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Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich

Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael

Außer Atem
Berlinale 9. Tag
Von Ekkehard Knörer, Christoph Mayerl, Anja Seeliger
17.02.2007. Francois Ozon lässt in seinem Wettbewerbsfilm "Angel" Tränen zittern und Busen beben. Li Yus großartiger Wettbewerbsfilm "Lost in Beijing" erzählt von Kummer, Kränkung und Rache und hat mindestens den Goldenen Bären verdient. David Mackenzie lässt in seinem Wettbewerbsfilm "Hallam Foe" über den Dächern von Edinburgh die Liebe und sich selbst finden.Eine Liste aller besprochenen Filme finden Sie hier.
Nicht mal Verachtung für das Realtitätsprinzip: Francois Ozons "Angel"
Angel Deverell (Romola Garai, großäugig) träumt sich die Welt zurecht. Sie geht noch zur Schule und weiß schon um ihren künftigen Erfolg als Autorin. Fürs Realitätsprinzip hat sie nicht einmal Verachtung: es ist ihr schlicht und ergreifend fremd. Und erst einmal wird ihre Lebensgeschichte - die Autorin Elizabeth Taylor hat sie sich ausgedacht - zum Exempel für die realitätenschaffende Kraft eines wirklichkeitsblinden Narzissmus. Angel schreibt Romane, die sie aus ihrer Fantasie schöpft und keine Sekunde dürfen wir zweifeln, dass sie das Courts-Mahler-Niveau nicht überschreiten. Francois Ozon greift zunächst tief in die Kiste mit all den hübschen Mitteln für Zuckerguss und Kitsch und distanziert sich nicht entschieden, sondern liebevoll davon. Allerliebst anzusehen etwa die beinahe schon surrealen Rückprojektionen mit Fahrten in London und britischer Landschaft bei Nacht. Minutenlang darf man sogar träumen, Ozon hätte hier Ähnliches im Sinn wie Todd Haynes mit seiner wundersam strengen Douglas-Sirk-Re-Imagination "Far From Heaven".
Aber ach. Mitnichten. Denn allzu bald haben ihre Auftritte: Esme (Michael Fassbender), der Maler, der alles nur grau in grau malt, und den, zu ihrem und seinem Unglück, die realitätsblinde Angel sich schön guckt. Nora (Lucy Russell), Esmes Schwester, der verehrten Angel in hündischer Liebe ergeben. Der Verleger (Sam Neill), erst in Angels Augen, später, wenigstens des Geldes wegen, auch in ihre Stilblüten vernarrt - und seine Gattin (Charlotte Rampling), die erst nach und nach die Kraft nicht der Prosa, aber der unerschüttert ihren immer prächtigeren und aufwendigeren Fantasiekokon um sich spinnenden Persönlichkeit Angels zu schätzen lernt. Es folgen allerlei Windungen, Wendungen, nun aber aus dem Kistchen mit den Versatzstücken fürs herkömmliche Melodram. Statt eines intelligenten Kommentars, einer boshaften oder hemmungslos dem Kitsch verfallenen Variation will Francois Ozon leider nicht mehr als den in nichts aktualisierten Aufguss des handelsüblichen Heulers.
Es ist sein Ernst und daran geht sein Film vor die Hunde (und Katzen, Papageien, Pfauen, immerhin ein tierreiches Werk). Hauptdarstellerin Romola Garai, wohl von Natur schon nicht mit dem Hang zum subtilen Spiel begabt, bekommt Augen wie glühende Kohlen, es bebt der Busen und es zittert die Träne im Winkel des Auges. Ach, wie unendlich viel klüger war da Jeanne Balibars mit betörender Exaktheit auf echte Künstlichkeit hin tariertes Spiel in Rivettes "Ne touchez pas la hache". Und überhaupt steht Ozons "Angel" neben Rivettes so viel gelungenerem Kostümfilm wie, ja, Hedwig Courts-Mahler neben Honore de Balzac.
