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Außer Atem
Berlinale 4. Tag
Von Thekla Dannenberg, Ekkehard Knörer, Christoph Mayerl
11.02.2008. Ist Jose Padilhas "Tropa de Elite" ein Egoshooter-Film? Keineswegs. Aber er ist auch weit davon entfernt, das Gegenteil zu sein. Betulich: Dennis Lees "Fireflies in the Garden". Angenehme Überraschung: John Crowleys "Boy A".
Lebt zwei Wahrheiten: Jose Padilhas "Tropa de Elite" (Wettbewerb)
Ein Elite-Cop als Ich-Erzähler, die Knarre in der Hand, unterwegs in den Favelas von Rio de Janeiro: Ein Egoshooter-Film? Von wegen, alles andere als das. Aber, und das macht seine Intelligenz aus, er ist sogar weit davon entfernt, das Gegenteil zu sein. Dieser Film mutet einem mit voller Absicht einen Helden zu, dessen Verhalten durch nichts zu rechtfertigen ist. Er zwingt einen nicht nur, dessen Gewalttaten zu ertragen, beinahe nötigt er einen sogar, vieles von dem, was dieser Held tut, mit Sympathie zu betrachten. Beinahe, denn natürlich zwingt einen der Film nicht zuletzt, gegen diese Sympathie zu kämpfen und also nicht den Verstand zu verlieren inmitten einer sozialen Situation, die Regisseur Jose Padilha unter den herrschenden Zuständen so überzeugend wie konsequent als aussichtslos beschreibt.
Und damit ab ins juristische Foucault-Seminar. Mitglieder einer Bürgerkinder-NGO sitzen hier herum und diskutieren tatsächlich Michel Foucaults "Überwachen und Strafen" und sprechen über die Mikro-Wirkungen der Macht, denen auch der nicht einfach so entkommt, der sich gegen sie stemmt. Mitten unter den Studierenden sitzt, als einer, der um jeden Preis auf der richtigen Seite stehen will, Andre Matias, schwarz, intelligent - und Polizist. Das verrät er seinen Kommilitonen nicht und auch nicht der Kommilitonin Maria, die sich in ihn verliebt. Andre lebt in zwei Welten, er lebt zwei Wahrheiten bis zur Schizophrenie, er bekommt zu spüren, wie Kräfte an ihm zerren, zur einen Seiten wie zur anderen; auch vom Kampf um seine Seele erzählt nicht zuletzt dieser Film.
"Tropa de Elite" schildert ein System aus vielen Systemen, die sehr viel häufiger durch Korruption als durch Recht und Gesetz miteinander verbunden sind. Der Film verschließt dabei, als wäre es ein Leichtes, nicht die Augen vor den Realitäten. Vor allem nicht vor der leicht dahin zu behauptenden, aber schwer zu ertragenden Realität, dass es keine einfachen Lösungen gibt. So ist die NGO, deren Mitglieder zum großen Teil die besten Absichten haben, in den Drogenhandel verstrickt. Schon weil niemand in die Favela kommt, den die Drogenbosse dort nicht haben wollen. Und erst recht ist die Polizei auf Weisen korrupt, die sich kein Drehbuchautor ausdenken kann: deshalb hat Jose Padilho sein Drehbuch auch gemeinsam mit einem der Elite-Polizisten der BOPE gemeinsam verfasst, von denen der Film handelt.
Mit den Augen und Worten von Capitao Nascimento (Wagner Moura), dem Ich-Erzähler-Helden, lernen wir das System der Sondereinsatzpolizei von innen kennen. Nascimento, der gerade Vater wird, will lebend raus aus der Truppe und sucht deshalb einen Nachfolger. Andre Matias (Andre Ramiro), der Jura-Student und NGO-Mitarbeiter, kommt in Frage und sein bester Freund Neto auch. Der Film schildert ihren Weg vom Polizei-Anfänger zum Ausbildungscamp, viel mehr Plot braucht er schon nicht. Wie im Ausbildungslager die Aspiranten gedemütigt, erniedrigt, entmenscht werden, bekommen wir zu sehen. Wie sie gedrillt werden zu Mördern, die auf Rache sinnen und an die Notwendigkeit zu glauben lernen, das Töten aus Rache immer weiter fortzusetzen, Auge um Auge. Wie einer, der als Mensch begann, am Ende ein Mörder ist, das ist die Geschichte des Films. Damit konfrontiert er uns, immer aus Sicht des Elite-Cops, der sich zu glauben zwingt, er stehe auf der richtigen Seite. Mit dem letzten Bild erst, bevor er mit einer trostlosen Weißblende schließt, nimmt Jose Padilha eine radikale Perspektivumkehr vor: Das Gewehr ist auf den, der am Boden liegt, gerichtet. Und die Kamera blickt, im Moment, da das Böse triumphiert, aus der Perspektive des Opfers - das selbst ein vielfacher Mörder ist - in den Lauf des Gewehrs.
