Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Im Ententeich: Redaktionsblog

Spiel mit dem Feuer

Von Ina Hartwig, 22.12.2011, 14:30

Bevor der Papst im Deutschen Bundestag sprach, saß neben ihm der katholische, geschiedene und wiederverheiratete Bundespräsident Christian Wulff erwartungsvoll auf seinem Stuhl. Dieser hatte sich zuvor öffentlich gewünscht, das Oberhaupt seiner Kirche möge auf die geschiedenen wiederverheirateten Katholiken zukommen, offenbar in der Annahme, der Zeitgeist und die allgemein gelockerten Sitten würden diesem Papst das Herz erweichen. Der Wunsch blieb unerfüllt. Zwar neigte sich Benedikt XVI. in seiner Rede ziemlich gewieft den Grünen zu mit seinem Appell, das Kreatürliche zu achten; Christian Wulff, dem höchsten Amtsträger im Staat, kam er nicht entgegen. Der Katholik aus Osnabrück wurde von der "Sünde", das Sakrament der Ehe gebrochen zu haben, nicht erlöst.

Allein den Wunsch geäußert zu haben, deutete auf Christian Wulffs Gewissensdruck hin. Da der Privatkredit für sein Haus, der ihn dieser Tage in Bedrängnis bringt, im Zusammenhang seiner neuen Liebe, seiner zweiten Ehe, gewährt wurde, ist es nicht abwegig, die versuchte Verheimlichung eben dieses Kredits vor dem niedersächsischen Landtag mit dem Gewissensdruck in Verbindung zu bringen, der ihm aus der Scheidung erwachsen ist. Man könnte geradezu eine Vermischung zweier Gewissenskonflikte vermuten, des "katholischen" und des "politischen" schlechten Gewissens. So gesehen, wohnte die katholische Schuld im Haus der illegitimen Ehe, dessen Finanzierung… mehr lesen

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Stichwörter: christian wulff

Netz hat keine Grenzen

Von Thierry Chervel, 20.12.2011, 15:12

Lieber Jürgen,

am Anfang Deines Textes stellst du fest, wie das Ebook Grenzen niederreißt, am Ende willst du neue Grenzen hochziehen! Du bist der Erfinder des Libroids. Du weißt, dass sich das "Buch" im Zeitalter seiner Digitalisierung verflüssigt. Die Grenzen zwischen Autor und Verlag, zwischen Buch und Buch, zwischen erster und zweiter Auflage, zwischen Buch und Bibliothek, zwischen Schrift und anderen Kommunikationsformen, zwischen Buch und Publikum, zwischen Publikum und Verlag verschwimmen.

Im Grunde kann man sich fragen, ob all diese Begriffe überhaupt noch zutreffen, oder ob sie nicht Hilfskonstruktionen sind, Übertragungen von Begrifflichkeiten aus der alten Printwelt in die neue, noch gar nicht formierte, ständig in Bewegung befindliche digitale Welt. Hilke-Gesa Bußmann hat recht mit ihrem Kommentar zu Deinem Artikel: Die Frage ist, ob ein Ebook überhaupt ein "Buch" ist. (Auch auf Google Plus gibt es einen interessanten Kommentarthread zu dem Artikel.)

Wie sehr die Dinge im Fluss sind, zeigt ja schon der Blick ein paar Jahre zurück. Im Jahr 2000 benutzten wir schon mehr oder weniger alle das Internet. Aber Google war in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Die Form des Blogs hatte sich noch nicht etabliert. Soziale Netzwerke existierten noch… mehr lesen

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Archiv: Presseschauen

Darling flüstert die Amsel

23.05.2013. Die Zeit klärt über die Legitimationskrise der öffentlich-rechtlichen Anstalten auf. Im Freitag erzählt Terry Eagleton, wie es sich anfühlt, wenn man als letzter eine Mao-Jacke trägt. In der taz konstatiert der ehemalige Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz: "Obama ist ein Versager für mich." Die NZZ lässt sich von Matthias Lilienthal durch Beirut führen. Die SZ findet die Kritik der FAZ an Georg Baselitz ziemlich daneben. Alle Zeitungen erinnern an Sarah Kirsch - auch an ihre Liebeslyrik. Mehr lesen

