Olivia Sudjic

Sympathie

Roman
Cover: Sympathie
Kein und Aber Verlag, Zürich 2017
ISBN 9783036957579
Gebunden, 496 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Anna-Christin Kramer. Als die 23-jährige Alice online auf die junge Schriftstellerin Mizuko stößt, fallen ihr in deren Lebenslauf merkwürdige Parallelen zu ihrem eigenen auf. Alice ist gebannt: Von ihrem Adoptivvater, einem Physiker, weiß sie, dass jedes Partikel ein "sympathisches" Gegenpartikel besitzt, das es auf ewig anzieht. Doch als sich Mizuko und Alice immer näherkommen, wird klar: Zwischen der Person, die wir sind, und der Person, die wir online zu sein vorgeben, tut sich oftmals eine gefährliche Kluft auf.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 29.04.2017

Hannah Lühmann bespricht zwei Romane über Freundschaft im digitalen Zeitalter: Olivia Sudjics "Sympathie" und Hanya Yanagiharas "Ein wenig Leben". Beide Romane haben gemein, dass die Herkunft ihrer Protagonisten unklar ist oder überschrieben. So richtet sich alles Sehnen auf die eine Freundschaft, in der man sich verlieren kann. Im Fall vom Olivia Sudjics "Sympathie" ist es die junge Alice, die sich bis zur Selbstaufgabe in die ältere Schriftstellerin Mizuko verliebt. Als die die Affäre beendet, versperrt sie Alice auch den Blick auf ihr Instagramprofil. Das ist keine lesbische Liebesgeschichte, stellt Lühmann klar. Alices Identät - ob sexuell oder von der Herkunft bestimmt - spielt hier überhaupt keine Rolle. Es geht um die Suche nach dem "Zweit-Ich", dessen Existenz im Netz so viel plausibler scheint, so Lühmann. Sudjic spielt dabei immer wieder mit der Quantentheorie, "eigenartig und überaus klug komponiert" findet das die Rezensentin.