Jose Padilha hat diese Geschichte, gegen alle Weltkinokonsensstilgewohnheiten, mitreißend verfilmt. Er reißt den Zuschauer mit, aber nicht in manipulativer Absicht zu schlichten Erklärungen, simplen Identifikationen oder wohlfeilen Lösungsvorschlägen. Er reißt ihn vielmehr mit ins Komplexe, mit in Szenen und Situationen, bei denen man sich auch als Zuschauer nicht einfach so auf die richtige Seite schlagen kann, und zwar deshalb, weil es eigentlich nur falsche Seiten gibt. Die Form des Erzählens ist die Quasi-Dokumentation. Nicht, wie der sehr artikulierte und intelligente Regisseur in der Pressekonferenz erklärt, das "fake and shake" unmotivierten Handkameragewackels mit seinen billigen Effekten. Sondern ein aus dem Regiekonzept entwickelter Dokumentarstil. Padilha hat keine einzige Szene nach den Regeln der Kunst aufgelöst: es gibt keine establishing shots, keine doppelten oder dreifachen Einstellungen einer Szene aus verschiedenen Kamerapositionen. Keine Vorschriften für die Darsteller, keine Marke auf dem Boden, an die sie sich halten mussten. Und keinen einzigen geschriebenen Dialog, die Schauspieler haben alles, im Rahmen von bloßen Beschreibungen ihrer Situation in der jeweiligen Szene, komplett improvisiert.
Drei Monate nahm sich das Team Zeit für Proben vor dem Drehbeginn; die Darsteller der Cops haben sogar an einem tatsächlichen BOPE-Ausbildslehrgang teilgenommen. Das Resultat dieser Repräsentations-Strategien ist von naivem Authentizismus denkbar weit entfernt. Die Mischung aus mitreißendem Dokumentarstil und konsequenter Verfremdung durch die Wahl der Perspektive ist in ihren Wirkungen auf die erhellendste Weise desorientierend. Und zwar, indem sie den Zuschauer auf verdammt ungemütliche Weise aus allen bequemen Identifikationspositionen reißt. "Tropa de Elite" war in Brasilien ein Sensationserfolg, wurde erst auf illegalen DVDs und per Internet-Downloads millionenfach gesehen, war dann aber auch im Kino noch der erfolgreichste Film des Jahres. Es ist, wie beinahe zu erwarten, der Vorwurf lautgeworden, er sei Propaganda für die Elite-Truppe BOPE. In Wahrheit aber kann sich ein Film von den Vereinfachungen, die Propaganda ausmachen, nicht konsequenter entfernen, als "Tropa de Elite" dies tut.
Ekkehard Knörer
Jose Padilha: "Tropa de elite - The Elite Squad". Mit Wagner Moura, Caio Junqueira, Andre Ramiro. Brasilien, Argentinien 2007, 118 Minuten. (Alle Termine)
Betulich: Dennis Lees "Fireflies in the Garden" (Wettbewerb)
Ganz schweres Unglück: Erst kommt Julia Roberts beim Autounfall ums Leben, und dann auch noch jemand auf die Idee, einen Film darüber zu machen. Wobei die dürftige Geschichte und die absolut unlogische Konstruktion noch das geringste Übel an diesem Melodram um Freud und Leid der Familie sind. Was man Dennis Lees "Fireflies in the Garden" nicht verzeiht, ist seine Altbackenheit. Im Mittelpunkt steht Michael, erfolgreicher Schund-Autor in New York, der zu einer Familienfeier in seine Heimatstadt zurückkehrt. Im Gepäck hat er sein neues Manuskript, einen Roman über seine Kindheit, in der er schrecklich von seinem Vater schikaniert wurde. Auf dem Weg zu dieser irgendwie grundlos angesetzten Familienfeier kommt Julia Roberts bei einem Autounfall ums Leben - es war ein sehr kurzer Auftritt der Hochschwangeren -, aber immerhin sind jetzt schon alle zusammen, um zu trauern und all die großen und kleinen Dramen miteinander durchzustehen, die eine durchschnittlich dysfunktionale Familie ereilen. Darf man Mama anlügen? Muss man essen, was auf den Tisch kommt? Sollte man Handschuhe beim Abwaschen tragen?
