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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Bücher der Saison

Herbst 2004

31.10.2004.

Literatur / Arabische Bücher / Erinnerungen, Biografien / Politische Bücher / Sachbücher

Der Buchmesseschwerpunkt "Arabische Welt" ließ den Zeitungs-Leser etwas ratlos zurück. Der Kreis der ausführlicher besprochenen Autoren blieb überschaubar, gelegentlich wurde Kritik laut, vor allem von Exilanten, die gute Argumente hatten - aber was weiß man schon wirklich über arabische Literatur? Die deutschen Kritiker nicht allzuviel. Immerhin veröffentlichte die Zeit im September eine Literaturbeilage zu arabischer Literatur (mehr hier), und auf den Internetseiten der NZZ findet sich ein ganzes Dossier mit Kritiken und Aufsätzen für den interessierten Leser. Das, was man vielleicht man meisten erwartete, Essays von arabischen Intellektuellen, die sich mit dem Islamismus und dem Westen auseinandersetzen, fehlte völlig. Andererseits: vielleicht erweckt ein Gedichtband von Adonis mehr Interesse für die arabische Welt als jeder schlaue Kommentar - ganz zu schweigen von einem Kochbuch, das die Raffinesse einer Kultur beweist, die Lammfilets mit Kaffeebohnen-Kardamom-Kruste serviert. So gesehen hat der Buchmesseschwerpunkt viel zu bieten:


Arabische Lyrik

Bild zum ArtikelDas meistbeachtete und mit größter Hochachtung besprochene Buch aus der arabischen Welt ist ein Band mit schon gut dreißig Jahre alten Gedichten des syrischen Autors Adonis: "Ein Grab für New York" (bestellen). Für die FAZ sind es "Gesänge von Hybris und Nemesis" und eine Vorahnung der Geschehnisse vom 11. September. Die FR ermahnt die westlichen Leser dringend, sich von der "metaphorischen Blütenfülle" der Gedichte nicht irritieren und sich ganz auf den "in seiner Bildersprache schwindelerregenden Zyklus" einzulassen. Empfohlen wird auch ein Band mit Gedichten von Frauen aus der islamischen Welt, "Ein Buch namens Freude" (bestellen), das noch von Annemarie Schimmel zusammengestellt wurde. Nur in der Zeit, dort aber auch in einem Ton beinahe aggressiver Dringlichkeit, werden die Gedichte des Palästinensers Mahmud Darwisch besprochen, die unter dem Titel "wo du warst und wo du bist" (bestellen) erschienen sind.




Bild zum ArtikelVorwiegend positiv beurteilt wird das Palästinenser-Epos "Tor zur Sonne" (bestellen) des libanesischen Autors Elias Khoury. Der SZ gefällt, dass der Roman nirgends in die "Genrefalle der Heldenepik" tappt, die Zeit spricht unumwunden von einem "großen Roman". Es gibt allerdings auch Gegenstimmen: Die taz hatte das Gefühl, dass ihr auf mehr als 700 Seiten doch etwas viel "Geduld und Durchhaltevermögen" abverlangt wird, in der FR ist gar von "erschreckender Eintönigkeit" die Rede. Freundlich geurteilt wird auch über "Die Reise des Ibn Fattuma" (bestellen), den neuen Roman des ägyptischen Nobelpreisträgers Nagib Machfus. Die NZZ lobt ihn als "bewusst niederschwellig gehaltene Weisheitsliteratur". Und in der FAZ stellt Stefan Weidner fest, das das Genre des Romans, die "politische Allegorie", im Westen heute merkwürdig anmuten möge - Machfus stelle sich aber in die Tradition des "Epos von der Reise zur mystischen Erkenntnis".

Bild zum ArtikelSehr gut besprochen wurden auch Rafik Schamis "Die dunkle Seite der Liebe" (bestellen), eine syrische Romeo-und-Julia-Geschichte, die Fritz J. Raddatz in der Zeit förmlich explodieren ließ: "Sie werden eine Scheherazade miterleben in blitzender Farbigkeit". Außerdem Boualem Sansals Roman über das heutige Algerien, "Erzähl mir vom Paradies" (bestellen): "Seit Celine und Malaparte hat man eine ähnliche Wut nicht mehr gelesen", erschauerte die FR. Und ein Band mit Kurzgeschichten des Exil-Syrers Sakarija Tamers, "Die Hinrichtung des Todes" (bestellen).


