Stöbern nach Themen

Durchsuchen Sie unsere Bücherdatenbank nach Themen, Ländern, Epochen, Erscheinungsjahren oder Stichwörtern.

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Redaktionsblog: Im Ententeich

Die Muster des Kulturalismus

Von Thierry Chervel
08.09.2010. Thilo Sarrazin kam den Feinden von Islamkritikerinnen wie Necla Kelek oder Ayaan Hirsi Ali wie gerufen. Er liefert ihnen endlich das Szenario, von dem sie schon lange träumten. Sarrazin entstellt ihnen mit seiner eugenischen Argumentation die verhasste Kritik von Religion und Tradition und unseren Arrangements mit der Malaise zu angeblicher Kenntlichkeit. In der heutigen Zeit sehnt sich Thomas Assheuer eine rechtspopulistische Partei herbei, in der sich Eva Hermann, Necla Kelek, Norbert Bolz und nebenbei auch der Perlentaucher um Thilo Sarrazin scharen, den sich Assheuer als eine Art Geert Wilders - oder gar Haider? - zu imaginieren scheint. In die gleiche Kerbe haut eine Rede des FAZ-Feuilletonchefs Patrick Bahners, die noch vor der Sarrazin-Debatte gehalten wurde und in der Necla Kelek zu einem Heinrich Treitschke der Gegenwart umgemodelt wird. Kelek sagt: Der Islam ist das Problem. Und Treitschke sagte: Die Juden sind unser Unglück. Man weiß ja, wohin das führte. Assheuer und Bahners werfen sich schon mal in die Joppe des Resistants.
Thilo Sarrazin kam den Feinden von Islamkritikerinnen wie Necla Kelek oder Ayaan Hirsi Ali wie gerufen. Er liefert ihnen endlich das Szenario, von dem sie schon lange träumten. Sarrazin entstellt ihnen mit seiner eugenischen Argumentation die verhasste Kritik von Religion und Tradition und unseren Arrangements mit der Malaise zu angeblicher Kenntlichkeit. In der heutigen Zeit sehnt sich Thomas Assheuer eine rechtspopulistische Partei herbei, in der sich Eva Hermann, Necla Kelek, Norbert Bolz und nebenbei auch der Perlentaucher um Thilo Sarrazin scharen, den sich Assheuer als eine Art Geert Wilders - oder gar Haider? - zu imaginieren scheint. In die gleiche Kerbe haut eine Rede des FAZ-Feuilletonchefs Patrick Bahners, die noch vor der Sarrazin-Debatte gehalten wurde und in der Necla Kelek zu einem Heinrich Treitschke der Gegenwart umgemodelt wird. Kelek sagt: Der Islam ist das Problem. Und Treitschke sagte: Die Juden sind unser Unglück. Man weiß ja, wohin das führte. Assheuer und Bahners werfen sich schon mal in die Joppe des Resistants.

Dabei ahnen sie nicht, dass sie Sarrazin wesentlich mehr ähneln, als man es von Necla Kelek behaupten kann, die nur Sarrazins Darstellung der Missstände in Deutschland und sein Recht auf freie Meinungsäußerung verteidigt.

Necla Kelek oder Ayaan Hirsi Ali kritisieren den Islam nicht, um junge Musliminnen anschließend auf die Plätze zu verweisen und ihnen mitzuteilen, dass sie aufgrund mangelhaften Genmaterials ohnehin keine Chance haben, etwas an ihrer Lage zu verändern. Sie kritisieren eine Kultur nicht, um irgendeine andere Kultur zu beschützen, sondern weil sie für die Rechte und Entfaltungsmöglichkeiten Einzelner kämpfen.