Manchmal sind die Probleme auch gravierender, aber so richtig ernst dann doch wieder nicht. Michael kaputte Ehe etwa mit einer Alkoholikerin gerät durch Spontanheilung wieder ins rechte Lot, auf einmal ist die Frau nicht nur trocken, sondern auch schwanger. Aber meist bliebt es bei ungeheuer aufgeblasenen Belanglosigkeiten. Willem Dafoe muss als Haustyrann ständig Sätze von sich geben wie "Hier wird gegessen, was auf den Tisch kommt", Emily Watson spielt die betulichste Tante Jane seit Erfindung des Nudelholzes: "Was hab ich von Deiner Entschuldigung, davon geht der Fleck auch nicht weg". Und Michael liegt am liebsten auf dem Dach und sonnt sich in Selbstmitleid - auf die Idee, seinem Vater mal die Meinung zu sagen, kommt er nicht. Weil sich am Ende dieser gefühlten Fünfziger-Jahre-Schmonzette alle miteinander versöhnt haben, verbrennt Michael das Manuskript, das seinen Vater bloßgestellt hätte. Dummerweise ist eine Kopie in die Hände von Dennis Lee geraten.
Thekla Dannenberg
Dennis Lee: "Fireflies in the Garden". Mit Julia Roberts, Ryan Reynolds, Willem Dafoe, Emily Watson, Carrie-Anne Moss, Hayden Panettiere. USA 2008, 120 Minuten. (Alle Termine)
Angenehme Überraschung: John Crowleys "Boy A" (Panorama)
Langsam wird es zur Tradition, dass die Briten bei jeder Berlinale einen neuen vielversprechenden Jungschauspieler präsentieren. 2006 probierte sich Cilian Murphy als Transvestit und Terrorist, 2007 tobte sich Jamie Bell als dächerkraxelnder Sonderling aus, und nun kommt Andrew Garfield und serviert uns einen 23-Jährigen, der als Zehnjähriger wegen Mordes verurteilt wurde und nun vorzeitig freigelassen wird.
In Manchester soll er mit einer neuen Identität - er wählt den Namen Jack - noch einmal von vorne anfangen können. Verdient so jemand wie Jack, der zumindest für die Boulevardzeitungen das Böse an sich darstellt, eine zweite Chance.
Der Zuschauer vergibt ihm schnell. Garfield, der nur ein Jahr älter ist als sein Charakter, stellt uns einen verwirrten, aber gutherzigen Jungen vor, der in manchen Momenten bis an die Grenze zum Autismus überfordert ist von der neuen Welt, die da auf ihn einstürmt. Sehr intensives Schauspiel, bei einer Drehzeit von nur fünf Wochen erstaunlich. Garfield war im Kino kürzlich in Robert Redfords "Lions and Lambs" als orientierungsloser Student zu sehen.
Es läuft sehr gut für Jack: Neuer Job, neue Freunde, dann auch noch eine Freundin. Doch niemand weiß von seiner Vergangenheit. Zu guter Letzt rettet Jack sogar noch ein Leben, eine Art Wiedergutmachung für sein Verbrechen. Doch die Geister von damals holen ihn schneller ein als erwartet.
Auch wenn "Boy A" ein wenig schematisch daherkommt mit dem guten Jack und seiner tollen neuen Existenz, die in jeder Beziehung so hundertprozentig das Gegenteil seiner total verkorksten Kindheit ist, dieser Film ist dennoch eine angenehme Überraschung. Tolle Schauspieler, interessante Konstellation, stimmige Umsetzung.
Die britische Filmförderung hat hier in nachahmenswerter Weise funktioniert. "Boy A" ist mit sehr kleinem Budget entstanden, weil eigentlich als Fernsehfilm für den Channel 4 der BBC gedacht. Dort lief er Ende November 2007, ist also brandneu. Im Guardian-Blog wird der Film lebhaft von den Zuschauern diskutiert. Bürger diskutieren in einem privaten Medium die kulturellen Leistungen, die mit ihren Steuergelder entstehen. Toll! Vielleicht könnte man auch in Deutschland über ein derart lebendiges Ineinandergreifen der Medien nachdenken. Dazu müsste sich aber erst eine deutsche Zeitung finden, die dem Internet so offen und souverän begegnet wie der Guardian. Noch ist keine in Sicht.