Ekkehard Knörer
"Angel". Regie: Francois Ozon. Mit Romola Garai, Sam Neill, Charlotte Rampling, Lucy Russell, Michael Fassbender. Frankreich, Belgien, Großbritannien 2007, 137 Minuten (Wettbewerb)
Goldener Bär bitte für Li Yus "Ping Guo - Lost In Beijing" (Wettbewerb)
Diesen Film versteht jeder. Egal ob er in Peru, Tschechien, Indien oder den Vereinigten Staaten lebt. Es ist eine ganz einfache Geschichte über ganz normale Menschen. Ping Guo und ihr Mann sind Landeier, die es in die Stadt, nach Peking verschlagen hat. Hier haben sie sich eine kleine Existenz aufgebaut: Ping Guo arbeitet in einem Massagesalon, ihr Mann An Kun hängt, nur von einem Seil gesichert, auf einer kleinen Schaukel an Bürogebäuden und putzt Fenster. Sie haben eine kleine Wohnung, abends essen sie zusammen, albern rum und manchmal endet das mit fröhlichem Sex unter der Dusche. Ganz normale junge Leute.
Lin Dong ist der Besitzer des Massagesalons. Auch er und seine Frau Wang Mei kommen aus der Provinz. Sie sind zu einigem Wohlstand gekommen. Lin Dong geht manchmal zu einer Prostituierten. Sonst kümmert er sich um seine Salons - die Belegschaft beginnt den Tag unter seiner Anleitung mit einem fröhlichen Lied, um die Kunden in guter Laune begrüßen zu können - und spielt Karten. Seine Frau hat eine moderne Frisur, raucht, spielt ebenfalls Karten und scheint einen Schönheitssalon zu betreiben. Ganz normale Leute mittleren Alters, die nur einen Kummer haben: Wang Mei kann keine Kinder bekommen.
Eines Tages geht Ping Guo mit einer Freundin aus, die entlassen wurde. Die beiden fluchen auf die Männer und besaufen sich. Im Massagesalon schafft es Ping Guo gerade noch in ein leeres Zimmer und lässt sich auf die Liege fallen. Lin Dong, der sich bisher nicht die Bohne für sie interessiert hat, sieht sie dort liegen. Was dann passiert, ist so ambivalent wie solche Dinge manchmal eben sind: halb Vergewaltigung, halb Gewährenlassen. Dummerweise beobachtet An Kun die Szene durch ein Fenster und flippt aus.
Was folgt, ist kein Spiel. An Kun rächt sich fürchterlich. Er erzählt Wang Mei von der Geschichte, versucht, Lin Dong zu erpressen, und als Ping Guo schwanger wird, verkauft er ihm das Baby. Die Sache wird noch verzwickter, als An Kun im Krankenhaus erfährt, dass das Baby unzweifelhaft sein Kind ist. Dem verhassten Lin Dong ein Kuckuckskind unterzuschieben, ist eine fast noch schönere Rache.
Das besondere an diesem Film ist, dass er kein Genrefilm ist. Hier mutiert nicht einfach jemand zum großen Bösen. Tong Dawei, der den An Kun spielt, steht die Verletzung noch in den schwärzesten Momenten ins Gesicht geschrieben. Der Geschäftsmann Lin Dong nimmt das Kind nicht an, weil ein chinesischer Mann einen Stammhalter braucht. Er verliebt sich einfach in den Kleinen. Selbst als er erfährt, dass das Kind nicht seines ist, will er es behalten. Und die Frauen sind bei diesem Spiel weiß Gott keine Staffage. Wang Mei ist so wütend, dass sie An Kun praktisch zwingt, mit ihr zu schlafen. Danach lässt sie sich von Lin Dong schriftlich fünfzig Prozent seines Vermögens überschreiben, falls er sie verlässt oder schlecht behandelt. Die schwangere Ping Guo will das Kind erst abtreiben: "Mein Bauch gehört mir", sagt sie ihrem wütenden Mann. Das sie es dann doch nicht tut, liegt nur an dem dreckigen schäbigen Zimmer, in dem die Abtreibung stattfinden soll.
Regisseurin Li Yu arbeitet mit den einfachsten Mitteln. Wir sehen Peking als riesige Ansammlung hässlicher Hochhäuser und Schnellstraßen. Überall Kräne, Autos, Beton. Eine hässliche dynamische Stadt, die sich ständig verändert. Li Yu hat fast immer mit Handkamera gedreht. Die wackligen Bilder, die Unschärfen, die so entstehen, verdeutlichen die instabilen Lebensverhältnisse besser als jeder Dialog. Hier gibt es keine traditionellen Familienclans mehr, die einander schützen. Li Yu verzichtet meist auch auf Gegenschnitte. Die Kamera saust bei den Dialogen einfach zwischen den Gesichtern hin und her. Wenn Ping Guo betrunken ist, wird sie einfach unscharf.
