Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Perlentaucher-Autoren
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Von Lesern empfohlene Bücher

Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich

Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael

Virtualienmarkt
Schon Reis gegessen?
Von Rüdiger Wischenbart
21.04.2009. Am Donnerstag ist Welttag des Buchs - und eine europäische Untersuchung zeigt, dass der Buchmarkt vielfältiger ist als angenommen.
Zur London Book Fair in diesen Tagen hat ein Verbund mit Buchmarkt-Fachmagazinen aus sieben europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Schweden, Spanien, Vereinigtes Königreich), erstmals eine "europäische" Bestsellerliste für den Zeitraum der letzten 12 Monate berechnet. Die Ergebnisse widersprechen allen Sonntagsreden von der Homogenisierung der Kultur, der Eroberung der Bestsellerlisten durch englischsprachige Teufel. Selbst die extrem erfolgreichen und flächendeckenden Vampir-Stories der Stephenie Meyer werden da rasch als Ausnahme von der Regel deutlich, so wie Harry Potter davor.
Die Regel ist, dass von den vierzig erfolgreichsten Autoren der letzten zwölf Monate in Europa ganze 13 auf Englisch schreiben - und dies schließt eine Irin sowie die auf englisch schreibenden Autoren Khaled Hosseini aus Afghanistan und den Inder und Man Booker Preis Träger, Aravind Adiga, ein. Da ist, auf allen Ebenen, mehr Vielfalt als alle ideologischen Konzepte glauben machen wollen (mehr hier).
Die gute Nachricht ist, zum Welttag des Buches 2009 (mehr hier): Die Welt der Bücher, selbst im Herzen der europäischen Hauptmärkte, ist viel vielfältiger als man denken möchte. Kulturelle Diversität ist das Tagesgeschäft. Und auch im digitalen Geschäft sind die Möglichkeiten kaum erst angedacht, geschweige denn ausgeschöpft.
Die nicht so gute Nachricht ist: Vor lauter Ängsten und Klagen (Stichworte sind: Pirate Bay, Google, Open Access) scheint es oft, als wäre es wünschenswerter zu sterben, als um ein neues Leben zu kämpfen (aber genau solche seltsamen Schein-Konfrontationen sollten eher das Terrain von Stephenie-Meyer-Romanen als von Business Optionen sein).
Der realistische Ausblick ist indessen wohl (metaphorisch gesprochen) chinesisch:
- Man wünscht nur seinen Feinden, "interessante Zeiten zu durchleben", weil diese stets gefährlich und anstrengend sind;
- Man muss unangenehme Geschäftsentscheidungen fällen (beim Übersetzer-Seminar in Brüssel sagte ein Übersetzer: "Wenn Sie ihre Übersetzer nur mit Peanuts honorieren, dürfen sie sich nicht wundern, wenn die sich wie die Affen verhalten!")
- Es macht durchaus Sinn, einander mit der Formel zu begrüßen: "Haben Sie heute schon Reis gegessen?" Weil dies nicht mehr selbstverständlich ist.
Was das chinesische Exempel indessen nahe legt, ist ein zunehmend weiter Blick: Wer sich mit Büchern abgibt, sollte nicht mehr nur die Kreise der gebildeten Stände in deutschen Städten und ländlichen Zweitwohnsitzgebieten ins Auge fassen - sondern die ganze Welt, so groß und so unübersichtlich, wie sie sich uns darstellt.
Der EU Kommissionspräsident erzählte von seinem chinesischen Gesprächspartner unlängst, der ihm fröhlich versicherte: "Wir haben nun schon mehr Englisch Sprechende als im Rest der Welt!"
Rüdiger Wischenbart
PS: Spielverderberisch sei angemerkt, dass der "Welttag des Buches" an unterschiedlichen Orten dieser Welt ohnedies an unterschiedlichen Tagen und mit unterschiedlichen Bezügen begangen wird, wenn überhaupt. Aber ehrlich, ich zweifle, dass dieses Detail wirklich noch von Interesse ist.
Rüdiger Wischenbart
Archiv: Virtualienmarkt
Der Abschied vom Universum Buch
30.01.2012. Jürgen Neffe will einen anti-globalen Schutzwall um einen Markt ziehen, der sich bereits in völliger Auflösung befindet. Das wird nicht funktionieren. Trotzdem braucht der Wandel gute Rahmenbedingungen. Mehr lesen
Wenn Bischöfe einen Konzern abstoßen
25.11.2011. Wer Weltbild kauft, erwirbt 18 Prozent Umsatzanteil im zweitgrößten Buchmarkt der Welt - und angesichts der chaotischen Vorgaben seitens der Eigentümer mit guten Chancen auf einen attraktiven Preis. Mehr lesen