Ein Bravourstück von der Insel also. Von welcher, das war im Saal zunächst unklar. Bei der Vorführung wurde John Crowley als englischer Filmemacher angekündigt. Nichts kann falscher sein. Und so war das erste, was Crowley sagte, als er das Mikrofon bekam: "Ich bin Ire, nur um das festzuhalten."
Christoph Mayerl
John Crowley: "Boy A". Mit Andrew Garfield, Peter Mullan, Katie Lyons, Shaun Evans. Großbritannien 2007, 100 Minuten. (Alle Termine)
Archiv: Außer Atem
Hier ist das Positive!
14.02.2009. Aktualisierung vom Samstagabend: Und was sollen wir sagen? Die Jury hat auf Ekkehard Knörer gehört: "La teta asustada" bekommt den Goldenen Bären! / Es gibt bei der diesjährigen Berlinale überhaupt nur einen einzigen plausiblen Kandidaten für den Goldenen Bären, nämlich "La teta asustada" von Claudia Llosa. Mehr lesen
Berlinale 8. Tag
13.02.2009. Baek Seung-Bins "Members of the Funeral" beerdigt Ich liebe Dich. "Deutschland 09" - ein gemischtes Vergnügen, nur nicht im Bordell. Dokumentiert das Leben in den Bergen Montanas aus der Perspektive eines Schafs: Lucien Castaing-Taylors "Sweet grass". Da sitzen dann Michel Piccoli, Bruno Ganz und Irene Jacob im Hotel herum, schwingen große Reden, blicken bedeutungsvoll in die Luft und sind plötzlich nichts anderes mehr als Altlasten des Autorenkinos einer vergangenen Zeit: Theo Angelopoulos' "The Dust of Time". Mehr lesen
Berlinale 7. Tag
12.02.2009. Claudia Llosas "Milk of Sorrow" sucht die Emanzipation in Lima. Cong Fengs Dokumentation "Dr. Ma..." über einen chinesischen Landarzt gehört zu den eindrücklichsten Filmen dieses Festivals. Der im Vorfeld der Berlinale umstrittene Film "Letters to the President" von Petr Lom ist kein Propagandafilm für Ahmadinedschad, sondern wirft einen unheimlichen Blick auf ein Pulverfass vor der Explosion. Und Hans-Christian Schmids "Die wundersame Welt der Waschkraft". Und Rudolf Thomes "Pink"! Mehr lesen
Berlinale 6. Tag
11.02.2009. Eine zirzensische Tour de Force unternimmt Sean Penn in Gus van Sants "Milk". A la tete de Mehmet zielt Isabelle Adjani in Jean-Paul Lilienfelds "La journee de la jupe". Ivy Hos "Claustrophobia" erzählt vom sang- und klanglosen Ende einer Liebe im Auto. Chen Kaiges "Forever Enthralled" porträtiert den Künstler als Leerstelle. Hinter den idyllischen Bildern von Ichii Masahides "Naked of Defenses" rumort Grausiges. Mehr lesen
Berlinale 5. Tag
10.02.2009. Im Dienste eines neuen Republikanismus: Thomas Heises Dokumentarfilm über 1989 "Material". Nüchtern in London: Rachid Boucharebs Wettbewerbsfilm "London River". Erzählt vom Erwachsenwerden in Istanbul: Reha Erdems "Hayat Var". Führt ungeduldige Streitgespräche mit ihrer Mutter: Rebecca Millers "Pippa Lee". Mehr lesen
Berlinale 4. Tag
09.02.2009. Maren Ades Wettbewerbsfilm "Alle Anderen" erkundet jede mögliche Gasse und Sackgasse zwischen Ironie und Postironie. Michael Glawoggers "Das Vaterspiel" schlägt Funken. Die "Geschichte des israelischen Kinos" von Raphael Nadjari ist mit dreieinhalb Stunden einfach zu kurz. Dominic Murphy feiert in "White Lightning" einen drogensüchtigen steppenden Psychopathen. Luc Moodyssons Film "Mammoth" findet's zu Hause doch am schönsten. Mehr lesen
Berlinale 3. Tag
08.02.2009. Macht es sich gemütlich in seiner Latte-Macchiato-Umgebung: Andrew Bujalskis "Beeswax". Ulli Lommels "Absolute Evil" ist ein Monstrum von einem film noir. Simone Bitton dokumentiert den Tod der amerikanischen Friedensaktivistin Rachel in Gaza. Tommy Lee Jones gesellt sich für ein Foto zu den Toten in Bertrand Taverniers "In the electric mist". Spanische Frauen legen jeden Macho aufs Kreuz, beweist Agustin Diaz Yanes in "Solo quiero caminar". Außerdem besprochen: Lars Jessens "Dorfpunks", Hans-Christian Schmids "Sturm", Sebastian Schippers "Mitte Ende August" und John Cooks "Schwitzkasten". Mehr lesen
