Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 13.02 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Helene Hanff

Helene Hanff wurde im Jahre 1917 in Philadelphia geboren. Ihr Vater, der als Musical-Komponist gescheitert war, verkaufte Oberhemden. Schnell war es ihr einziges ehrgeiziges Ziel, Bühnenschriftstellerin zu werden und "mindestens ein Stück im Monat zu schreiben." 1935 begann sie mit dem Englischstudium an der Universität Philadelphia, aber bereits nach einem Jahr konnten ihre Eltern sie nicht mehr finanzieren, und sie musste sich nach Arbeit umsehen. Sie arbeitete als Schreibkraft, bis sie 1936 ein Studien-Stipendium der Theatre Guild in New York gewann.
1948 fand Helene Hanff Arbeit als Lektorin für die Paramount-Picture-Filmstudios. 6 Dollar bekam sie für jede Zusammenfassung einer Novelle oder eines Drehbuchs. 1952 hatte sie ihre erste Anstellung als bezahlte Drehbuchschreiberin für die Fernsehserie "The Adventures of Ellery Queen". Sie wurde, was sie selbst als "Ellery Queens Spezialerfinderin künstlerischer Morde" bezeichnete.
Bis 1960 schrieb Helene Hanff Drehbücher für verschiedene Fernsehproduktionen sowie für das Matinee Theatre. Dann begann sie, sich auf das Schreiben für Zeitungen und Magazine als aussichtsreichere Einkommensquelle zu konzentrieren. So arbeitete sie u. a. für Harper's Bazaar und den New Yorker.
Der literarische Durchbruch gelang Helene Hanff mit "84, Charing Cross Road" (1970). Das autobiografische Buch besteht im wesentlichen aus einem Briefwechsel zwischen Helene Hanff in New York und Frank Doel, einem sanften kleinen Mann, Besitzer eines Buchladens in der Charing Cross Road in Londons Soho. Sie schickt ihm Listen der von ihr benötigten Bücher, er beschreibt seine Schwierigkeiten, die Bücher aufzutreiben - der Leser bekommt einerseits einen Eindruck von dem durch Rationierung und Knappheit gekennzeichneten London der Nachkriegszeit, andererseits von New York und Hanffs verzweifeltem Kampf, in ihrem Leben und ihrem Appartement eine gewisse Ordnung aufrecht zu erhalten. Das Buch wurde zu einem Theaterstück und sogar zu einem Film umgearbeitet, in dem Anne Bancroft und Anthony Hopkins die Hauptrollen spielten. Helene Hanff starb 1997 in New York.

Bücher von Helene Hanff

Hanff, Helene: Briefe aus New York.

Cover: Briefe aus New York

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2004, ISBN 3455026532, Gebunden, 221 Seiten, 14,90 EUR

Aus dem Amerikanischen von Susanne Höbel. Mit einem Nachwort von Rainer Moritz. Helene Hanff lebt schon seit vier Jahrzehnten in New York, als sie sich überreden lässt, für eine Radiosendung der BBC regelmäßig Geschichten aus ihrer Stadt zu liefern. Und in diesen Beiträgen wird einmal mehr offenbar, welche wertvolle ... mehr lesen
bestellen bei buecher.de

Hanff, Helene: 84, Charing Cross Road. Eine Freundschaft in Briefen

Cover: 84, Charing Cross Road

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3455026508, Gebunden, 159 Seiten, 12,90 EUR

Aus dem Amerikanischen von Rainer Moritz. Durch Zufall stößt die amerikanische Bühnenschriftstellerin Helene Hanff Ende der 40er Jahre auf die Adresse eines kleinen Antiquariats in London. Eine neue Quelle für schwer aufzutreibende Bücher? Die Autorin greift zur Feder, ohne zu ahnen, dass diese ersten Zeilen den Beginn einer ... mehr lesen
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Hanff, Helene: Die Herzogin der Bloomsbury Street. Roman

Cover: Die Herzogin der Bloomsbury Street

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3455026516, Gebunden, 208 Seiten, 13,90 EUR

Übersetzt aus dem Amerikanischen von Susanne Höbel. Tatsächlich - als der Verleger Andre Deutsch 1971 Hanffs Briefwechsel mit dem Londoner Buchhändler Frank Doel in England herausgibt, kann sich die Autorin endlich zu dem Besuch durchringen,den sie in ihren Briefen oftmals angekündigt und ebenso oft wieder abgesagt hatte. Auch ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Bücherbrief

Dies pralle Leben

02.01.2012: Albrecht Selge flaniert durch Berlin. Christina Maria Landerl streift durch Wien. Josh Weil liebt seinen Deutz-Traktor. Mary Bauermeister experimentiert mit Karlheinz Stockhausen. Doug Saunders erkundet die Geburtsstätte der neuen Mittelschicht. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Januar. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Oh Herr, lass' Bryson regnen!

28.03.2007: "Lassen wir uns nicht einreden, Ibsen wäre altmodisch", wir entkommen ihm eh nicht. Arno Widmann liest Ibsens Dramen, eine Amerikafibel für erwachsene Deutsche von Margret Boveri, Per Olov Enquists Roman über die Pfingstbewegung, "Lewis Reise", Briefe von Peter Hacks, die Benediktusregeln, Foltergemälde von Fernando Botero und "Eine kurze Geschichte von fast allem" - Manna-Ersatz von Bill Bryson. Mehr lesen

Untergänge und Aufstiege

23.01.2007: Eine Debatte über schwarze Löcher und weiße Zwerge, ein Politkrimi von Ulrike Sommer, der Hinduismus des Mahatma Gandhi, Elena Ferrantes radikaler Roman über die kalte Gewalt einer verlassenen Frau, Michael Kittners Geschichte des Arbeitskampfs.
Mehr lesen

Sehnsucht nach dem Staub

08.01.2007: Er bewundert einen prächtigen Bildband über Indien, empfiehlt Alain de Libera und Al-Farabi als Impfung gegen christlichen Hochmut gegenüber dem Gott der Muslime, bewundert einen prachtvoll gewachsenen Krieger, jagt Gespenster mit einem echten Aufklärer und erliegt der Schönheit von George Steiners Melancholie. Mehr lesen