Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Perlentaucher-Autoren
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Im Ententeich: Redaktionsblog
Zeitungskrise und kein Ende
Von Anja Seeliger, 27.02.2009, 14:10
Droht den Zeitungen eine Knebelung durch Amazon wie die Musikindustrie sie durch Apple hinnehmen musste? Ausgelöst durch die Horrormeldungen über bankrotte Zeitungen kochte in den USA in den letzten zwei Monaten die Debatte um die Zukunft des Journalismus hoch. Den Anfang machte Joel Brinkley von der Stanford University, der vorschlug, die Zeitungskonzerne sollten sich zusammenschließen und alle für ihre Inhalte Geld verlangen. Hier die wesentlichen Argumente und Vorschläge in der Debatte (eine detailliertere Zusammenfassung mit Links zu allen Artikeln findet man bei Printed Matters):
1. Walter Isaacson plädierte im Time Magazine für Micropayment.
Dagegen spricht:
- Ich zahle nicht im voraus für einen Artikel, denn ich weiß erst nach dem Lesen, ob er mir etwas wert ist
- Ich richte nicht dutzende verschiedene Micropayment-Accounts ein, für all die Quellen, die ich benutze
- Micro ist nur die Kaufsumme für einen Artikel. Ich habe keine Lust, jedesmal im Kopf zusammenzurechnen, wie macro die Gesamtsumme meiner Micropayments in diesem Monat schon ist
- Einen bezahlten Artikel kann ich nicht weitermailen an Freunde, die sich auch für das Thema interessieren.
- Einen kostenpflichtigen Artikel kann ich gar nicht bezahlen, weil ich nie von seiner Existenz erfahren werde, denn Google indexiert ihn nicht.
2. Steve Outing plädierte in Editor and Publisher für Kachingle: Der Leser entscheidet, ob er für einen Artikel zahlen will oder nicht
Dagegen spricht:
- Erfahrung. Die taz erzählt ihm bestimmt gern, wie gut das funktioniert.
- Ein Spendenmodell finanziert keine kontinuierliche Berichterstattung aus Gaza oder dem Irak.
3. David Carr plädierte in der NYT für ein iTunes Modell, gekoppelt an Lesegeräte wie dieses hier von Apple oder Amazons Kindle
Dagegen spricht:
- Alle Gründe, die gegen das Micropayment sprechen.
- Anders als bei Musik, die ich immer wieder höre, will ich einen Artikel nur sehr selten zweimal lesen.
- iTunes ist ein gefährliches Vorbild, denn es zeigt, wie Apple den Musikverkauf quasi monopolisieren und die Preise diktieren konnte. Will man das wirklich auch für den Journalismus oder Bücher?
Dass Amazon mit seinem Kindle auf dem besten Weg ist, sich zu einem Monopolisten für elektronische Inhalte zu entwickeln, der Verlage und Leser gleichermaßen beherrscht, beschreibt Farhad Manjoo in Slate: Lesestoff für den Kindle kann man nur bei Amazon kaufen. Zwar ist es möglich, mit dem Kindle im Netz zu surfen oder persönliche Word-Dokumente hochzuladen, aber das, so Manjoo, ist so langsam und unzuverlässig, dass die Funktionen praktisch nutzlos sind. "Um Blogs, Magazine, Zeitungen und Bücher lesen zu können, muss man wirklich erst durch den Amazon Store. Man kann sehen, wohin das führt: Kindlebesitzer kaufen eine Menge, und je mehr sie kaufen, desto sicherer ist es, dass sie auch in Zukunft bei ihrem Kindle bleiben werden, selbst wenn es einen besseren und offeneren E-Buch-Anbieter gibt. Damit wird Amazon für Buchhändler zum bevorzugten Markt. Wie könnten sie widerstehen, ihren gesamten Katalog einem Händler zur Verfügung zu stellen, der so viele begierige und gefangene Käufer anzieht? ... Alles zusammengenommen weisen diese Trends in eine Richtung: Amazon wird den Markt für E-Bücher beherrschen. Und als Meister des E-Buch-Universums wird Amazon die Preise, das Marketing, überhaupt alles festlegen können, dass mit dem neuen Medium verbunden ist."