Berlinale 2. Tag
07.02.2009. Informationspolitische Cleverness beweist Asghar Farhadi in seinem Wettbewerbsfilm "Darbareye Elly - About Elly". Radu Judes "The Happiest Girl in the World" klammert sich so fest an ihre Chance wie an ihre gehäkelte Handtasche. Verstreut symbolisch Samen: Mans Manssons "Mr. Governor". Francois Ozons "Ricky" fliegt, hebt aber nicht ab. Stephen Daldrys "Der Vorleser" scheitert an seiner obszönen Symbolik. Dante Lams "The Beast Stalker" ist feines Pulp-Entertainment über Menschen mit Narben. Richard Brouillettes Antiglobalisierungsfilm "L'Encerclement" prunkt mit gut gewählten Worten. Mehr lesen
Berlinale 1. Tag
06.02.2009. Sucht die Weisheit im Schoß junger Schulmädchen: Sono Sions "Love Exposure". Beweist ein Ethos des Blicks: Soda Kazuhiros Dokumentarfilm über eine psychiatrische Klinik in Japan. In Tom Tykwers Thriller "The International" lässt sich Clive Owen ordentlich was aufs Ohr hauen, der Shootout findet im Guggenheim statt: Das nennt man souveränes Genrehandwerk.
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Weltkino
05.02.2009. Heute abend eröffnet Tom Tykwers Film "The International" die Berlinale. Dieter Kosslick hat in diesem Jahr eine völlig überdimensionierte Film-Völlerei entfessselt: Für jeden ist etwas dabei, aussuchen muss man allerdings selbst. Hier schon mal ein Blick auf die Filme im Wettbewerb. Mehr lesen
Schock-Strategie
05.02.2009. Koreanisches Kino, israelische Filmgeschichte, ein Besuch bei einem chinesischen Landarzt, Heiner Müller bei Theaterproben, eine Hommage an die Schwulenikone Joe Dallesandro und ungemachte Betten: Ein Blick auf die Filme in den Nebenreihen der Berlinale: Forum, Panorama und Generation. Mehr lesen
Berlinale 2008: Die Bären
16.02.2008. Der Goldene Bär ging an den brasilianischen Film "Tropa de Elite". Die Silbernen Bären als beste Schauspieler bekamen die Britin Sally Hawkins für ihre Rolle in Mike Leighs Film "Happy Go Lucky" und der Iraner Reza Naji für seine Rolle in Majid Majidis "Avaze Gonjeshk-ha - The Song of Sparrows" Mehr lesen
Versammlung des Lauen
16.02.2008. Nur ein wirklich origineller Autorenfilmer hat es in den Berlinale-Wettbewerb geschafft: "Nacht und Tag" zeigt den koreanischen Regisseur Hong Sangsoo (Foto) als einen der großen Eigensinnigen des Kinos. Ansonsten dominierte in diesem Jahr abgemagerter Wischi-Waschi-Realismus. Mehr lesen
Berlinale 8. Tag
15.02.2008. Gnadenloser Realismus der Laien: Lance Hammers "Ballast". Da freut man sich doch auf Elizabeth: Justin Chadwicks "The Other Boleyn Girl". Und untun druntur munkuln die Bässe: Dem einst so bedeutenden Regisseur Andrzej Wajda fehlen zum Katyn-Stoff heute die filmischen Mittel. Höllische Gemeinheit: Philippe Claudels "Il y a longtemps que je t'aime - I've Loved You So Long". Verhandelt einen Tempelberg an Komplexen: Amos Kolleks "Restless". Mehr lesen
Berlinale 7. Tag
14.02.2008. "Feuerherz" ist zugleich extrem umstritten und extrem bieder. Das Alter ist kälter als der Tod: Robert Guediguians "Lady Jane". Zeigt Problemlösungskompetenz in Los Angeles: Kelly Parkers "South Main". Nanni Moretti als heiliger Pietro der Piazza in: Antonello Grimaldis "Caos calmo - Quiet Chaos". Mehr lesen






