Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 25.05.2012, 14.00 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Vaclav Havel

Vaclav Havel, 1936 in Prag geboren, konnte in der kommunistischen Tschechoslowakei wegen seiner Herkunft aus einer "bourgeoisen" Familie nur auf Umwegen Ober- und Hochschulbildung erlangen. 1951 begann er eine Lehre als Chemielaborant, 1954 machte er sein Abitur an einer Abendschule. 1955 debütierte er mit Kritiken in der Zeitschrift "Kveten", später publizierte er in allen wichtigen tschechischen Literaturzeitschriften. 1959 schrieb er sein erstes Stück, den Einakter "Rodinny vecer" (Familienabend). Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings durch sowjetische Truppen widersetzte er sich der neostalinistischen Gleichschaltung, wurde wegen der Beteiligung an zahlreichen Protestaktionen schikaniert, geheimpolizeilich observiert und schließlich 1977, als Mitbegründer und Sprecher der Charta 77, zu vierzehn Monaten Gefängnis verurteilt. Danach wurde er aufgrund seiner weiteren Aktivitäten als Bürgerrechtler unter Hausarrest gestellt. 1979 wurde er zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt, von der ihm nur die letzten Monate wegen einer lebensgefährlichen Erkrankung erlassen wurden.
Nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime wurde er am 29. 12. 1989 zum Präsidenten der Tschechoslowakei gewählt. Havel erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur, den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, den Olof-Palme-Preis und den Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen. Vaclav Havel starb 2011.

Bücher von Vaclav Havel

Havel, Vaclav: Fassen Sie sich bitte kurz . Gedanken und Erinnerungen. Zu Fragen von Karel Hvizdala

Cover: Fassen Sie sich bitte kurz

Rowohlt Verlag, Reinbek 2007, ISBN 3498029908, Gebunden, 416 Seiten, 20,00 EUR

Vaclav Havel zieht die politische und zugleich sehr persönliche Bilanz eines Dichters, der vom Dissidenten zum Präsidenten wurde und Weltgeschichte schrieb. "Mir kommt von Zeit zu Zeit mein Schicksal absolut unwahrscheinlich vor. Wie konnte es nur geschehen, dass ich - und gerade ich - mich im Zentrum so wichtiger Ereignisse befand, die ... mehr lesen
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Havel, Vaclav: Fünfzehn Stimmungen. Briefe aus dem Gefängnis an Olga

Cover: Fünfzehn Stimmungen

Thomas Reche Verlag, Neumarkt in der Oberpfalz 2011, ISBN 3929566990, Gebunden, 88 Seiten, 36,00 EUR

Mit Fotografien des Magnum-Fotografen Erich Lessing. "Fünfzehn Stimmungen" hat Vaclav Havel diese Edition betitelt. ln keineswegs deprimierenden Briefen aus dem Gefängnis an seine Frau Olga seine Stimmungen zu analysiert damit eine Lebenshaltung offenbart, die in auswegsloser Lage die Hoffnung nicht verliert. Für dieses Buch ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

Archiv: Bücherschauen

Ungesetzliche Liaison

25.05.2012: Die FAZ taucht mitgenommen aus Stefan Merrill Blocks Roman über seinen bipolaren Großvater auf und verliebt sich mit Peter Goldsworthys 15-jährigen Helden in eine Lateinlehrerin. Die SZ findet die erstaunlichsten Querverbindungen in Marcel Beyers Reisebeschreibungen, Gedichten und ornithologischen Recherchen. Und sie stellt fest: Wer heute über Plagiat und Urheberrecht reden will, muss Philipp Theisohn lesen. Mehr lesen

Archiv: Bücherbrief

Nerv für klare Worte

07.05.2012: Matthias Nawrat erzählt von einem schwer verliebten Gemüsefahrer. Helene Bessette erzählt von einem besessenen Pfarrer. Ketil Bjoernstadt erzählt von der Sandwich-Generation, Nedim Gürsel von Allahs Töchtern. Außerdem reisen wir mit Stephen Greenblatt in die Renaissance und mit David van Reybrouck in den Kongo. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Oh Herr, lass' Bryson regnen!

28.03.2007: "Lassen wir uns nicht einreden, Ibsen wäre altmodisch", wir entkommen ihm eh nicht. Arno Widmann liest Ibsens Dramen, eine Amerikafibel für erwachsene Deutsche von Margret Boveri, Per Olov Enquists Roman über die Pfingstbewegung, "Lewis Reise", Briefe von Peter Hacks, die Benediktusregeln, Foltergemälde von Fernando Botero und "Eine kurze Geschichte von fast allem" - Manna-Ersatz von Bill Bryson. Mehr lesen

Untergänge und Aufstiege

23.01.2007: Eine Debatte über schwarze Löcher und weiße Zwerge, ein Politkrimi von Ulrike Sommer, der Hinduismus des Mahatma Gandhi, Elena Ferrantes radikaler Roman über die kalte Gewalt einer verlassenen Frau, Michael Kittners Geschichte des Arbeitskampfs.
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Sehnsucht nach dem Staub

08.01.2007: Er bewundert einen prächtigen Bildband über Indien, empfiehlt Alain de Libera und Al-Farabi als Impfung gegen christlichen Hochmut gegenüber dem Gott der Muslime, bewundert einen prachtvoll gewachsenen Krieger, jagt Gespenster mit einem echten Aufklärer und erliegt der Schönheit von George Steiners Melancholie. Mehr lesen