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zuletzt aktualisiert 20.03.2010, 13.13 Uhr

Im Ententeich: Redaktionsblog

Der Unmenschenrat

Von Thierry Chervel, 30.05.2009, 07:05

Am Mittwoch wollten die westlichen Nationen erreichen, dass der UN-Menschenrechtsrat die Kriegsführung beider srilankischen Bürgerkriegsparteien in der letzten Phase untersucht. Der Rat ließ sich nicht lumpen: Menschenrechtsverletzungen durch die Tamil Tigers will er untersuchen. Solche des Regimes aber nicht. Die betrachtet er wohl als innere Angelegenheit. Vertreter westlicher Nationen äußerten sich enttäuscht.

Nun präsentiert die britische Times ein Video. Offensichtlich hatten die Tigers ihre Stellungen inmitten von Flüchtlingslagern voller Zivilisten aufgebaut. Und offensichtlich haben die Regierungstruppen diese Lager einfach bombardiert. Zynismus der Verzweifung. Zynismus des Siegesrauschs. Die srilankische Regierung bestreitet. Die Times zeigt ein Video mit Hunderten frisch ausgehobenen Massengräbern und spricht von 20.000 Toten in den letzten Wochen des Krieges.



Gegen eine Untersuchung der srilankischen Kriegsführung stimmten unter anderem Russland, China, Kuba – und leider auch Indien.

Der Rat scheint sich vor allem für das Menschenrecht zu interessieren, Holocaustleugner als Keynote Speaker zu Rassismuskonferenzen einzuladen. Die Demokratien sollten ihn dabei allein lassen.

Thierry Chervel

2 Kommentare, kommentieren

Stichwörter: Sri Lanka, UN Menschenrechtsrat

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Leserkommentare (2)

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Claudia Engelmann

03.06.2009 um 09:51:40 Uhr

Lieber Herr Chervel,

Das von Ihnen als "Unmenschenrechtsrat" bezeichnete Gremium ist ein sehr wichtiges, da es nicht nur eine enorme Öffentlichkeit herstellen kann, sondern (vorallem auch dessen Vorgängerorgan die Menschenrechtskommission) entscheidend zur Normbildung im internationalen Menschenrechtsschutz beigetragen hat und nach wie vor beiträgt.
Sicherlich ist es ärgerlich, dass die Regierung Sri Lankas ohne kritisiert - und vorallem ohne kontrolliert zu werden - aus diesem Krieg herauskommt. Man darf aber nicht vergessen, dass eine ganze Menge anderer, sehr wichtiger Akteure gibt, die jetzt oder später zur Aufklärung vor Ort beitragen werden. Das haben viele Krisen vorher gezeigt. Leider scheinen Sie auch vergessen zu haben, dass der Menschenrechtsrat per se ein politisches Gremium ist. So ärgerlich die Sri-Lanka-Resolution ist, so ärgerlich es ist, dass immer wieder Israel und nur Israel in den Fokus des Rates gerät - so vorausschaubar ist es aber auch. Wer da Wunder (im Sinne von nicht politisch motivierten Entscheidungen) erwartet, ist naiv.

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Alaska

02.06.2009 um 23:10:16 Uhr

Lieber Thierry,
und wer auf dieser Welt interessiert sich dafür? Für mich ist der UN-Menchenrechtsrat damit gescheitert, wie peinlich muss die Arbeit in solch einem Gremium sein! Und alle Völkermörder dieser Welt könne fröhlich weitermachen. Paris Hilton ist wichtiger.

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