Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 12.25 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Im Ententeich: Redaktionsblog

Wenn die Sexualmoral Teil des Problems ist

Von Daniel Fallenstein, 27.05.2010, 11:05

Im Sommer 2003 machte ich mein Abitur - am Canisius-Kolleg, genau dem Canisius-Kolleg, dessen Rektor Pater Klaus Mertes die nicht abreißende Kette von Enthüllungen begonnen hat, die Missbrauchsfall nach Missbrauchsfall in die Öffentlichkeit bringen. Es ist durchaus möglich, dass ich Opfer oder Täter persönlich kannte, ohne etwas zu ahnen. Ausgerechnet zu den Padres, die uns philosophisches Argumentieren beibrachten, um uns dann mit den Worten "Hier ist ein Gottesbeweis. Jetzt versucht mal, den zu widerlegen" herauszufordern, gehörten (gehören?) Männer, die zum Widerwärtigsten fähig sind. Das zu verstehen fällt schwer. Noch schwerer fällt es, die Ursachen zu ergründen.

Heiner Geißler sieht das Problem in der Struktur der katholischen Kirche selbst, Walter Mixa schiebt es auf die sexuelle Freizügigkeit. Wenn man den sexuellen Missbrauch durch Lehrer erklären will, wechseln sich die Schuldzuweisungen ab. Beide Pole der Debatte mögen ihren wahren Kern haben, aber letztendlich verfehlen sie das Grundproblem.

Es gibt ein deutliches Muster in den bekannt gewordenen Missbrauchsfällen an Schulen in Deutschland. Gemeinsam haben die Odenwaldschule und das Canisius-Kolleg auf den ersten Blick nur, dass sie "Vorzeigeschulen" sind, pädagogische Flaggschiffe zweier Kulturen. Inhaltlich mögen sich die Vorstellungen der katholischen Kirche und der 68er radikal unterscheiden, aber die Sexualmoral dieser Kulturen weist ... mehr lesen

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Unbezahlbar zahlbar

Von Thierry Chervel, 19.05.2010, 11:05

Denkwürdig war der Frankfurter Kongress über "The Future Face of Media" (bei dem ich auch auf einem Podium gastieren durfte) natürlich vor allem wegen der großen Diskussion hochmögender internationaler Zeitungschefs. Die saßen da alle und freuten sich wie die  Schneekönige über die Rückeroberung der Öffentlichkeit durch ihre angestammten Inhaber. Zwei Sätze bleiben aus diesem historischen Treffen in Erinnerung: "Engagement is King", sagte Rona Fairhead von der Financial Times. Und: "Das Pendel schlägt zurück", sekundierte Andrew Langhoff vom Wall Street Journal of Europe. Ich weiß nicht wie, aber irgendwie war es der Maleki Group, die die Veranstaltung betreute, gelungen, Arthur Sulzberger nach Frankfurt zu holen, also den gerade regierenden Nachfahren der New-York-Times-Dynastie ? darum waren wohl auch von anderen Zeitungen so wichtige Repräsentanten entsandt worden. Von Liberation saß da noch Chefredakteur Laurent Joffrin, und vom Springer Verlag kam President Public Affairs und Chef-Lobbyist Christoph Keese.

Eine faszinierende Runde: Fairhead schien direkt einem Roman von Tom Wolfe entstiegen, eine Eisprinzessin, viel Bein zeigend, mit Glitzer-Make up und ein paar Stücken sehr teurem Schmuck, kalt bis in die Haarspitzen. Auch Langhoff hielt eine beeindruckend distinguierte Miene in den Saal und hatte mit Abstand das bedeutendste Profil unter allen Versammelten. Sulzberger ... mehr lesen

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Archiv: Presseschauen

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Ewig lockt das Buch

10.02.2012. Josef Joffe meint: "Die Print-Zeitung wird vergehen, das Buch bleibt bestehen" - Leonard Novy fordert eine neue Medienpolitik für neue Medien - Wolfgang Michal fragt: Ist ACTA Ansgar Hevelings Kriegserklärung? - Blutgrätsche gegen Medienpläne: Bundesliga-Pläne der Telekom in Gefahr - Schöner debattieren? Vocer und Diskurs@Deutschlandradio. Mehr lesen

Morbid-intimes Sentiment

07.02.2012. Der Economist und Himal schildern die unerfreuliche Lage Homsexueller in islamischen Ländern. Wired porträtiert die Pariser Untergrundbewegung Urban eXperiment. Dem Guardian läuft in Wien ein Proustscher Schauer über den Rücken. Caffe Europa betrachtet die verführerische Unordnung in Japan. In Russland können Linke, Rechte und sogar Liberale Nationalisten sein, notiert Nicu Popescu in Open Democracy. Sony untergräbt die langsame Liberalisierung der indischen Zensur, fürchtet Outlook India. Die NYRB fühlt mit kleinen mutlosen Italienern. Mehr lesen

Karikaturen und Cartoons

27.01.2012. Vorbild Belgien. Mehr lesen

Archiv: Bücher

Uangenehm plausibel

11.02.2012. FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012. In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012. Zum Glück erinnern sich die meisten Tiere nicht an das, was wir Menschen ihnen antun. Leseprobe Mehr lesen

Erde im Blut

17.01.2012. In Parker Bilals "Die dunklen Straßen von Kairo" kämpft Privatdetektiv Makana für Aufklärung und bringt damit Magnaten und Sittenwächter gegen sich auf. In "Der achte Zwerg" lässt Ross Thomas einen Nazijäger durch das Deutschland im Jahre Null jagen. Mehr lesen

Archiv: Magazin

Selbst ist der Autor

09.02.2012. Die entscheidenden Akteure im Buchmarkt sind die Leser und die Autoren. Sie können nun direkt zueinander finden. Eine Antwort auf Jürgen Neffe von Cora Stephan Mehr lesen

Selbst ist der Autor

08.02.2012. Die entscheidenden Akteure im Buchmarkt sind die Leser und die Autoren. Sie können nun direkt zueinander finden. Weitere Regulierungen braucht es nicht. Eine Antwort auf Jürgen Neffe Mehr lesen

Der Abschied vom Universum Buch

30.01.2012. Jürgen Neffe will einen anti-globalen Schutzwall um einen Markt ziehen, der sich bereits in völliger Auflösung befindet. Das wird nicht funktionieren. Trotzdem braucht der Wandel gute Rahmenbedingungen. Mehr lesen

FAZ und SZ gegen Perlentaucher: Das Urteil

01.11.2011. Nach fünf Jahren ist es jetzt amtlich: Der Perlentaucher darf 13 Abstracts zu FAZ- und SZ-Buchkritiken nicht mehr vertreiben, entschied heute das OLG Frankfurt. Mit ihren weitergehenden Anträgen sind die Zeitungen gescheitert. Mehr lesen