Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 22.03.2010, 11.44 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Mahmud Doulatabadi

Mahmud Doulatabadi wurde 1940 in Dowlatabad in Persien geboren. Zunächst war er Schafhirte, Land- und Bauarbeiter, Schuhmachergehilfe in des Vaters eigener kleiner Werkstatt, Velomechaniker, Baumwollwäscher und nicht zuletzt Friseur - ein Beruf, mit dem er sich gelegentlich auch später noch das nötige Geld verschaffte. Als Doulatabadi 13 Jahre alt war, ging er nach Teheran und schlug sich mit allen möglichen Arbeiten durchs Leben: Souffleur beim Theater, Billetkontrolleur im Kino, Anzeigensammler für die Tageszeitung Keyhan. Doulatabadi bestand schließlich die Schauspielprüfung und wurde in das Ensemble eines Theaters aufgenommen. Doch im März 1975 verschwand er aus politischen Gründen für zwei Jahre hinter Gittern. Bevor sich Mahmud Doulatabadi endgültig dem Schreiben zuwandte, versuchte er sich noch auf anderen Gebieten, z.B. beim Kino - er wirkte im Film "Gav" (die Kuh) des bekannten iranischen Regisseurs Dariyush Mehrdjouï mit. Seine erste Erzählung wurde in der dem Theater sowie der modernen Literatur gewidmeten Zeitschrift "Anahita" veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Mahmud Doulatabadi einen Namen geschaffen, der aus dem persischen Kulturkreis nicht mehr wegzudenken ist. "Kelidar", ein Roman von über 3`000 Seiten, hat sich im Iran bislang an die 100,000 Mal verkauft - ein einzigartiges Phänomen in der iranischen Verlagslandschaft.

Bücher von Mahmud Doulatabadi

Doulatabadi, Mahmud: Der Colonel.

Cover: Der Colonel

Unionsverlag, Zürich 2009, ISBN 3293004024, Gebunden, 280 Seiten, 19,90 EUR

Aus dem Persischen und mit einem Nachwort von Bahman Nirumand. Eine pechschwarze Regennacht in einer iranischen Kleinstadt, ein altes Haus. Der Colonel hängt seinen Gedanken nach. Erinnerungen stürmen auf ihn ein. An seine Jahre als hochdekorierter Offizier der Schah-Armee. An seine Kinder, die ihren eigenen Weg gingen, sich den Revolutionsgardisten ... mehr lesen
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Doulatabadi, Mahmud: Die alte Erde. Roman

Cover: Die alte Erde

Unionsverlag, Zürich 2000, ISBN 3293002730, Gebunden, 140 Seiten, 12,27 EUR

Aus dem Persischen von Bahman Nirumand. Gholam ist kein Bauer wie die anderen Männer in diesem kargen Dorf am Rande der Salzwüste. Er wohnt in der Karawanserei und im Dorf herrscht einhellig die Meinung, Gholam sei ein Taugenichts und Schlendrian und für keine Arbeit zu gebrauchen. Seit Jahren sehnt er sich jedoch nach einem eigenen Acker und so setzt ... mehr lesen
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Vexierspielkünstler

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Archiv: Bücherbrief

Engel der Nutzlosigkeit

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Emotional labiler Federfetisch

19.01.2010: Wäre Inspektor Jensen nicht von einem Feticheur mit einem Fluch belegt worden, dann wäre er nicht nach Island gefahren, nicht von einer Fremden im Bett gebissen worden und würde nicht von einem Psychopathen verfolgt. Dies alles und noch etwas Quantenphysik findet man in Linus Reichlins "Assistent der Sterne". Jochen Schmidt präsentiert mit "Gangster, Opfer, Detektive" eine 1.100 Seiten starke Typengeschichte des Kriminalromans. Mehr lesen

Kein Schlaf, nur Albträume

02.12.2009: In seinem Roman "Tokio im Jahr Null" lässt David Peace neben allen anderen Untätern auch noch einen Serienmörder umgehen. Das ergibt einen einzigen Albtraum. Die Frage ist allerdings: wessen? Mehr lesen

Papa war doch einfach der Beste

09.10.2009: In Neapel brennt der Müll, im Nordosten Italiens wird das schmutzige Geld in respektable Geschäftsgewinne verwandelt. Massimo Carlotto beschreibt in seinem Krimi "Wo die Zitronen blühen" die Anmaßungen einer Patrizierschicht, die ganze Städte ihrem Privilegiensystem unterworfen hat. Mehr lesen