Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 18.03.2010, 20.18 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Hugo Bettauer

Hugo Bettauer wurde 1872 als Sohn eines Börsenmaklers in Baden bei Wien geboren. 1899 übersiedelte er nach New York und wurde amerikanischer Staatsbürger. Er ging als Journalist nach Berlin und schrieb dort über die Berliner Polizei und die Bestechlichkeit preußischer Beamter. Nachdem er die Korruption des Direktors der Berliner Hoftheater aufgedeckt hatte, der darauf Selbstmord beging, musste Bettauer Preußen verlassen. Er ging nach Hamburg, dann wieder nach New York, wo er als Reporter der "Deutschen Zeitung" und als Schriftsteller arbeitete. Bettauer schrieb Fortsetzungsromane für die Einwanderer. 1910 kehrte er nach Wien zurück und verfasste bis 1924 eine Reihe von Kriminalromanen. Ab 1924 war er Mitherausgeber von "Sie und Er. Wochenschrift für Lebenskunst und Erotik", bis die Zeitschrift als sittengefährdend beschlagnahmt wurde. In dem anschließenden Prozess wurde Bettauer zwar freigesprochen, aber von Antisemiten verfolgt und in seiner Wiener Redaktion 1925 von einem fanatischen Nationalsozialisten ermordet.

Bücher von Hugo Bettauer

Bettauer, Hugo: Der Frauenmörder. Roman. Gelesen und mit Musik von Ulrich Tukur. 3 CDs

Cover: Der Frauenmörder

Roof Music, Bochum 2002, ISBN 3933686881, CD, 25,90 EUR

170 Minuten Laufzeit. In diesem Roman der 20er Jahre stürmen Hauswartsfrauen in höchster Erregung die Polizeireviere, denn es verschwinden heiratstolle Mädels zuhauf. Ein blonder Herr mit Kneifer hat sie alle abgeholt - ein Serienmörder!? Die Berliner Bevökerung steht im Gerichtssaal Kopf - ein verkannter Poet soll der Mörder ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

Bücher von Lesern empfohlen

Buch: Meine Straße war die WeltJuan Jose Millas: Meine Straße war die Welt
Aus dem Spanischen von Peter Schwaar. In "Als die Welt Kind war" erzählt Juan Jose Millas von dem ...

Buch: Kleines morgendliches VerbrechenGeorgi Gospodinov: Kleines morgendliches Verbrechen
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Archiv: Bücherschauen

Dichtung und Tischtennis

18.03.2010: Als tieftraurig und hochkomisch zugleich preist die SZ Jan Faktors Roman mit dem Monster-Titel "Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag". Die FR lobt den Roman ebenfalls, aber mit Vorbehalten gegen seine Lustigkeit. Hingerissen ist sie auch von Nicholson Bakers Lyriker-Roman "Der Anthologist". Die FAZ schwärmt von Hans-Ulrich Treichels Berliner Heimatlosigkeitsroman "Grunewaldsee". Für die heute erschienene Literaturbeilage der Zeit werden wir noch ein paar Tage brauchen.
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Archiv: Bücherbrief

Engel der Nutzlosigkeit

05.03.2010: Reiche Ausbeute in diesem Monat: Wir fanden surrealistische Geschichten von Jiri Kratochvil und Leonora Carrington, Liebe überkreuz bei Ulrike Draesner, clevere Hacker bei Cory Doctorow, chinesische Gegenwartslyrik und einige Bücher, die den Rezensenten den Glauben an die Germanistik wiedergaben: Thomas Strässles Literaturgeschichte des Salzes und die Biografie der Brüder Grimm von Steffen Martus. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Emotional labiler Federfetisch

19.01.2010: Wäre Inspektor Jensen nicht von einem Feticheur mit einem Fluch belegt worden, dann wäre er nicht nach Island gefahren, nicht von einer Fremden im Bett gebissen worden und würde nicht von einem Psychopathen verfolgt. Dies alles und noch etwas Quantenphysik findet man in Linus Reichlins "Assistent der Sterne". Jochen Schmidt präsentiert mit "Gangster, Opfer, Detektive" eine 1.100 Seiten starke Typengeschichte des Kriminalromans. Mehr lesen

Kein Schlaf, nur Albträume

02.12.2009: In seinem Roman "Tokio im Jahr Null" lässt David Peace neben allen anderen Untätern auch noch einen Serienmörder umgehen. Das ergibt einen einzigen Albtraum. Die Frage ist allerdings: wessen? Mehr lesen

Papa war doch einfach der Beste

09.10.2009: In Neapel brennt der Müll, im Nordosten Italiens wird das schmutzige Geld in respektable Geschäftsgewinne verwandelt. Massimo Carlotto beschreibt in seinem Krimi "Wo die Zitronen blühen" die Anmaßungen einer Patrizierschicht, die ganze Städte ihrem Privilegiensystem unterworfen hat. Mehr lesen