Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Im Ententeich: Redaktionsblog

Die Monotheismusdebatte - Editorial

Von Thierry Chervel, 29.01.2013, 11:36

Bild zum ArtikelWer die letzten 35 Jahre Revue passieren lässt – von der iranischen Revolution über die religionsamtliche Morddrohung gegen Salman Rushdie, den 11. September und zahllose Selbstmordattentate – wird kaum bestreiten, dass es eine Gewalt im Namen Gottes gibt. Viel unheimlicher ist allerdings die Frage, ob diese Gewalt Religionen inhärent ist, ob sie womöglich ein Kennzeichen monotheistischer Religionen ist, und wo die Ursprünge dieser Gewalt liegen.

Dass ausgerechnet der Ägyptologe Jan Assmann im Zentrum einer Debatte um diese Fragen steht, ist auf den ersten Blick erstaunlich. Im Jahr 1998 veröffentlichte er sein berühmtes Buch "Moses der Ägypter". Seitdem wird über seinen Begriff der "mosaischen Unterscheidung" diskutiert: Liegt im Gründungsakt der monotheistischen Religionen, im Bund mit dem einen Gott, in der Unterscheidung zwischen Wahr und Falsch in der Religion, mit der sich Mose der Ägypter von dem polytheistischen Gegenmodell aus Ägypten absetzte, bereits ein Keim zu einer spezifischen Gewalt?

Theologen haben verständlicher Weise gegen diese Vermutung aufbegehrt, am prominentesten der Berliner Theologe Rolf Schieder in seinem Buch "Sind Religionen gefährlich?", der den heikelsten Punkt in Assmanns These anspricht: Ausgerechnet die Juden, die den Monotheismus erfunden haben, sollen die Gewalt in die Religion gebracht… mehr lesen

Kommentare


Stichwörter: Jan Assmann, Monotheismus, mosaische Unterscheidung, Religionen, Rolf Schieder

Archiv: Presseschauen

Affenspiel des Teufels

21.05.2013. Wired sucht im Labor von Henry Markram nach einem Minimum von Gehirn. In le Monde fordert Liao Yiwu mehr Courage von westlichen Sinologen. Im Espresso fordert Marco Travaglio mehr Courage gegen Berlusconi. In der LRB betrachtet John Lanchester durch Google Glasses das große Schweigen. HVG erinnert an die Samisdat-Zeitschrift Neues Symposion. Rue 89 warnt vor dem reaktionären japanischen Premier Shinzo Abe. Der Dallas Observer umarmt einen kleinen Roboter. Vanity Fair erzählt die verzwickte Geschichte des Blockbusters "World War Z". Mehr lesen

In Grün und Orange, in Rot, Blau und Gelb

21.05.2013. Ja, ist es etwa das Empire latin, in dem wir zu posthistorischen Tieren werden, fragt die NZZ. Die Welt trifft Urs Widmer zum Werkstattgespräch. Die SZ feiert den Maler Hans Hofmann. Die FAZ wirft Georg Baselitz vor, den Wirtschaftseliten nahe zu stehen. Viele Zeitungen (und der Perlentaucher) berichten aus Cannes über Claude Lanzmanns Film "Le dernier des Injustes". Und wir zünden ein Licht an für Ray Manzarek. Mehr lesen

Tagesschaum

21.05.2013. Das Inferno ist die Menschheit selbst: Der Theologe Rainer Kampling erklärt Dan Brown - Adblock: Werbung hat sich vom Nutzer entfernt - Großer Gatsby: Erinnerungen an F. Scott Fitzgerald als Drehbuchautor in Hollywood - Die Erde in einem Schulbuch:175 Jahre Westermann Verlag - Riders On The Storm: Doors-Keyboarder Ray Manzarek ist tot - Haltestellen: Rainer Rabowskis famose Erkundungen. Mehr lesen

Karikaturen und Cartoons

17.05.2013. Wie lautet das Gebot? Mehr lesen

Archiv: Bücher

Das Wiedererlernen von sinnverhaftetem Tun

21.05.2013. Nach der Lektüre von Adam Johnsons Roman "Das geraubte Leben des Waisen Jun Do" ist Nordkorea für die NZZ erst recht eine Farce mit sieben Siegeln. Die FAZ begibt sich mit dem russischen Regisseur Alexander Sokurow auf "japanische Reise". Was Virginia Woolf wirklich fühlte, erfährt die SZ aus ihren im Band "Augenblicke des Daseins" gesammelten autobiografischen Skizzen. Außerdem empfiehlt sie Norbert Mappes-Niedieks ausgewogene Studie über "Arme Roma, böse Zigeuner". Mehr lesen

Poesie der Straße

13.05.2013. Giancarlo de Cataldo "König von Rom" lehrt, niemals Gefälligkeiten von einem Camorraboss anzunehmen. Mike Nicol besingt in seinem "Killer Country" das Grau Südafrikas, das noch trister sein soll als das Grau Berlins. Mehr lesen

Dienstleistungswürfel

08.05.2013. William T. Vollmann setzt das Schostakowitsch-Prinzip in Literatur um. Alain Mabanckou führt uns ins Trois-Cents-Viertel Brazzavilles. Jochen Schmidt führt uns im Sommer 89 ins Ferienlager Schneckenmühle. David Gilmour sucht Italien, Kathrin Passig experimentiert mit neuen Technologien. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai.
Mehr lesen

Frühjahrsbücher 2013

15.04.2013. In diesem Frühjahr dominieren autobiografisch grundierte Romane, Bücher über die Geburtstagskinder Jean Paul und Wagner, eine fette Derrida-Biografie und ein Band über Sexualität in der arabischen Welt. Reichlich Lektüre für die Sonnentage im Park, die jetzt hoffentlich anstehen. Mehr lesen

Archiv: Magazin

Club Med

21.05.2013. Marseille, Kulturhauptstadt 2013. Mit ihrem hohen Migrantenanteil ist die Mittelmeermetropole ein Vorreiter der Integration. Fünfzig Jahre später haben sich die Hoffnungen zerschlagen, die Segregation ist in vollem Gang. Die Vereinten Progressiven Territorien sichern ihre Sektorengrenzen mit aller Macht ... Eine Erzählung Mehr lesen

Monotheismus-Debatte im Perlentaucher

17.05.2013. Alle Artikel der von Jan Assmann angestoßenen Debatte zu Monotheismus und Gewalt im Perlentaucher, aktualisiert am 17. Mai. Mehr lesen

The Hebrew Bible is a problem set

02.05.2013. Some ways out of an unproductive circle in the debate about monotheism. By Marcia Pally
Mehr lesen

Was Arno Widmann nicht sagen durfte

04.04.2013. Die Berliner Zeitung hat eine kritische Passage über den Verleger Alfred neven DuMont nachträglich unterdrückt. Aber was hat Widmann eigentlich gesagt?
Mehr lesen