Das Peinliche an Sarrazin ist, dass er sich - zumindest in den Debatten um sein Buch - in jenes Muster verstrickt, gegen das er gerade ankämpft. Der Kulturalismus ist doch das Problem, auch das von Bahners und Assheuer, die den Islam so sein lassen wollen und sich seine Kritiker nur als tümelnde Teutonen oder tendenzielle Treitschkes vorstellen können. Sarrazin verschärft das Problem noch durch seine Modellrechnungen. Sarrazin beklagt, dass sich die Muslime in eine Kultur einsperren und zementiert ihren geschlossenen Kreis, indem er ihre Gruppenidentität durch genetische und eugenische Argumentationen auch noch zum Schicksal erklärt. Sarrazin bestätigt das Denken in Gruppenidentitäten, dem sich die Immigranten durch die Diskurse fast aller Repräsentanten ausgesetzt sehen: Der Einzelne wird durch sie zum bloßen Mitglied einer Gruppe gemacht, der er wegen kultureller oder gar genetischer Programmierung kaum entkommen kann. Die Imame warnen ihn vor den Verlockungen westlicher Freiheit. Der türkische Präsident erklärt Assimilation im Gastland zum Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Konservative Politiker im Gastland beschwören volle Boote und drängen auf christliche Leitkultur. Und die Linke verteidigt das Recht aufs Kopftuch.

Sarrazin graut vor der anderen Kultur aus Sorge um die eigene. In hundert Jahren, so seine Rechnung, wird hier keiner mehr "Wanderers Nachtlied" kennen. Die Redaktion der Talksendung "Hart aber fair" machte sich ein hämisches Vergnügen daraus nachzuweisen, dass schon heute keiner mehr weiß, was die Vögelein im Walde tun. Dennoch glauben auch Sarrazins Gegner so fest an "Kultur" wie Sarrazin selbst. In den Debatten um sein Buch spielt die Idee, dass moderne Gesellschaften nicht einfach mehr in ihrer "Kultur" leben, keine Rolle. Diese Idee nannte sich Säkularisierung.

Lebten die Deutschen einfach in ihrer "Kultur", dann würde der Vater bestimmen, was der Sohn lernt und wen die Tochter heiratet. Homosexualität wäre ein Verbrechen. Engelmacherinnen würden geköpft. Interkonfessionelle Heiraten wären undenkbar. Die Frau bräuchte die Unterschrift des Mannes, wenn sie Geld vom gemeinsamen Konto abheben will. Zumindest Katholiken könnten sich nicht scheiden lassen. Pädophile Priester könnten ihren Sünden straflos frönen. Kultur, Sitte, Religion sind eine schöne Sache, aber sie sind auch ein System aus Zwängen, Heuchelei und Verfügung über den Einzelnen.

Die Entwicklung zur Moderne wäre nicht möglich ohne einen Schritt heraus aus "Kultur" und "Identität", ohne die Emanzipation des einzelnen aus den Bindungen der Tradition, ohne die Fähigkeit zur Selbstreflexion, die schon deshalb keine innere Schwächung bedeutet, weil moderne Gesellschaften stets auch die Kraft haben müssen, den stets drohenden Übergriff der Religion auf die Gegenwart in Schach zu halten. Diese Selbstreflexion ist es übrigens auch, die überhaupt erst einen unvoreingenommenen Blick auf den anderen ermöglicht. Sie ist ein durchaus schmerzhafter Schritt, weil sie Glaubenssysteme in Frage stellt, aber sie ist kein "westlicher" Wert, weil sie immer zuerst das eigene Herkommen in den Blick nimmt. Sie ist universal. Gültig formuliert wurden diese Werte nicht vom "Westen", sondern in der UN-Menschenrechtserklärung.

Selbstverständlich können auch Muslime diesen Schritt gehen, wie Sarrazins Gegner nun immer wieder betonen. Millionen Iraner haben in der Diaspora höchst qualifizierte Jobs. Sie haben sich bestens integriert, ohne den Gedanken an die auch vom Westen verratene Heimat aufzugeben. In Algerien verschwand die Zivilgesellschaft selbst in der finstersten Zeit der Islamisten nie völlig. Auch in Deutschland gibt es türkische Arbeiter, die ihre Töchter nicht unters Kopftuch zwingen und den lieben Gott mit einem Bierchen in der Hand einen guten Mann sein lassen.

Aber bevor Sarrazins Gegner nun triumphierend mit diesen Beispielen wedeln, sollten sie selbst ein wenig über sich nachdenken. Sie irren sich nämlich doppelt: über Sarrazins Rassismus und über den eigenen.