Auf der Pressekonferenz wurde vor allem nach der Zensur gefragt. Die chinesischen Behörden haben den Film, in dem sie noch einige Schnitte verlangten, erst in letzter Sekunde freigegeben. Produzent Fang Li, ein Geophysiker, der eine erfolgreiche Firma für geologische und ozeanografische Technologie besitzt und erst seit 2000 im Produzentengeschäft ist, versichert, mit der jetzt gezeigten Fassung seien sowohl er als auch Regisseurin Yu Li einverstanden. Sie hätten sich nicht verbiegen müssen. Es ist wie immer bei solchen Fragen ein Spiel aus Nachhaken und Ausweichen. Eins macht Fang Li aber ganz klar: Probleme gab es nicht aus politischen Gründen. "Das Problem ist ein Generationsproblem. In der Zensurbehörde sitzen alte Männer, Sechzig-, Siebzig-, Achtzigjährige, die eine ganz andere Auffassung von Moral haben." Die Sexszenen waren schwierig, "dass eine ältere Frau, Wang Mei, mit einem jungen Mann schläft, zum Beispiel. Oder das entlassene Mädchen, das in die Prostitution abrutscht", solche Dinge seien im heutigen Peking normal, nur die alten Männer wollten das nicht zugeben. Fang Li macht auch klar, dass er zu Zugeständnissen an die Zensur bereit war, denn so sehr er sich auch freue, diesen Film im Ausland zeigen zu können, "am wichtigsten ist mir, dass er in China gezeigt wird".
Er sollte auf der ganzen Welt gezeigt werden.
Anja Seeliger
"Ping Guo - Lost In Beijing". Regie: Li Yu. Mit Tony Leung Kar Fai, Fan Bingbing, Tong Da Wei, Elaine Jin (Y.L.), Zeng Mei Hui Zi u.a. Volksrepublik China, Hongkong 2007, 112 Minuten (Wettbewerb)
Über den Dächern von Edinburgh: David Mackenzies "Hallam Foe"
Es wäre zu wünschen, dass dieser Film Eingang findet in das Curriculum für angehende Psychotherapeuten. Die von David Mackenzie hier saftig, schnell und liebevoll vorexerzierte Methode der Selbstfindung eines Siebzehnjährigen verspricht nicht nur hohe Erfolgschancen, sondern auch die Einübung eines Arbeitsverhältnisses, einen praktischen Kurs im Knacken jeder Art von Schlössern mit Hilfe eines Sets an Dietrichen, Bestätigung durch Sex mit darauf folgender Beziehungsarbeit sowie nicht zuletzt körperliche Fitness durch Herumklettern auf Edinburghs Dächern.
Hallam Foes Mutter ist vor zwei Jahren gestorben. Seitdem hat sich Hallam zurückgezogen und lebt im Baumhaus, spioniert seinem Vater und dessen neuer Freundin nach, die er nebenbei auch noch verdächtigt, seine Mutter mit einer Überdosis Schlaftabletten ermordet zu haben. Wer die Familienaufstellung nach Hellinger praktiziert, erkennt schnell, dass der Junge eine Goldmine für Probleme ist. Zum Glück berät Hallam niemand und so wählt der seinen eigenen Weg. Der hat es in sich und beinhaltet unter anderem, sich eine Kriegsbemalung mit Lippenstift zu verpassen, eine Dachsmaske anzulegen, von zu Hause auszureißen, die eigene Mutter zu treffen und sich in sie zu verlieben, Küchengehilfe in einem Hotel werden, hinter einem riesigen beleuchteten Ziffernblatt zu wohnen, nachts der Geliebten ins Fenster zu gucken, befördert zu werden, die Stiefmutter bei der Polizei anzuzeigen, wieder Kriegsbemalung anzulegen, um dann zum großen Rachefeldzug aufzubrechen.
Wer hier Anklänge an J.D. Salingers "Fänger im Roggen" heraushört, liegt natürlich richtig. Aber Mackenzie hat seiner schottischen Version des Holden Caulfield viel eigenes Leben eingehaucht, dazu eine schlaksigen und ungemein charmanten Jamie Bell für die Hauptrolle ausgesucht, ihn mit schneller Musik von der Insel unterstützt und das Ganze zu einem runden und stimmigen Paket geschnürt. Wie Hallam seine Liebe findet, wie er sich versucht zu behaupten und über die Dächer Edinburghs springt, ist gut, warm und mit Sinn für Situationskomik erzählt. Viel besser als Spiderman etwa, der das Gleiche wie Hallam tut, nur in New York. Könnte man sich Spiderman mit seiner Geliebten etwa in einem Wettbewerb vorstellen, in dem derjenige verloren hat, der als erster kein Wort mehr fürs eigene Geschlechtsteil kennt? Für die Synchronisation allerdings eine echte Herausforderung, wenn es stimmt, dass das Englische hier weit mehr bietet als das Deutsche.
