das Zuhören zum Genuss macht. Bei 3sat kann man Matthes fünf Minuten lesen sehen und hören.

Bild zum ArtikelDavid Schalko
Weiße Nacht
1 CD. Gelesen von Christian Kracht
Hoanzl, Wien 2010, 17,99 Euro

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Schalko ist ein junger Wiener und hat für den ORF verschiedene satirische Fernsehformate entwickelt. In Schalkos erstem Roman "Weiße Nacht" gerät ein junger Mann in den Bann eines politischen Charismatikers - eine Anknüpfung an den "Lebensmenschen" Haider und seine Jünger? Christian Kracht liest dieses Protokoll einer Verführung: Für Alexander Cammann in der Zeit ist daraus eine "psychedelische" Seance geworden, die ihn in Hochstimmung versetzt hat. Das hat für den Kritiker im Wesentlichen mit Krachts "somnambuler" Stimme zu tun, eine Mischung aus Ingeborg Bachmann und Christa Wolf, wie er schreibt.

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Archiv: Bücherbrief

Dies pralle Leben

02.01.2012. Albrecht Selge flaniert durch Berlin. Christina Maria Landerl streift durch Wien. Josh Weil liebt seinen Deutz-Traktor. Mary Bauermeister experimentiert mit Karlheinz Stockhausen. Doug Saunders erkundet die Geburtsstätte der neuen Mittelschicht. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Januar. Mehr lesen

Dorfbrunnengespräch

09.12.2011. Inka Parei schickt uns in die Kältezentrale des Neuen Deutschlands. Jose Eduardo Agualusa präsentiert tropischen Barock aus Angola. Joseph Roth und Stefan Zweig sehen in ihren Briefen das Unheil heraufziehen. Nuran David Calis findet die Liebe in Bielefeld. Neil MacGregor öffnet eine Schatzkammer. Orlando Figes führt uns durch den Krimkrieg. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Dezembers. Mehr lesen

Sinnlos, aber bedeutungsvoll

09.10.2011. Sibylle Lewitscharoff tröstet Blumenberg mit einem Löwen. Josef Bierbichler übergibt einem Möchtegernkünstler eine Wirtschaft. Josef Haslinger erzählt vom Schicksal der tschechoslowakischen Eishockeymannschaft. Und Peter Englund erzählt vom Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

Dessen Rot für keine Fahne taugt

07.09.2011. Reiche Ernte im Bücherland: Ein junger Autor, Leif Randt, hat mit "CobyCounty" nicht nur ein unterhaltsames, sondern auch eine leise unheimliches Buch geschrieben, versichern die Kritiker.  Dann der monumentale neue Roman des ewigen Nobelpreiskandidaten: Ngugi wa Thiong'o. Der neue Götz Aly sorgt für Debatten. Und Anna Reid erinnert an die Blockade Leningrads. Dies alles und mehr in den besten Büchern des September. Mehr lesen

Begnadet böse Blicke

08.08.2011. Liao Yiwu erzählt unverschämt schamlose Geschichten aus dem Gefängnis, Elisabeth Filhol erzählt kühl vom Tscherenkow-Effekt, Annette Pehnt zeichnet ein fieses Porträt einer gutherzigen Studentin. Ralph Bollmann bewundert die Walküre in Detmold. Dies alles und mehr in den besten Büchern des August. Mehr lesen

VERGISS ALLES!

08.07.2011. Nihad Siris beobachtet den Führerkult in Syrien. Kathrin Schmidt macht Sprachspiele. William Gibson sucht einen Schneider. Adaobi Tricia Nwaubani erforscht die "419er -Szene". Adam Mansberg erschreckt seine Kinder mit Samuel L. Jackson. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Juli. Mehr lesen

Hundert Austern und vier Flaschen Vouvray

06.06.2011. Najem Wali erinnert an die vertriebenen Juden von Bagdad, Albert Ostermaier schildert eine katholische Erziehung, Ingeborg Bachmann schreibt eine Soap opera, Florian Klenk mischt sich unter die Flüchtlinge am Ende der Welt, Anke Muhlstein beobachtet Honore de Balzac beim Schlemmen - dies und mehr in den besten Büchern des Junis. Mehr lesen