Microsoft, Google, iTunes, der Kindle: Es ist doch seltsam, dass ausgerechnet Computer und Internet einerseits die Kommunikation unkomplizierter und freier gemacht haben als jemals zuvor und gleichzeitig in kürzester Zeit mehr Monopole hervorgebracht haben als jede andere Industrie.
Kommentare
Archiv
- Mai 2012
- April 2012
- März 2012
- Februar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
Archiv: Presseschauen
Vom Verenden des Verstehens
26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen
Einen Jux will er sich machen
25.05.2012. Cent um Cent: Zuckerberg, Zauberer, Zocker - Studie: Wie sich Buchkritiken auf den Verkauf auswirken - Apps im Kreuzfeuer der Kritik: Stiftung Warentest und Zapp warnen - Nachrichten-Websites: Rote Zahlen überall nur Zeit und FAZ trotzen dem Negativ-Trend - Groteske Pointe: Murdoch und News of the World + Wenn sich die Sprache Gedanken macht: Vor 150 Jahren starb Johann Nestroy und wenn der Kretschmann den Richling macht. Mehr lesen
Liebe, Revolution und Verrat
22.05.2012. Die Tscherkessen möchten 2014 keine Olympischen Winterspiele in Sotschi: Man könnte auf den Knochen ihrer ermordeten Vorfahren Ski fahren, berichtet Newsweek. Die Italiener müssen verstehen, dass Demokratie auch ohne Spektakel eine interessante Sache ist, meint Roberto Saviano im Espresso. Museen, fürchtet die türkische Regierung, ruft der Economist. Die LRB reist nach Syrien. Der New Yorker porträtiert Fidel Castros "Nacht-und-Nebel-Mann" William Alexander Morgan. Das Smithsonian Magazine steht staunend vor dem größten Salzsee der Welt. Mehr lesen
Karikaturen und Cartoons
22.05.2012. Heute: Wer wird Milionär?
Mehr lesen
Archiv: Bücher
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012. FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Das ist also Reichtum
14.05.2012. Oliver Harris holt mit "London Killing" den englischen Krimi zurück in die Metropole und lässt seinen Detective Belsey sehr riskant, aber vornehm gegen die City zocken. Giancarlo de Cataldo und Mimmo Rafele decken in "Zeit der Wut" den Plan zur Abschaffung Italiens auf. Mehr lesen
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012. Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Nerv für klare Worte
07.05.2012. Matthias Nawrat erzählt von einem schwer verliebten Gemüsefahrer. Helene Bessette erzählt von einem besessenen Pfarrer. Ketil Bjoernstadt erzählt von der Sandwich-Generation, Nedim Gürsel von Allahs Töchtern. Außerdem reisen wir mit Stephen Greenblatt in die Renaissance und mit David van Reybrouck in den Kongo. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai. Mehr lesen
Archiv: Magazin
Texte teilen
21.05.2012. Den Begriff "Geistiges Eigentum" halte ich für tendenziös und wenig fruchtbar. Meine Fragen sind andere, mich interessieren weniger meine Befürchtungen als die Hoffnungen und Freuden, die sich mit dem Netz für mich verknüpfen. Über das Schreiben im digitalen Zeitalter. Mehr lesen
Auf den Kopf gestellter Zauberlehrling
17.04.2012. Wie konnte es geschehen, dass eine so abstrakte wie randständige Materie wie das Urheberrecht solch massive politische Wirkung entfaltet, mit Hebeln, die von den Rändern bis ins ideologische Zentrum der Gesellschaft einhaken? Ein Plädoyer für pragmatische Lösungen Mehr lesen
Medienticker und Teletaucher
31.03.2012. Medienticker und Teletaucher fallen wegen Krankheit mindestens noch bis zum 23. April aus. Mehr lesen
Mundtot gemacht
21.03.2012. Mit der Pressefreiheit ist es in der Türkei nicht gut bestellt. Journalisten werden verhaftet und auf der Grundlage schwammiger Gesetze angeklagt. Es wird immer schwieriger, kritisch über die Regierung Erdogan zu berichten. Mehr lesen