Sarrazin kokettiert mit eugenischen und sozialdarwinistischen Diskursen, ja, und diese Diskurse dienten zur pseudowissenschaftlichen Rechtfertigung von Rassismus. Aber was Sarrazins Gegner übersehen, ist, dass diese Diskurse keineswegs immer schon rechtsextrem waren. Es gab sie, bevor sie von den Nazis zu mörderischer Konsequenz getrieben wurden, in allen politischen Lagern. Auch die Sozialdemokraten, die ja stets eine autochthone Klientel gegen herandrängende Konkurrenten verteidigen mussten, waren nicht frei davon. Einer der Vordenker der Rassenhygiene, Alfred Grotjahn, war SPD-Politiker. Die Schweden praktizierten, auch unter Sozialdemokraten, bis in die siebziger Jahre Zwangssterilisierungen. Auch der seinerzeit überaus populäre Naturforscher Ernst Haeckel, ein Vordenker der Rassenhygiene, war kein Rechter. Sonst hätte die DDR sein Andenken nicht ehrend hoch gehalten. Der Darwinismus war ja gerade eine Lehre der Aufklärung, die gegen die bestehenden Mächte und ihren Bibelglauben ins Feld geführt wurde. Wie der Kommunismus zeigt der Sozialdarwinismus, dass auch radikalisierte Aufklärungsdiskurse, eben wenn sie die Fähigkeit zur Skepsis und Selbstrelativierung über Bord werfen, in religiösen Wahn zurückfallen können. Natürlich waren es vor allem die Nazis, die das Böse in diesen Ideen endgültig ans Licht holten. Aber die Linke sollte sich, bevor sie das Böse immer automatisch ins andere Lager abschiebt, auch mal für die Archäologie der eigenen Passionen interessieren.

Am schlimmsten aber irren die Gegner Sarrazins über sich selbst, wenn sie jetzt das Beispiel der integrierten Muslime hochhalten. Über Integrierte spricht man ja in der Regel kaum, sie stellen eben kein Problem dar. Aber dass sie nicht selten sogar als Verräter an ihrer Andersheit angesehen werden, zeigt die extrem aggressive Reaktion gerade der jetzt so Aufgeregten auf Muslime, die Kritik an ihrer Religion üben und in aller Entschiedenheit für die Integration plädieren. Idealtypisch für diesen Ärger über Kritik war die Reaktion Timothy Garton Ashs auf Ayaan Hirsi Ali. Da sie den Glauben an den Islam aufgegeben hat, repräsentiert sie für ihn - nichts. Er sieht sie - so in einem Artikel des Guardian zur Zeit der vom Perlentaucher lancierten Islamdebatte - als "Dissidentin von außerhalb" des Islams. Wer derart integriert ist, ist für die Wohlmeinenden eigentlich gar kein Muslim mehr. Statt dessen, so Garton Ash oder Ian Buruma seinerzeit, solle man sich lieber an den gemäßigten Islamisten Tariq Ramadan halten.

Hierzulande war es ja gerade die sich jetzt so vernünftig gebende Zeit, die eine Petition von Islamwissenschaftlern gegen Necla Kelek publizierte, eines der niederträchtigsten Dokumente der jüngeren intellektuellen Geschichte in Deutschland. Kelek und Hirsi Ali wurden in einer großen Koalition von Medien von der taz über Süddeutsche und FR bis zu Schreibern von FAS und FAZ als "Hasspredigerinnen", "Fanatikerinnen" oder "Fundamentalistinnen der Aufklärung" und "Heilige Kriegerinnen" beschimpft.

Aber ein bisschen was möchten doch auch sie vom Kitzel des Risikos abhaben. Ausgerechnet in dieser Woche traf sich in Potsdam die Creme der deutschen Cehferedakteure, um Kurt Westergaard einen Preis auszuhändigen - und ließen sich von Bundeskanzlerin Merkel versichern, dass auch sie für jene Meinungsfreiheit geschätzt werden, die sie seinerzeit so schmählich verrieten. Joachim Gauck hielt die Laudatio. Und Hans-Werner Kilz und Stefan Aust versanken nicht im Boden vor Scham.

Damals begründeten viele Medien den Verzicht auf ihre Freiheit mit "Respekt für Religion". Noch in diesen Tagen befürwortet Renate Künast die Entlassung Sarrazins unter anderem mit dem Argument, dass er Respekt für den Islam vermissen lasse. Aber einen solchen Verfassungsgrundsatz gibt es nicht. Religionsfreiheit ist ein individuelles, kein kollektives Recht. Und was denn nun - Respekt oder Freiheit?