Grundlegende Erinnerungsskepsis

13.05.2011. Zwei Jahre Knast im Irak, ein Prozess gegen den Vorsitzenden des Judenghettos von Lodz, sieben unheimliche Geschichten aus dem Museum, Reise in das Innere Afrikas und der USA, ein Blick auf den Ursprung der Schönheit und in die Ordnung des Periodensystems - man kommt rum mit den besten Büchern des Monats Mai. Mehr lesen

Man soff es aus Prinzip

04.03.2011. Eine eiskalte Künstlerin in Shanghai, swingende GIs und eine unwahrscheinliche Liebesgeschichte in Island, ein Putschversuch in Spanien, eine unanständig kluge Frau, Texte zum Post-Autorenkino, eine Geschichte der Prohibition - dies alles und mehr in den Büchern des Monats März. Mehr lesen

Schule des Erzählens

07.02.2011. Esther Kinsky nimmt uns mit in den Banat, Georges-Arthur Goldschmidt liest Kafka, Milada Souckova führt uns in eine Schule des Erzählens, Edward Said bespricht Musik ohne Grenzen, Karen Duve isst anständig und Jan Wagner besingt eine Schnecke, Hamed Abdel-Samad prophezeit den Untergang der islamischen Welt. Dies alles und mehr in den besten Bücher des Monats Februar. Mehr lesen

So viel Erhellendes

10.01.2011. E. L. Doctorow erzählt die Geschichte der zwei berühmtesten amerikanischen Messies, Homer & Langley. Peter Esterhazy krachende Parodie auf den sozialistischen Produktionsroman von 1979 amüsiert die Rezensenten 30 Jahre später noch. Parsua Bashi schickt Briefe aus Teheran. Bei Ling schildert das Leben Liu Xiaobos, Bertrand M. Patenaude den Tod Trotzkis. Und Peter Watson feiert den deutschen Genius. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats. Mehr lesen

Memphis in Schwarzweiß

16.12.2010. Barbara Conrad übersetzt Tolstois "Krieg und Frieden" mit allen Ecken und Kanten. Mathias Enard schreibt eine Urgeschichte der Gewalt. Janet Frame hat Heimweh nach Neuseeland. Ein unsichtbares Komitee verkündet den kommenden Aufstand. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats. Mehr lesen

Nette Pynchon'sche Dödel

04.10.2010. Eine Entdeckung ist Sofi Oksanens Roman "Fegefeuer", der die Geschichte Estlands vom Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bis zum Zusammenbruch des Kommunismus in den Erinnerungskampf zweier Frauen verwandelt. Im Roman "Angerichtet" des niederländischen Autors Herman Koch verhandeln zwei gut situierte Paare in einem vornehmen Restaurant die Schandtat ihrer Söhne. Außerdem: Tom Segevs Biografie über Simon Wiesenthal und Thomas Schulers kritischer Bericht über die "Bertelsmannrepublik Deutschland". Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Oktober. Mehr lesen

Rätselhafte magnetische Beben

10.09.2010. Im Monat September: Muhammas el-Bissati erzählt von einer Tagelöhnerfamilie in Ägypten, Jonathan Franzen von Vorzeigeeltern im Amerika der Bush-Jahre und Roberto Bolano von zwei gefallenen Engeln in Rom. Bei den Sachbüchern dominierte die Debatte um Thilo Sarrazin. Außerdem warnt Elisabeth Badinter vor der Vermutterung der Frau, und Claude Lanzmann schreibt seine Memoiren. Mehr lesen

Sokrates hat immer Recht

06.07.2010. Richard Price führt uns in jedes erdenkliche Milieu in New York. Christa Wolf leckt ihre Wunden in Los Angeles. Marie N'Diaye erzählt von drei starken Frauen. Domenico Losurdo repolitisiert Nietzsche. Alain Badiou verabschiedet sich von der Demokratie. Gerd Koenen erinnert daran, dass das schon mal keine gute Idee war. Und ein Hörbuch mit Platons "Phaidon" macht Schluss mit einer goldenen Schulregel. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats.
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