Christoph Mayerl
"Hallam Foe". Regie: David Mackenzie. Mit Jamie Bell, Sophia Myles, Ciaran Hinds, Jamie Sives und anderen. Großbritannien 2007, 96 Minuten (Wettbewerb)
Eine Liste aller besprochenen Filme finden Sie hier.
Archiv: Außer Atem
Hier ist das Positive!
14.02.2009. Aktualisierung vom Samstagabend: Und was sollen wir sagen? Die Jury hat auf Ekkehard Knörer gehört: "La teta asustada" bekommt den Goldenen Bären! / Es gibt bei der diesjährigen Berlinale überhaupt nur einen einzigen plausiblen Kandidaten für den Goldenen Bären, nämlich "La teta asustada" von Claudia Llosa. Mehr lesen
Berlinale 8. Tag
13.02.2009. Baek Seung-Bins "Members of the Funeral" beerdigt Ich liebe Dich. "Deutschland 09" - ein gemischtes Vergnügen, nur nicht im Bordell. Dokumentiert das Leben in den Bergen Montanas aus der Perspektive eines Schafs: Lucien Castaing-Taylors "Sweet grass". Da sitzen dann Michel Piccoli, Bruno Ganz und Irene Jacob im Hotel herum, schwingen große Reden, blicken bedeutungsvoll in die Luft und sind plötzlich nichts anderes mehr als Altlasten des Autorenkinos einer vergangenen Zeit: Theo Angelopoulos' "The Dust of Time". Mehr lesen
Berlinale 7. Tag
12.02.2009. Claudia Llosas "Milk of Sorrow" sucht die Emanzipation in Lima. Cong Fengs Dokumentation "Dr. Ma..." über einen chinesischen Landarzt gehört zu den eindrücklichsten Filmen dieses Festivals. Der im Vorfeld der Berlinale umstrittene Film "Letters to the President" von Petr Lom ist kein Propagandafilm für Ahmadinedschad, sondern wirft einen unheimlichen Blick auf ein Pulverfass vor der Explosion. Und Hans-Christian Schmids "Die wundersame Welt der Waschkraft". Und Rudolf Thomes "Pink"! Mehr lesen
Berlinale 6. Tag
11.02.2009. Eine zirzensische Tour de Force unternimmt Sean Penn in Gus van Sants "Milk". A la tete de Mehmet zielt Isabelle Adjani in Jean-Paul Lilienfelds "La journee de la jupe". Ivy Hos "Claustrophobia" erzählt vom sang- und klanglosen Ende einer Liebe im Auto. Chen Kaiges "Forever Enthralled" porträtiert den Künstler als Leerstelle. Hinter den idyllischen Bildern von Ichii Masahides "Naked of Defenses" rumort Grausiges. Mehr lesen
Berlinale 5. Tag
10.02.2009. Im Dienste eines neuen Republikanismus: Thomas Heises Dokumentarfilm über 1989 "Material". Nüchtern in London: Rachid Boucharebs Wettbewerbsfilm "London River". Erzählt vom Erwachsenwerden in Istanbul: Reha Erdems "Hayat Var". Führt ungeduldige Streitgespräche mit ihrer Mutter: Rebecca Millers "Pippa Lee". Mehr lesen
Berlinale 4. Tag
09.02.2009. Maren Ades Wettbewerbsfilm "Alle Anderen" erkundet jede mögliche Gasse und Sackgasse zwischen Ironie und Postironie. Michael Glawoggers "Das Vaterspiel" schlägt Funken. Die "Geschichte des israelischen Kinos" von Raphael Nadjari ist mit dreieinhalb Stunden einfach zu kurz. Dominic Murphy feiert in "White Lightning" einen drogensüchtigen steppenden Psychopathen. Luc Moodyssons Film "Mammoth" findet's zu Hause doch am schönsten. Mehr lesen
Berlinale 3. Tag
08.02.2009. Macht es sich gemütlich in seiner Latte-Macchiato-Umgebung: Andrew Bujalskis "Beeswax". Ulli Lommels "Absolute Evil" ist ein Monstrum von einem film noir. Simone Bitton dokumentiert den Tod der amerikanischen Friedensaktivistin Rachel in Gaza. Tommy Lee Jones gesellt sich für ein Foto zu den Toten in Bertrand Taverniers "In the electric mist". Spanische Frauen legen jeden Macho aufs Kreuz, beweist Agustin Diaz Yanes in "Solo quiero caminar". Außerdem besprochen: Lars Jessens "Dorfpunks", Hans-Christian Schmids "Sturm", Sebastian Schippers "Mitte Ende August" und John Cooks "Schwitzkasten". Mehr lesen
