Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 12.25 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Im Ententeich: Redaktionsblog

taz-Chefin brüskiert die Jüdische Gemeinde

Von Anja Seeliger, 28.04.2010, 16:04

Gestern hat die Jüdische Gemeinde zu Berlin zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen. Anlass war ein taz-Artikel von Iris Hefets von der "Jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden", die sich geärgert hatte, dass die Historiker Norman Finkelstein ("Die Holocaustindustrie", 2001) und Ilan Pappe ("Die ethnische Säuberung Palästinas", 2007) nach Protesten von Veranstaltungen in Deutschland wieder ausgeladen worden waren. In diesem Zusammenhang behauptete Hefets eine Sakralisierung des Holocaust, die dazu benutzt werde, jede Kritik an Israel zu unterbinden: "Bei diesem Schoah-Kult handelt es sich, so muss man wohl sagen, um eine Art Religion mit festen Ritualen. Dazu gehört ? ungeachtet aller heutigen Realitäten ? die feste Überzeugung, die Deutschen seien die ewigen Täter und die Israelis die ewigen Opfer, weshalb die Gesetze und Regeln demokratischer Staaten für Letztere nicht zu gelten hätten: ein Sonderfall halt."

Im Gemeindehaus nun sollten taz-Chefredakteurin Ines Pohl, Welt-Herausgeber Thomas Schmid und Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff mit dem Moderator, Perlentaucher Thierry Chervel, darüber diskutieren, wo in ihren Zeitungen die rote Linie zwischen Antisemitismus und Israelkritik liegt. Norman Finkelstein, dessen Ausladung Hefets so empört hat, hat immer wieder behauptet, Israel begehe einen Holocaust an den Palästinensern.
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Found Footage: Im Angesicht des Verbrechens.

Von Thomas Groh, 28.04.2010, 12:34

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Diesmal keine eingebetteten Videos aus den einschlägigen Portalen, sondern ein Hinweis auf die arte-Mediathek für alle, die gestern Abend den Fernsehapparat nicht eingeschaltet haben: Dort kann man nun die ersten beiden Episoden von Dominik Grafs wirklich hervorragender Krimi-Serie "Im Angesicht des Verbrechens" für einige Tage auch online ansehen:

Folge 1 ist hier, Folge 2 dort.

Die zehnteilige Serie über das russische Mafiamilieu in Berlin wird am Samstagabend mit einer weiteren Doppelfolge fortgesetzt.

Selten wurde in den Medien so ausgiebig über den Start einer deutschen Serie berichtet: Es berichteten u.a. die taz, die Frankfurter Rundschau (heute noch eine nachgeschobene, etwas vergrätzte Kritik), die Jungle World ("Dominik Graf macht alles richtig"), eher verhalten der Freitag, etwas verspult die Welt (einer deutschen Serie den Vorwurf zu machen, sie sei überambitioniert, muss man auch erstmal hinkriegen ohne rot zu werden), die FAZ ("spannend und bewegend"), der Spiegel ("The Godfather made in Berlin"), die Süddeutsche, die Telepolis ("atemberaubendes Kriminalepos"), das Neue Deutschland ("grandiose Fernsehreihe"), ... mehr lesen

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South Park: MTV ist nicht bedroht, zensiert aber trotzdem

Von Thierry Chervel, 26.04.2010, 14:04

MTVnetworks Deutschland hat die 200. und 201. Episode von South Park auf eigene Initiative von allen Plattformen entfernt und wird sie auch nicht im Fernsehen ausstrahlen, bestätigt MTV auf Anfrage des Perlentauchers. Man bestätigt auch, dass die deutsche Abteilung des Unternehmens Viacom, zu der MTV Deutschland und die Entertainment-Marke Comedy Central gehören, nicht auf Vorgabe der amerikanischen Unternehmenszentrale gehandelt hat. Dort wisse man im einzelnen auch nicht, wie der deutsche Ableger des Konzerns in solchen Fragen agiere.

In der 200. und 201. Episode von South Park kooperieren die Bewohner von South Park mit Mohammed, um Tom Cruise und andere Prominente mit seinem "Goo" zu versorgen. Jeder Mensch, so wird in der Serie erläutert, hat Goo, und er lässt sich von einem Menschen auf den anderen leicht übertragen. Der Goo von Mohammed bewirkt, dass man sich über einen Menschen nicht mehr lustig machen kann. Mohammed erklärt in der Folge seine Kooperationsbereitschaft. Er tritt von vornherein im Bärenkostüm auf, um das Bilderverbot zu respektieren. Am Ende stellt sich allerdings heraus, dass gar nicht Mohammed, sondern der Weihnachtsmann im Bärenkostüm steckt. In den USA wurden Hinweise auf den Propheten Mohammed durch Bleep-Töne überblendet. Die Erfinder von South Park haben sich in ... mehr lesen

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Mohammed im Bärenkostüm - wer bringt das Bild?

Von Thierry Chervel, 23.04.2010, 11:04

Neu aktualisiert am 24. April 2010, 10 Uhr.

Dass Mohammed im Bärenkostüm sich am Ende als Weihnachtsmann entpuppt, ist keine Zensurmaßnahme von Comedy Central, sondern ein Gag der Autoren selbst - wir hatten das gestern missverstanden und korrigieren es hiermit. Die Zensur besteht vor allem in Pieptönen und Netzsperren. Die 200. Folge ist jetzt auch für deutsche Nutzer nicht mehr zu sehen. Mehr dazu in der Feuilletonschau.

