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Im Ententeich: Redaktionsblog
Schirrmachers Payback kommt über Bande
Von Thierry Chervel, 06.11.2009, 09:11
Es wetterleuchtet am Horizont. Frank Schirrmacher hat ein neues Buch geschrieben, und anders als die allermeisten Journalisten seiner Generation hat er ja die Kapazität, Debatten auszulösen. Früher lancierte er seine Bücher per Vorabdrucken in Bild (was ja auch jetzt noch nicht ausgeschlossen ist). Diesmal aber spielt er zunächst über Bande: In Edge diskutieren einige bekannte Namen der von Schirrmacher vor zehn Jahren (wäre das nicht eine Gedenkausgabe wert?) ausgelobten "Dritten Kultur". "Payback" heißt das Buch - Randomhouse hat noch keine Leseprobe online gestellt. Es kommt noch im November. Die These lautet: Information Overload, Aufmerksamkeitsdefizitstörung, das Internet macht uns gaga (auch Nicolas Carr hatte das vor gut einem Jahr in Atlantic Monthly beklagt). Und "wie gewinnen wir die Kontrolle über unser Denken zurück?"
Die Mitstreiter von Edge.org durften das Buch (englisch: "The age of the Informavore") - oder zumindest einen darauf basierenden Vortrag Schirrmachers - offensichtlich schon zur Kenntnis nehmen: "We are apparently now in a situation where modern technology is changing the way people behave, people talk, people react, people think, and people remember. And you encounter this not only in a theoretical way, but when you meet people, when suddenly people start forgetting things, when suddenly people depend on their gadgets, and other stuff, to remember certain things. This is the beginning, its just an experience. But if you think about it and you think about your own behavior, you suddenly realize that something fundamental is going on." Es diskutieren Jaron Lanier, Nick Bilton, Nick Carr, Douglas Rushkoff, Jesse Dylan, Virginia Heffernan, Gerd Gigerenzer, John Perry Barlow, Steven Pinker, John Bargh.
Pinker, Psychologe in Harvard, rät, einmal festzuhalten, was für ein haltloser Unsinn während eines stinknormalen Dinners geredet wird, und dann noch einmal neu über Internet nachzudenken: "I mention this because so many discussions of the effects of new information technologies take the status quo as self-evidently good and bemoan how intellectual standards are being corroded (the 'google-makes-us-stoopid' mindset). They fall into the tradition of other technologically driven moral panics of the past two centuries, like the fears that the telephone, the telegraph, the typewriter, the postcard, radio, and so on, would spell the end of civilized society."
ThierryChervel
twitter.com/chervel
1 Kommentar, kommentieren
Stichwörter:
ADD, Frank Schirrmacher, Information Overload
Christina
07.11.2009 um 01:31:45 Uhr
Ganz offensichtlich gibt es auch überflüssige Bücher. Das hier kann man getrost schon mal vor Erscheinen anfangen zu vergessen (noch kein Schreibaby und schon sowas von einem biblischen Bart!). Lieber Jonathan Crarys informative Studie über die Psychotechnologie der "Aufmerksamkeit" lesen: http://www.perlentaucher.de/buch/9945.html - oder ein bißchen auf Telepolis surfen ;)
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