Berlinale 2. Tag
07.02.2009. Radu Judes "The Happiest Girl in the World" klammert sich so fest an ihre Chance wie an ihre gehäkelte Handtasche. Informationspolitische Cleverness beweist Asghar Farhadi in seinem Wettbewerbsfilm "Darbareye Elly - About Elly". Verstreut symbolisch Samen: Mans Manssons "Mr. Governor". Francois Ozons "Ricky" fliegt, hebt aber nicht ab. Stephen Daldrys "Der Vorleser" scheitert an seiner obszönen Symbolik. Dante Lams "The Beast Stalker" ist feines Pulp-Entertainment über Menschen mit Narben. Mehr lesen
Berlinale 1. Tag
06.02.2009. Sucht die Weisheit im Schoß junger Schulmädchen: Sono Sions "Love Exposure". Beweist ein Ethos des Blicks: Soda Kazuhiros Dokumentarfilm über eine psychiatrische Klinik in Japan. In Tom Tykwers Thriller "The International" lässt sich Clive Owen ordentlich was aufs Ohr hauen, der Shootout findet im Guggenheim statt: Das nennt man souveränes Genrehandwerk.
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Weltkino
05.02.2009. Heute abend eröffnet Tom Tykwers Film "The International" die Berlinale. Dieter Kosslick hat in diesem Jahr eine völlig überdimensionierte Film-Völlerei entfessselt: Für jeden ist etwas dabei, aussuchen muss man allerdings selbst. Hier schon mal ein Blick auf die Filme im Wettbewerb. Mehr lesen
Schock-Strategie
05.02.2009. Koreanisches Kino, israelische Filmgeschichte, ein Besuch bei einem chinesischen Landarzt, Heiner Müller bei Theaterproben, eine Hommage an die Schwulenikone Joe Dallesandro und ungemachte Betten: Ein Blick auf die Filme in den Nebenreihen der Berlinale: Forum, Panorama und Generation. Mehr lesen
Berlinale 2008: Die Bären
16.02.2008. Der Goldene Bär ging an den brasilianischen Film "Tropa de Elite". Die Silbernen Bären als beste Schauspieler bekamen die Britin Sally Hawkins für ihre Rolle in Mike Leighs Film "Happy Go Lucky" und der Iraner Reza Naji für seine Rolle in Majid Majidis "Avaze Gonjeshk-ha - The Song of Sparrows" Mehr lesen
Versammlung des Lauen
16.02.2008. Nur ein wirklich origineller Autorenfilmer hat es in den Berlinale-Wettbewerb geschafft: "Nacht und Tag" zeigt den koreanischen Regisseur Hong Sangsoo (Foto) als einen der großen Eigensinnigen des Kinos. Ansonsten dominierte in diesem Jahr abgemagerter Wischi-Waschi-Realismus. Mehr lesen
Berlinale 8. Tag
15.02.2008. Gnadenloser Realismus der Laien: Lance Hammers "Ballast". Da freut man sich doch auf Elizabeth: Justin Chadwicks "The Other Boleyn Girl". Und untun druntur munkuln die Bässe: Dem einst so bedeutenden Regisseur Andrzej Wajda fehlen zum Katyn-Stoff heute die filmischen Mittel. Höllische Gemeinheit: Philippe Claudels "Il y a longtemps que je t'aime - I've Loved You So Long". Verhandelt einen Tempelberg an Komplexen: Amos Kolleks "Restless". Mehr lesen
Berlinale 7. Tag
14.02.2008. "Feuerherz" ist zugleich extrem umstritten und extrem bieder. Das Alter ist kälter als der Tod: Robert Guediguians "Lady Jane". Zeigt Problemlösungskompetenz in Los Angeles: Kelly Parkers "South Main". Nanni Moretti als heiliger Pietro der Piazza in: Antonello Grimaldis "Caos calmo - Quiet Chaos". Mehr lesen





