Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Julius Wellhausen

Julius Wellhausen, geboren 1844 in Hameln als Sohn des zweiten Stadtpfarrers August Wellhausen (1808-1861), eines orthodoxen Lutheraners, war Orientalist, Exeget, Historiker und einer der bedeutendsten deutschen Gelehrten des 19. Jahrhunderts. Er studierte ab 1862 in Göttingen Theologie. 1870 wurde er Privatdozent in Göttingen, 1872 ordentl. Prof. für Altes Testament in Greifswald, 1882 außerordentl. Prof. für semitische Sprachen in Halle/Saale und 1885 in Marburg. Als Nachfolger von Paul de Lagarde ging er 1892 nach Göttingen (Emeritierung 1913). Seinen von ihm selbst gewünschten Wechsel von der Theologie zur Orientalistik hat er in einem Brief an den preußischen Kultusminister Friedrich Althoff vom 5.4. 1882 mit seinem Unvermögen begründet, seine Lehrtätigkeit an den Bedürfnissen des Pfarramtes zu orientieren.
1875 heiratet er Marie Limpricht (1856-1925), die älteste Tochter des Chemikers H. Limpricht, eine Pianistin von Rang und spätere Schülerin Max Regers. Etwa ab seinem 60. Lebensjahr war W. taub. In seiner wissenschaftlichen Arbeit verzichtete er zunehmend auf Polemik, in der Erkenntnis "dass es überhaupt am besten ist, einfach seine Meinung und die Gründe dafür vorzutragen, oder wie Ewald sich ausdrückte, immer gleich das Richtige zu sagen" ("Prolegomena zur Geschichte Israels", Vorwort zur 2. Aufl. 1883, VII). Bekannt ist allerdings sein Streit mit Eduard Meyer über dessen "Die Entstehung des Judentums" (Halle 1896): Meyers universalhistorische Perspektive blieb ihm fremd. Julius Wellhausen starb 1918 in Göttingen.

Bücher von Julius Wellhausen

Wellhausen, Julius: Prolegomena zur Geschichte Israels.

Cover: Prolegomena zur Geschichte Israels

Walter de Gruyter Verlag, Berlin - New York 2001, ISBN 3110171554, Broschiert, 444 Seiten, 25,51 EUR

Unveränderter photomechanischer Nachdruck der 6. Ausgabe (1927). Mit einem Stellenregister. Die "Prolegomena" von Julius Wellhausen (1844-1918), erschienen erstmals 1878, enthalten die Bündelung und entscheidende Weiterführung der kritischen Erforschung des Alten Testaments im 19. Jahrhundert. Wellhausens in den "Prolegomena" durchgeführte Quellen- ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Bücherbrief

Dies pralle Leben

02.01.2012: Albrecht Selge flaniert durch Berlin. Christina Maria Landerl streift durch Wien. Josh Weil liebt seinen Deutz-Traktor. Mary Bauermeister experimentiert mit Karlheinz Stockhausen. Doug Saunders erkundet die Geburtsstätte der neuen Mittelschicht. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Januar. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Oh Herr, lass' Bryson regnen!

28.03.2007: "Lassen wir uns nicht einreden, Ibsen wäre altmodisch", wir entkommen ihm eh nicht. Arno Widmann liest Ibsens Dramen, eine Amerikafibel für erwachsene Deutsche von Margret Boveri, Per Olov Enquists Roman über die Pfingstbewegung, "Lewis Reise", Briefe von Peter Hacks, die Benediktusregeln, Foltergemälde von Fernando Botero und "Eine kurze Geschichte von fast allem" - Manna-Ersatz von Bill Bryson. Mehr lesen

Untergänge und Aufstiege

23.01.2007: Eine Debatte über schwarze Löcher und weiße Zwerge, ein Politkrimi von Ulrike Sommer, der Hinduismus des Mahatma Gandhi, Elena Ferrantes radikaler Roman über die kalte Gewalt einer verlassenen Frau, Michael Kittners Geschichte des Arbeitskampfs.
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Sehnsucht nach dem Staub

08.01.2007: Er bewundert einen prächtigen Bildband über Indien, empfiehlt Alain de Libera und Al-Farabi als Impfung gegen christlichen Hochmut gegenüber dem Gott der Muslime, bewundert einen prachtvoll gewachsenen Krieger, jagt Gespenster mit einem echten Aufklärer und erliegt der Schönheit von George Steiners Melancholie. Mehr lesen