Ein Essay, ein Reisebericht, ein Kochbuch

Bild zum ArtikelBild zum ArtikelDer Islamwissenschaftler Stefan Weidner ist mit seinem erzählten Essay "Mohammedanische Versuchungen" (bestellen) selbst unter den Neuerscheinungen zur arabischen Literatur vertreten. Es handelt sich um eine Mischung aus Analyse, Tagebuch, Selbstreflexion, aus der aber vor allem die Liebe des Autors zur islamischen Kultur spricht. Für Renee Zucker in der taz ist das gar das "Buch des Jahres", da macht es gar nichts, dass Weidner Samuel Huntingtons These vom "Clash of Civilizations" furios verteidigt, wenn auch aus arabischer Perspektive. Und auch die FAZ hat in den "Mohammedanischen Versuchungen" nicht weniger als das "bisher intelligenteste Buch über den Kampf der Kulturen" entdeckt. Wer wissen möchte, wie es im Nahen Osten der dreißiger Jahre aussah, dem empfiehlt die FAZ den mit "Witz und Unverschämtheit" geschriebenen Reisebericht von Robert Byron: "Die Reise nach Oxiana" (bestellen).

Bild zum ArtikelUnd als ganz besonderes Schmankerl empfiehlt die FAZ den Band "Kulinarisches Arabien" (bestellen), der mit Rezepten - "Lammfilet mit Kaffeebohnen-Kardamom-Kruste auf Auberginenmus mit Granatapfelsauce" - ebenso aufwartet wie mit landeskundlichen Informationen.


Bücher über arabische Literatur

Bild zum ArtikelWomit nun anfangen? Heißt es nicht immer, vor allem die arabische Lyrik sei unvergleichlich? Und wie ist es mit den Autoren aus dem Mittelalter - hat nicht kürzlich erst Edward Said erklärt, dass das Hocharabische sich seit hunderten von Jahren kaum verändert hat? Oder doch lieber was aus dem 20. Jahrhundert? Vielleicht möchten Sie sich einfach erst mal über arabische Literatur und ihre Autoren informieren. Da gibt es immerhin drei Nachschlagewerke, die von der Kritik empfohlen wurden: Nämlich Wiebke Walthers "Kleine Geschichte der arabischen Literatur" (bestellen) - ein "wichtiges Buch" (Zeit), ein Führer durch die arabische Literatur von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart. Außerdem das "Lexikon arabischer Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts" (bestellen), eine "perfekte Orientierungshilfe", so die taz. Und der Band "Arabische Literatur, postmodern" (bestellen), den Navid Kermani in der FR eines der "Glanzlichter" des Buchmessenschwerpunkts nannte.


Literatur / Arabische Bücher / Erinnerungen, Biografien / Politische Bücher / Sachbücher

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Archiv: Bücher der Saison

Bücherherbst 2011

28.11.2011. Liegt's am Hype des Deutschen Buchpreises oder ist die deutsche Literatur tatsächlich so in Form? Jedenfalls dominierte sie in den Buchmessenbeilagen. Außerdem begegnen wir Michelangelo in Konstantinopel, selbstmöderischen Käfern in Bukarest und Dandys in Stockholm. Wer etwas belebenden Optimismus tanken will, vertiefe sich in Steven Pinkers "Gewalt". Eva Illouz' Analyse des Liebesmarktes ist eher was für Hartgesottene. Und, tja, wer die Geschichte des Computers besser verstehen will, sollte die Steve Jobs-Biografie von Walter Isaacson durchaus lesen!
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Bücherfrühjahr 2011

11.04.2011. Literatur ist, wenn es ungemütlich und doch herrlich ist. Den Literaten gelang es in dieser Saison am besten in Erzählungen, an erster Stelle Clemens J. Setz in "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes". Große Romane sind in dieser Saison Mangelware. Dafür gibt's gute Reportagen, Erinnerungsbücher und viel böse Philosophen.
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Bücherherbst 2010

15.11.2010. Dieser Bücherherbst war stärker von politischen Büchern geprägt als von literarischen. Stichwort: Sarrazin und Auswärtiges Amt. Dabei gibt es eine Fülle literarischer Neuerscheinungen, die politische Themen aufgreifen. Das gilt in hohem Maße für die argentinischen Romane, aber auch zum Beispiel für Ian McEwans "Solar", eine Komödie über den Klimawandel, oder Sofi Oksanens Roman "Fegefeuer" über die estnischen Traumata. Mehr lesen

Frühjahr 2010

06.04.2010. In den Frühjahrsromanen sehen wir die unheimliche Welt mit den Augen einer Horde Kinder, beobachten Liebende in Teheran, lassen uns von Rosslyns Brüsten zu einem Reim inspirieren und begleiten einen Lehrer auf einer Höllenfahrt im Volvo. Unter den Sachbüchern stachen Daniel Everetts Buch über die Pirahas, "Das glücklichste Volk", heraus, Oliver Jens Schmitts Biografie des albanischen Nationalhelden Skanderbeg und Simon Sebag Montefiores farbenprächtiges Porträt des Fürsten Potemkin. Mehr lesen

Bücherherbst 2009

18.11.2009. Dies ist ein Literaturherbst! Man kann sich auf literarische Entdeckungsreise nach China begeben. Eine Vielzahl von gut besprochenen deutschen Romanen ist erschienen, allen voran Herta Müllers "Atemschaukel". Und in den Amerikas sind zwei fette Romane erschienen, die die Rezensenten euphorisiert und erschöpft haben. Viel Spaß beim Lesen!
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Bücherherbst 2008