Es geht wohl um den Status quo, der hier gerade von einer schwarz-grün-rot-rot-gelben Koalition inbrünstig verteidigt wird. Als Kritikerinnen verkörpern Ali und Kelek das Fundament der modernen Gesellschaften, die nur in stetiger Auseinandersetzung mit sich selbst funktionieren können. Aber Kritik gilt als ätzend und zersetzend. Auch wenn sie sachlicher und fundierter vorgetragen wird als Thilo Sarrazin es tut. Ein Beispiel dafür ist der Umgang mit der Berliner Jugendrichtern Kirsten Heisig. In der Presse kam sie vorzugsweise als "Richterin Gnadenlos" vor, wenn überhaupt mal über sie berichtet wurde. Erst nach ihrem Selbstmord erfuhr man, gegen was für Widerstände sie im Justizapparat kämpfen musste. Als ihr Buch "Das Ende der Geduld" herauskam, fielen die Rezensenten aus allen Wolken: Die Frau stand ja gar nicht rechts! Aber dann wurde sie schnell wieder vergessen.

Gerade den ermüdeten Repräsentanten des Status quo scheint die angebliche Wärme und Gemeinschaftlichkeit der anderen Kulturen als wünschenswertes Gegenbild, das man gerne bei einem Bio-Falafel zu den domestizierten Klängen von Weltmusik konsumiert. Es scheint den Grünen naturnäher. Es erinnert Konservative und Christenmenschen an jene Vergangenheit, als die hiesige Zeit noch von der Kirchturmsglocke reguliert wurde. Es wird gewollt, finanziert und abgesichert.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass Sarrazin Kontra bekommt. Aber sein Rückgriff auf eugenisches Denken repräsentiert keine Tendenz, auch wenn es seine Gegner sehr gern so hätten, denn dann würde die Gegenwart in das verbürgte Gut-Böse-Schema einer einmal bewältigten Vergangenheit zurückfallen, und man könnte sich wenigstens im Nachhinein auf der richtigen Seite bewähren. Diesen Reflex hat Sarrazin ausgelöst. Er kommt aus dem gleichen Schuldkomplex, aus dem heraus seine Kritiker das vorgestellte Bild von der Andersheit der Muslime als narzisstischen Spiegel der eigenen Toleranz hegen und pflegen. Pascal Bruckner nannte das in der Perlentaucher-Debatte vor drei Jahren den "Rassismus der Antirassisten".

Thierry Chervel

twitter.com/chervel
Archiv | Drucken | Empfehlen auf Facebook | Twittern | Share on Google+

Archiv: Presseschauen

Geleimt und schwarzweiß gefedert

02.03.2015. Abrechnung mit einer sadistischen Erziehung? Widerstand gegen die Entsagung? Die Gedichte von Christine Lavant sind mehr als nur Ersatzhandlung, verteidigt Zeit online Lavant gegen Marlene Streeruwitz und Monika Rinck. Bevor die Münchner über neue Konzertsäle diskutieren, sollten sie über neue Musik nachdenken, regt Zeit online an. Die Presse beobachtet die Verwandlung von fünf Schauspielern in Tiere. Standpoint sorgt sich um die Zukunft der Berliner Philharmoniker. Und: Alle trauern um den türkischen Autor Yaşar Kemal. Mehr lesen

Ein ungerichteter Zustand

02.03.2015. Wie konte der Mord an Boris Nemzow in der direkten Nachbarschaft des Kreml geschehen, fragt die SZ. Bernard-Henri Lévy sieht Nemzow als den "hellsichtigsten Opponenten der rotbraunen Tyrannei, die über Russland kam".  Es waren verstörte und verängstigte Menschen, die gestern in Moskau demonstrierten, schreibt Zeit online.. Medium.com beschreibt, wie man per Anfrage beim Department of Homeland Security eine veritable Selfie-Sammlung erhält. Die NZZ zitiert einen wenig poetischen Ausspruch Ho Chi Minhs über China. Im Standard denkt Marlene Streeruwitz. Über Angst. Nach. Mehr lesen

