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zuletzt aktualisiert 09.02.2012, 20.50 Uhr

Bücherschau der Woche

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Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Im Ententeich: Redaktionsblog

Der Ammann Verlag hört auf

Von Thierry Chervel, 10.08.2009, 10:08

Der Ammann Verlag hört auf. In einer brieflich verschickten Pressemitteilung mit dem Datum vom 10. August informiert der Zürcher Verleger Egon Amman, dass sein Verlag seine "publizistische Arbeit" am 30. Juni nächsten Jahres einstellen will. "Für das Frühjahr 2010 bereite ich unser letztes Programm vor" heißt es in dem Schreiben. Als Grund für diesen Entschluss nennt Ammann "das fortgeschrittene Alter der Verleger" und "eine Marktsituation, die für die Literatur zunehmend schwieriger wird". Nach der Edition Urs Engeler kündigt mit Ammann der zweite wichtige Schweizer Verlag sein Ende an.

Blickt man auf das Programm des Verlags, so scheint der Verlust fast noch schwerer zu ertragen. Ammann hat unter der Leitung von Ralph Dutli eine mustergültige Ausgabe der Werke Ossip Mandelstams herausgebracht. Bei Ammann erschienen die viel gefeierten Übersetzungen der großen Romane von Dostojewski durch Swetlana Geier. Zu den weiteren internationalen Autoren des Verlags gehören Ismael Kadaré, Ralph Ellison, Georges-Arthur Goldschmidt und Abraham Sutzkever.

Der prominenteste deutschsprachige Autor des Verlags ist Thomas Hürlimann. Ammann hatte auch einige große Bestseller wie Thomas Hürlimanns "Fräulein Stark" und Eric-Emmanuel Schmitts "Monsieur Ibrahim".

Telefonisch erläutert der Pressesprecher des Verlags, Simon Rüttimann, zur Meldung, dass auch alle Mitarbeiter des Verlags und die Autoren den heutigen Brief gleichzeitig erhalten haben. Es seien Gespräche im Gange, um die Autoren bei anderen Verlagen unterzubringen. "Der Verlag ist das Lebenswerk von Egon Ammann und Marie-Luise Flammersfeld, das nunmehr abgeschlossen ist. Wir bereiten noch ein Frühjahrsprogramm 2010 vor. Wir werden noch in Frankfurt auf der Buchmesse sein, aber nicht mehr in Leipzig." Laut Rüttimann sind wohl auch Gespräche über eine Übernahme durch einen anderen Verlag geführt worden, aber eine Fortexistenz als Imprint eines anderen Verlages sei für Egon Ammann nicht denkbar gewesen. Ammann selbst war nicht zu sprechen. Er sei unterwegs, um mit Autoren zu sprechen.

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