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Redaktionsblog: Im Ententeich

South Park: MTV ist nicht bedroht, zensiert aber trotzdem

Von Thierry Chervel
26.04.2010. MTVnetworks Deutschland hat die 200. und 201. Episode von South Park auf eigene Initiative von allen Plattformen entfernt und wird sie auch nicht im Fernsehen ausstrahlen, bestätigt MTV auf Anfrage des Perlentauchers. Man bestätigt auch, dass die deutsche Abteilung des Unternehmens Viacom, zu der MTV Deutschland und die Entertainment-Marke Comedy Central gehören, nicht auf Vorgabe der amerikanischen Unternehmenszentrale gehandelt hat. Dort wisse man im einzelnen auch nicht, wie der deutsche Ableger des Konzerns in solchen Fragen agiere.
MTVnetworks Deutschland hat die 200. und 201. Episode von South Park auf eigene Initiative von allen Plattformen entfernt und wird sie auch nicht im Fernsehen ausstrahlen, bestätigt MTV auf Anfrage des Perlentauchers. Man bestätigt auch, dass die deutsche Abteilung des Unternehmens Viacom, zu der MTV Deutschland und die Entertainment-Marke Comedy Central gehören, nicht auf Vorgabe der amerikanischen Unternehmenszentrale gehandelt hat. Dort wisse man im einzelnen auch nicht, wie der deutsche Ableger des Konzerns in solchen Fragen agiere.

In der 200. und 201. Episode von South Park kooperieren die Bewohner von South Park mit Mohammed, um Tom Cruise und andere Prominente mit seinem "Goo" zu versorgen. Jeder Mensch, so wird in der Serie erläutert, hat Goo, und er lässt sich von einem Menschen auf den anderen leicht übertragen. Der Goo von Mohammed bewirkt, dass man sich über einen Menschen nicht mehr lustig machen kann. Mohammed erklärt in der Folge seine Kooperationsbereitschaft. Er tritt von vornherein im Bärenkostüm auf, um das Bilderverbot zu respektieren. Am Ende stellt sich allerdings heraus, dass gar nicht Mohammed, sondern der Weihnachtsmann im Bärenkostüm steckt. In den USA wurden Hinweise auf den Propheten Mohammed durch Bleep-Töne überblendet. Die Erfinder von South Park haben sich in einer Erklärung gegen diese Zensur ausgesprochen. Auch ihr Kollege Jon Stewart, dessen Daily Show ebenfalls zu Comedy Central gehört, hat sich in einer scharfen Satire mit seinen Kollegen solidarisiert.



Der deutsche Ableger des Viacom-Konzerns geht also noch einen Schritt weiter als die amerikanische Zentrale und verzichtet völlig auf eine Präsentation der beiden South Park-Episoden - sowohl im Fernsehen als auch im Internet.

Zur Begründung verwies Sendersprecherin Daniela Schorn auf ein Statement von MTV Deutschland, das am Samstag auch schon in der FAZ zitiert war: "Wir haben diese Entscheidung mit großem Widerstreben getroffen. Wir glauben fest an kreative Ausdrucksfreiheit: Wir alle profitieren davon, wenn es einzigartigen und tiefgründigen Kreativen wie den Machern von South Park erlaubt ist, sich frei auszudrücken. Allerdings steht die Sicherheit unserer Angestellten für uns stets an erster Stelle, und so haben wir uns zu diesen Vorsichtsmaßnahmen entschlossen."

Eine Drohung habe in Deutschland habe aber gar nicht vorgelegen, heißt es: "Wir selbst hier in Berlin haben keine Drohung erhalten, die Drohungen richteten sich ja in erster Linie gegen Matt Stone und Trey Parker, die Macher." Auf Nachfrage sagt Schorn, dass sie sich dazu nicht äußern will.