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Artikel vom 23. April:

Es ist wie bei den Mohammed-Karikaturen, nur noch lächerlicher. Sehr viele Medien, so scheint es nach einer ersten Recherche, trauen sich nicht, Mohammed im Bärenkostüm aus der zensierten South Park-Folge zu zeigen.

Bild zum Artikel

Der Hintergrund. In der 200. Folge von South Park kooperieren die Bewohner von Southpark mit Mohammed, um Tom Cruise und andere Prominente mit seinem "Goo" zu versorgen. Jeder Mensch, so wird in der Serie erläutert, hat Goo, und er lässt sich von einem Menschen auf den anderen leicht übertragen. Der Goo von Mohammed bewirkt, dass man sich über einen Menschen nicht mehr lustig machen kann. Mohammed erklärt in der Folge seine Kooperationsbereitschaft. Er tritt ... mehr lesen

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Der Perlentaucher fürchtet den Schlamm nicht

Von Thierry Chervel, 21.04.2010, 10:04

Unter Perlentauchern

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Als wir den Perlentaucher gründeten, zehn Jahre ist es her, wussten wir noch nicht, dass es schon den Parelduiker gab. Der Parelduiker ist eine niederländische Literaturzeitschrift mit wunderschön altmodischen Covern, meist farbig hinterlegten Schwarzweißporträts von Schriftstellern. Sie bringen Themenhefte heraus, etwa über Roger Martin du Gard oder Stefan Zweig, hier der Inhalt der letzten Hefte. Leider stellt die Zeitschrift keine Artikel online. Gerade erreichte uns per Post ein Gruß des Parelduiker-Redakteurs Hein Aalders: "Sehr geehrter Herr, kennen Sie unsere Zeitschrift? Wir haben sie so genannt nach Multatulis Idee 'Der Perlentaucher fürchtet den Schlamm nicht.'" De parelduiker vreest de modder niet: Diese Devise des niederländischen Klassikers machen wir uns zu eigen! Und besorgen uns als nächstes Multatulis Roman "Die Abenteuer des kleinen Walther", der in den deutschen Feuilletons vor elf Jahre begeistert gefeiert wurde.

Thierry Chervel

twitter.com/chervel

 

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Archiv: Presseschauen

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Ewig lockt das Buch

10.02.2012. Josef Joffe meint: "Die Print-Zeitung wird vergehen, das Buch bleibt bestehen" - Leonard Novy fordert eine neue Medienpolitik für neue Medien - Wolfgang Michal fragt: Ist ACTA Ansgar Hevelings Kriegserklärung? - Blutgrätsche gegen Medienpläne: Bundesliga-Pläne der Telekom in Gefahr - Schöner debattieren? Vocer und Diskurs@Deutschlandradio. Mehr lesen

Morbid-intimes Sentiment

07.02.2012. Der Economist und Himal schildern die unerfreuliche Lage Homsexueller in islamischen Ländern. Wired porträtiert die Pariser Untergrundbewegung Urban eXperiment. Dem Guardian läuft in Wien ein Proustscher Schauer über den Rücken. Caffe Europa betrachtet die verführerische Unordnung in Japan. In Russland können Linke, Rechte und sogar Liberale Nationalisten sein, notiert Nicu Popescu in Open Democracy. Sony untergräbt die langsame Liberalisierung der indischen Zensur, fürchtet Outlook India. Die NYRB fühlt mit kleinen mutlosen Italienern. Mehr lesen

Karikaturen und Cartoons

27.01.2012. Vorbild Belgien. Mehr lesen

Archiv: Bücher

Uangenehm plausibel

11.02.2012. FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012. In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012. Zum Glück erinnern sich die meisten Tiere nicht an das, was wir Menschen ihnen antun. Leseprobe Mehr lesen

Erde im Blut

17.01.2012. In Parker Bilals "Die dunklen Straßen von Kairo" kämpft Privatdetektiv Makana für Aufklärung und bringt damit Magnaten und Sittenwächter gegen sich auf. In "Der achte Zwerg" lässt Ross Thomas einen Nazijäger durch das Deutschland im Jahre Null jagen. Mehr lesen

Archiv: Magazin

Selbst ist der Autor

09.02.2012. Die entscheidenden Akteure im Buchmarkt sind die Leser und die Autoren. Sie können nun direkt zueinander finden. Eine Antwort auf Jürgen Neffe von Cora Stephan Mehr lesen

Selbst ist der Autor

08.02.2012. Die entscheidenden Akteure im Buchmarkt sind die Leser und die Autoren. Sie können nun direkt zueinander finden. Weitere Regulierungen braucht es nicht. Eine Antwort auf Jürgen Neffe Mehr lesen

Der Abschied vom Universum Buch

30.01.2012. Jürgen Neffe will einen anti-globalen Schutzwall um einen Markt ziehen, der sich bereits in völliger Auflösung befindet. Das wird nicht funktionieren. Trotzdem braucht der Wandel gute Rahmenbedingungen. Mehr lesen

FAZ und SZ gegen Perlentaucher: Das Urteil

01.11.2011. Nach fünf Jahren ist es jetzt amtlich: Der Perlentaucher darf 13 Abstracts zu FAZ- und SZ-Buchkritiken nicht mehr vertreiben, entschied heute das OLG Frankfurt. Mit ihren weitergehenden Anträgen sind die Zeitungen gescheitert. Mehr lesen