04.12.2008. Dieser Winter bietet die Gelegenheit, sich auf literarische Entdeckungsreise in die Türkei zu begeben, oder sich von Uwe Tellkamps "Turm" in die Stadt Dresden vor der Wende zurückversetzen zu lassen. Reiche Ernte auch bei den Sachbüchern. Diskutieren Sie mit!
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Frühjahr 2008

22.04.2008. Okay, da sind die "Feuchtgebiete", da sind Jonathan Littells SS-Fantasien, da sind ein paar wackere deutsche Romane. Aber es gibt nur zwei Bücher, die auf einhelliges Echo der Kritiker stießen. Eins ist gut, das andere ist böse. Außerdem lasen die Kritiker herausragende Comics. Kroatien interessierte nicht alle, aber einige um so mehr. Ein Blick auf die Bücher des Frühjahrs 2008. Mehr lesen

Herbst 2007

26.11.2007. Dieser Literaturherbst gehört zwei russischen Schriftstellern: Wassili Grossman und Warlam Schalamow, deren Jahrhundertwerke endlich auf Deutsch erschienen sind. Einen respektablen Auftritt haben aber auch die deutschen Autoren der mittleren Generation, polnische Tunten, rumänische Manieristen, deutsche Romantiker, streitlustige Atheisten, neapolitanische Camorristi, katalanische Ritter und ein ungenierter Genussmensch. Mehr lesen

Frühjahr 2007

19.04.2007. Einen großen Auftritt haben in diesem Jahr die deutschen Erzähler und Erzählerinnen, und zwar quer durch alle Altersklassen. Wir begegnen verliebten Trollen in Schweden, erbarmungswürdigen Pechvögeln aus Dänemark, piemontesischen Schmugglern und abgestürzten bulgarischen Schriftstellern. Bei den Sachbüchern stechen vor allem die Reportagen und Essays zum Multikulturalismus von Ian Buruma und Amartya Sen hervor, aber auch Geschichtsbände zum Kalten Krieg und Preußen. Und die Kunst wird übersichtlich. Mehr lesen

Herbst 2006

10.11.2006. Absurde Komik aus der Ukraine und Gangsterbosse aus Bombay: Indien und Osteuropa retten die Literatur in dieser Saison. Die Erinnerungen großer Männer bestimmen die Presse, die Erinnerungen an den Ungarnaufstand 1956 berücken die Feuilletons. Das real existierende Sarmatien entzieht sich jeglicher Definition. Und noch vieles mehr in unseren Büchern der Saison. Mehr lesen

Frühjahr 2006

03.04.2006. Die deutschen Feuilletons haben die Fremden entdeckt - und das mit Macht. Die am häufigsten besprochenen literarischen Bücher beschäftigen sich mit einem Reisenden des 19. Jahrhunderts, türkischen Mädchen im Anatolien der Fünfziger, Jugendbanden in Leipzig oder global Sex suchenden serbischen Diplomatentöchtern. Im Sachbuchbereich hat vor allem Necla Keleks Untersuchung über die türkischen Männer in Deutschland heftige Diskussionen ausgelöst. Mehr lesen

Herbst 2005

14.11.2005. Die wichtigsten Romane der Saison handeln von Klonen. Die zweitwichtigsten von der Wende. Die wichtigsten Sachbücher handeln von Mao, von der Rückständigkeit Arabiens und vom Hass. Der Perlentaucher hat die Produktion der Saison durchgesehen und viel interessanten Stoff für lange Abende gefunden. Mehr lesen

Frühjahr 2005

06.04.2005. Erfahrung schlägt Jugend, zumindest in diesem belletristischen Frühling! Der Trend geht zum Zweitroman. Thomas Kling, zu früh verstorben, wird noch einmal für seinen letzten Gedichtband gefeiert. Der Zweite Weltkrieg beherrscht die Sachbücher, aber auch die Idee von einem Leben ohne Arbeit. Wir haben dagegen keine Mühen gescheut, gesichtet und gesiebt, und die besten Neuerscheinungen des Frühlings ausgewählt. Mehr lesen

Herbst 2004

01.11.2004. Terezia Mora, Antje Ravic Strubel, Juli Zeh, Brigitte Kronauer und Irina Liebmann: Dies ist eindeutig der Herbst der deutschen Autorinnen! Es ist auch ein Herbst monumentaler Biografien und des Buchmessenschwerpunkts "Arabische Welt". Wir stellen wir Ihnen die interessantesten Neuerscheinungen des Literaturherbstes vor. Mehr lesen

Frühjahr 2004

09.04.2004. Franziska Gerstenberg und Dorota Maslowska brachten die Kritik fast zum Weinen (vor Glück!). A. L. Kennedy weiß, wie sich ein Mörderwal fühlt, der einen Brief öffnen will. Dies ist ein großer literarischer Frühling. Wir haben die besten Bücher ausgesucht. Mehr lesen

Gesamtes Archiv: Bücher der Saison