Thierry Chervel
twitter.com/chervel


Mehr zum Thema:

- Mohammed im Bärenkostüm - wer bringt das Bild?
- Feuilletonrundschau vom 24. April
- Feuilletonrundschau vom 23. April

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Update von 16 Uhr:

Zwei Stunden nach Veröffentlichung des Blogbeitrags und konzerninternen Nachfragen revidiert die Sendersprecherin Daniela Schorn die Darstellung des Senders. Die Entscheidung, die Episoden 200 und 201 von South Park von allen Plattformen zu entfernen, sei konzernübergreifend gefällt worden.
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Archiv: Presseschauen

Geleimt und schwarzweiß gefedert

02.03.2015. Abrechnung mit einer sadistischen Erziehung? Widerstand gegen die Entsagung? Die Gedichte von Christine Lavant sind mehr als nur Ersatzhandlung, verteidigt Zeit online Lavant gegen Marlene Streeruwitz und Monika Rinck. Bevor die Münchner über neue Konzertsäle diskutieren, sollten sie über neue Musik nachdenken, regt Zeit online an. Die Presse beobachtet die Verwandlung von fünf Schauspielern in Tiere. Standpoint sorgt sich um die Zukunft der Berliner Philharmoniker. Und: Alle trauern um den türkischen Autor Yaşar Kemal. Mehr lesen

Ein ungerichteter Zustand

02.03.2015. Wie konte der Mord an Boris Nemzow in der direkten Nachbarschaft des Kreml geschehen, fragt die SZ. Bernard-Henri Lévy sieht Nemzow als den "hellsichtigsten Opponenten der rotbraunen Tyrannei, die über Russland kam".  Es waren verstörte und verängstigte Menschen, die gestern in Moskau demonstrierten, schreibt Zeit online.. Medium.com beschreibt, wie man per Anfrage beim Department of Homeland Security eine veritable Selfie-Sammlung erhält. Die NZZ zitiert einen wenig poetischen Ausspruch Ho Chi Minhs über China. Im Standard denkt Marlene Streeruwitz. Über Angst. Nach. Mehr lesen

Eigentlich nirgendwohin zu gehören

27.02.2015. Aktualisiert: AGOF-News-Top-50: Süddeutsche leidet unter Abendzeitung-Split, auch Focus verliert über eine Millionen. - Wolfgang Michal über den Mann, der bei der taz Sebastian Heiser war - Grexit-Selfie: Bild-Zeitung zieht Truppen für Invasion Griechenlands zusammen, enttarnt Der Postillon - Wolfram Schütte über Molly Antopols "Die Unamerikanischen": Jüdisches Leben zwischen Kiew, Jerusalem & New York + "Ich habe mich überlebt": FJR über seinen Freitod. Mehr lesen

Der Teufel wartet immer

24.02.2015. Die NYRB denkt darüber nach, wie sich in Frankreich die republikanische Idee auch gegenüber strenggläubigen Muslimen durchsetzen lässt. Atlantic möchte lieber die Salafisten stärken, bevor ihre Anhänger zum IS überlaufen. In Telerama plädiert der Rapper Abd Al Malik dafür, verstärkt den Spiritualismus des Islam lehren. In Italien ist es auch nicht leicht, den Säkularismus durchzusetzen, erzählt MicroMega. National Geographic appelliert, unser rationales Hirn wenigstens beim Impfen einzusetzen. Das Internet ist nicht nur gut für Sex-Addicts, sondern auch für Asexuelle, lernt Wired. Mehr lesen

Archiv: Bücher

Prärie-Parsifal auf Selbsterfahrungstrip

28.02.2015. Mit ihrer Studie über Indien legen Jean Dreze und Amartya Sen ein wichtiges Plädoyer für soziale Gerechtigkeit in einem vordergründig prosperierenden Land vor, meint die FAZ. Die von Alwin Meyer zusammengetragenen Berichte der überlebenden "Kinder von Auschwitz" machen die taz fassungslos. Die Welt freut sich über James Ellroys Roman "Perfidia". Und die SZ folgt in "Butcher's Crossing" gebannt John Williams bei der Dekonstuktion des amerikanischen Gründungsmythos. Mehr lesen

Die nötige Muskelspannung

19.02.2015. Gegen Aberglaube und andere Religionen kämpft der Kapstädter Inspector Eberard Februarie in Andrew Browns Roman "Trost". William McIlvanneys Glasgow-Klassiker "Die Suche nach Tony Veitch" legt schonungslos den Konservatismus der Gangster-Branche offen. Mehr lesen

Lücken und Leeren

18.02.2015. Bis Mitte der 2000er wurde die englische Dichterin Lavinia Greenlaw auch in Deutschland übersetzt. Dann riss der Faden. Dabei ist die Lektüre immer noch lohnenswert, wie ein Blick in Greenlaws neuen Gedichtband "The Casual Perfect" beweist. Eine Ermunterung. Mehr lesen

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Archiv: Magazin

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