Neue kulturelle Aufklärung
24.05.2011. Allen Vorurteilen zum Trotz: Die gute heimische Dichtung wird nicht von geistlosen Beststellern aus dem Ausland bedroht. Eine Analyse der literarischen Übersetzungen zeigt vielmehr: Europas junge Autoren und die urbanen Lesermilieus befördern einen regen kulturellen Austausch und lösen die Literatur aus ihrer nationalen Verankerung. Mehr lesen
Wer ist hier extremes Geflügel?
08.04.2011. Der arabische Booker-Preis für Raja Alem wäre mehr als schnöselige Meldungen mit dummen Überschriften wert.
Mehr lesen
Warnung vor dem Chaos
29.03.2011. Das Scheitern des Google Books Settlement hat zu Unrecht Begeisterung ausgelöst: Schließlich waren Verlage und Autoren an der Formulierung beteiligt - auch Holtzbrinck. Richter Danny Chin ruft nach dem Gesetzgeber. Der muss auch in Europa aktiv werden. Mehr lesen
Print minus 20 Prozent
09.02.2011. Zwischen den USA und Europa tut sich ein großer Graben auf: der eBook-Graben. Während in Amerika schon in drei Jahren mit digitalen Bücher ebenso hohe Umsätze erwartet werden wie mit gedruckten, versucht Kontinentaleuropa den digitalen Wandel durch hohe und festgefügte Preisdämme aufzuhalten.
Mehr lesen
Kleine Verschiebung, große Dynamik
20.12.2010. Wer eBooks kaufen will, auf den wartet das Chaos - und nicht nur in preislicher Hinsicht. Wer eBooks verkaufen will, hat es aber ebenfalls nicht leicht. Rundgang über einen schwer durchschaubaren Markt. Mehr lesen
Ebooks unterm Weihnachtsbaum
09.12.2010. Der Markt für digitale Bücher ist immer noch chaotisch. Und er kompliziert sich, weil zwischen Buchhandel, Antiquariaten und Bibliotheken kaum mehr zu unterscheiden ist. Der Google Bookstore bietet drei Millionen Titel! Mehr lesen
Die stärksten Triebkräfte bei Büchern
16.03.2010. Vor der Leizpziger Buchmesse: Ein Blick auf europäische Bestsellerlisten zeigt, dass keineswegs nur die angloamerikanischen Dampfmaschinen ziehen. Übersetzt wird trotzdem zu wenig, und es fehlen Übermittlungskanäle. Mehr lesen
Achtzig Prozent Gut: Moses, der iPad und ich.
09.02.2010. Plötzlich ist die universale digitale Weltbühne nur noch von diversen Kaisern mit ihren Allmachtsansprüchen besetzt, und Steve Jobs führt die Truppen der Gegenreformation. Für alle anderen bleibt nur noch Platz in den Ritzen. Mehr lesen
Der Staat, das Internet und Europa
16.12.2009. Wenn es um die Kultur im Internet geht, dann soll es meist der Staat als Großer Regulator richten. Genauer gesagt der Nationalstaat. Vor allem Europa scheint sich von den einstigen universalistischen Vorstellungen des WorldWideWebs zu verabschieden. Mehr lesen
Angst ist eine schlechte Lehrerin
14.10.2009. Wir haben eine hoch politisierte Debatte um digitale Buchformate und ihre mögliche illegale Nutzung. Aber wir haben keine Ahnung, welche Titel wann, wie und warum kopiert werden. Wir brauchen die Zahlen. Und deswegen brauchen wir endlich eine europäische "Tools of Change"-Konferenz. Mehr lesen
Vier politische Variationen auf Jorge Luis Borges
25.09.2009. Fast alle der großen alten Bibliotheken wurden zerstört - aber nicht durch neue Formen und Technologien des Wissens, sondern durch politische Macht Mehr lesen
Von Texten und Snippets
01.09.2009. Ein kleiner Streifzug durch die Europeana zeigt, dass auch dort geschützte Werke frei zum Download angeboten werden - zumindest auf Slowenisch oder Ungarisch. Einige Tage vor dem nächsten Gerichtstermin zum Google Book Settlement stellt sich die Frage: Wann gibt es eine "fair use"-Regelung auch in Europa? Mehr lesen
Jenseits von Heidelberg
22.06.2009. Die Lobbies um den "Heidelberger Appell" verstärken im Wahlkampf ihren Druck auf die Politik. Aber nicht die Publikationsfreiheit ist bedroht, sondern das bisherige Gefüge aus Verlagen und Händlern, und zwar nicht durch illegale Praktiken, sondern durch neue Techniken und neue Vorlieben der Leser. Statt Heidelberger Zementierung des status quo ist Innovationsförderung gefragt. Mehr lesen