Eigentlich nirgendwohin zu gehören

27.02.2015. Aktualisiert: AGOF-News-Top-50: Süddeutsche leidet unter Abendzeitung-Split, auch Focus verliert über eine Millionen. - Wolfgang Michal über den Mann, der bei der taz Sebastian Heiser war - Grexit-Selfie: Bild-Zeitung zieht Truppen für Invasion Griechenlands zusammen, enttarnt Der Postillon - Wolfram Schütte über Molly Antopols "Die Unamerikanischen": Jüdisches Leben zwischen Kiew, Jerusalem & New York + "Ich habe mich überlebt": FJR über seinen Freitod. Mehr lesen

Der Teufel wartet immer

24.02.2015. Die NYRB denkt darüber nach, wie sich in Frankreich die republikanische Idee auch gegenüber strenggläubigen Muslimen durchsetzen lässt. Atlantic möchte lieber die Salafisten stärken, bevor ihre Anhänger zum IS überlaufen. In Telerama plädiert der Rapper Abd Al Malik dafür, verstärkt den Spiritualismus des Islam lehren. In Italien ist es auch nicht leicht, den Säkularismus durchzusetzen, erzählt MicroMega. National Geographic appelliert, unser rationales Hirn wenigstens beim Impfen einzusetzen. Das Internet ist nicht nur gut für Sex-Addicts, sondern auch für Asexuelle, lernt Wired. Mehr lesen

Archiv: Bücher

Prärie-Parsifal auf Selbsterfahrungstrip

28.02.2015. Mit ihrer Studie über Indien legen Jean Dreze und Amartya Sen ein wichtiges Plädoyer für soziale Gerechtigkeit in einem vordergründig prosperierenden Land vor, meint die FAZ. Die von Alwin Meyer zusammengetragenen Berichte der überlebenden "Kinder von Auschwitz" machen die taz fassungslos. Die Welt freut sich über James Ellroys Roman "Perfidia". Und die SZ folgt in "Butcher's Crossing" gebannt John Williams bei der Dekonstuktion des amerikanischen Gründungsmythos. Mehr lesen

Die nötige Muskelspannung

19.02.2015. Gegen Aberglaube und andere Religionen kämpft der Kapstädter Inspector Eberard Februarie in Andrew Browns Roman "Trost". William McIlvanneys Glasgow-Klassiker "Die Suche nach Tony Veitch" legt schonungslos den Konservatismus der Gangster-Branche offen. Mehr lesen

Lücken und Leeren

18.02.2015. Bis Mitte der 2000er wurde die englische Dichterin Lavinia Greenlaw auch in Deutschland übersetzt. Dann riss der Faden. Dabei ist die Lektüre immer noch lohnenswert, wie ein Blick in Greenlaws neuen Gedichtband "The Casual Perfect" beweist. Eine Ermunterung. Mehr lesen

Götz Aly: Volk ohne Mitte

13.02.2015. Götz Aly porträtiert in einem Essay aus seinem neuen Buch "Volk ohne Mitte", den wir hier gekürzt vorblättern, den Ökonomen Wilhelm Röpke, der in seinen Schriften einen ungeheuren prognostischen Scharfsinn bewies. Leseprobe. Mehr lesen

Archiv: Magazin

Ganz und gar Anti-Ödipus

27.02.2015. Man könnte das Bild der Sexualität, das Will McBride mit seinem fotografischen Korn betörend im Detail gezeichnet hat, als progressiv-protestantisch bezeichnen: offen, kreatürlich, sauber, hell. Erinnerungen an einen Fotografen, der die Bundesrepublik der frühen Siebziger prägte. Mehr lesen

Die vertauschten Opfer

23.02.2015. Der Begriff der Islamophobie verfolgt drei Ziele: Er erklärt Kritik an Religion zu Rassismus. Er will die Diskriminierung von Muslimen dem Antisemitismus gleichstellen. Und er pocht auf einen Status der Singularität, den er dem Holocaust neidet. Mehr lesen

Trauer um Charlie Hebdo

09.01.2015. Wir erinnern mit einer Hommage an Charb, Cabu, Wolinski, Honoré und Tignous. Mehr lesen

Trauer um Charlie Hebdo

07.01.2015. Heute um 18 Uhr versammeln sich vor der Französischen Botschaft in Berlin Bürger, um ihre Anteilnahme mit den Opfern des Anschlags auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo zu bekunden. Wir erinnern mit einer Hommage an Charb, Cabu, Wolinski und Tignous, die vier bei dem Anschlag ermordeten Karikaturisten Mehr lesen

Stichwörter