Ma liberté - Le métèque - Ma solitude

23.05.2013. Cannes: Unter den Kinosesseln brodelt glühende Lava - Für die Kerkermeister: Ai Weiwei ist jetzt auch Sänger - Transparente Gesellschaftspanoramen: Wolfram Schütte über Henry James' "Wie alles kam" - Slapstick und Tabu: Arnon Grünberg im Video-Interview - Nachrufe: Der Bassist Trevor Bolder, der Komponist Henri Dutilleux, der Chansonnier Georges Moustaki & der Theaterkritiker Henning Rischbieter sind tot. Mehr lesen

Karikaturen und Cartoons

23.05.2013. Mahlzeit! Mehr lesen

Affenspiel des Teufels

21.05.2013. In El Pais Semanal joggt Martín Caparrós mit dem Ex-General, Ex-Präsidenten, Ex-Retter des Vaterlands, Ex-Sträfling und Ex-Mörder Jorge Rafael Videla. Wired sucht im Labor von Henry Markram nach einem Minimum von Gehirn. In le Monde fordert Liao Yiwu mehr Courage von westlichen Sinologen. Im Espresso fordert Marco Travaglio mehr Courage gegen Berlusconi. In der LRB betrachtet John Lanchester durch Google Glasses das große Schweigen. HVG erinnert an die Samisdat-Zeitschrift Neues Symposion. Rue 89 warnt vor dem reaktionären japanischen Premier Shinzo Abe. Der Dallas Observer umarmt einen kleinen Roboter. Vanity Fair erzählt die verzwickte Geschichte des Blockbusters "World War Z". Mehr lesen

Archiv: Bücher

Der Untergang des Abendlands sieht anders aus

23.05.2013. Ganz köstlich amüsiert (wenn auch natürlich unter ihrem Niveau) hat sich die Zeit mit Dan Browns "Inferno". Hans-Peter Riegels große Beuys-Biografie lehnt sie hingegen als tendenziös ab. Die NZZ ist angetan von "Wortgesang", einem Band des syrischen Dichters Adonis mit Essays zur arabischen Poetik. Die FAZ betrachtet die gesammelten Werke des amerikanischen Fotografen Gordon Parks und besucht mit Lothar Graf zu Dohna "Die Dohnas und ihre Häuser". Mehr lesen

Poesie der Straße

13.05.2013. Giancarlo de Cataldo "König von Rom" lehrt, niemals Gefälligkeiten von einem Camorraboss anzunehmen. Mike Nicol besingt in seinem "Killer Country" das Grau Südafrikas, das noch trister sein soll als das Grau Berlins. Mehr lesen

Dienstleistungswürfel

08.05.2013. William T. Vollmann setzt das Schostakowitsch-Prinzip in Literatur um. Alain Mabanckou führt uns ins Trois-Cents-Viertel Brazzavilles. Jochen Schmidt führt uns im Sommer 89 ins Ferienlager Schneckenmühle. David Gilmour sucht Italien, Kathrin Passig experimentiert mit neuen Technologien. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai.
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Frühjahrsbücher 2013

15.04.2013. In diesem Frühjahr dominieren autobiografisch grundierte Romane, Bücher über die Geburtstagskinder Jean Paul und Wagner, eine fette Derrida-Biografie und ein Band über Sexualität in der arabischen Welt. Reichlich Lektüre für die Sonnentage im Park, die jetzt hoffentlich anstehen. Mehr lesen

Archiv: Magazin

Club Med

21.05.2013. Marseille, Kulturhauptstadt 2013. Mit ihrem hohen Migrantenanteil ist die Mittelmeermetropole ein Vorreiter der Integration. Fünfzig Jahre später haben sich die Hoffnungen zerschlagen, die Segregation ist in vollem Gang. Die Vereinten Progressiven Territorien sichern ihre Sektorengrenzen mit aller Macht ... Eine Erzählung Mehr lesen

Monotheismus-Debatte im Perlentaucher

17.05.2013. Alle Artikel der von Jan Assmann angestoßenen Debatte zu Monotheismus und Gewalt im Perlentaucher, aktualisiert am 17. Mai. Mehr lesen

The Hebrew Bible is a problem set

02.05.2013. Some ways out of an unproductive circle in the debate about monotheism. By Marcia Pally
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Was Arno Widmann nicht sagen durfte

04.04.2013. Die Berliner Zeitung hat eine kritische Passage über den Verleger Alfred neven DuMont nachträglich unterdrückt. Aber was hat Widmann eigentlich gesagt?
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