Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 13.02 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Georg Simmel

Georg Simmel war einer der wichtigsten und faszinierendsten Vertreter der Soziologie des 20. Jahrhunderts, der entscheidend zur Formierung dieser Disziplin als eigenständiger Wissenschaft beigetragen hat. Er wurde 1858 als jüngstes von sieben Kindern des Fabrikanten Edward Simmel und dessen Frau Flora (geb. Bodenstein) geboren. Die Familie war jüdischer Herkunft, beide Elternteile traten jedoch schon früh zum christlichen Glauben über. Georg Simmel wurde evangelisch getauft. Nach dem Tod des Vaters 1874 Tod des Vaters wurde ein Freund der Familie, Julius Friedländer, Begründer und Inhaber der Musikedition Peters, zum Vormund Georg Simmels bestellt. Er erbte später (1889) das aus dem Musikgeschäft stammende beachtliche Vermögen seines Vormunds.
Von 1876 bis 1881 studierte Simmel an der Berliner Universität Geschichte, Völkerpsychologie und Philosophie. 1881 wurde seine Promotionsschrift "Psychologisch-ethnologische Studien über die Anfänge der Musik" von dem Philosophiehistoriker Zeller und dem Physiker Helmholtz wegen formaler Fehler und "zu gewagter" Thesen abgelehnt. Als Dissertation wurde jedoch die prämierte Abhandlung "Darstellung und Beurteilungen von Kants verschiedenen Ansichten über das Wesen der Materie" akzeptiert. Nach Überwindung weiterer Hindernisse wurde Simmel 1885 mit der Schrift "Kantische Studien" im Fach Philosophie habilitiert und an der Berliner Universität zum Privatdozenten ernannt. Mit der öffentlichen Antrittsvorlesung "Über das Verhältnis des ethischen Ideals zu dem logischen und dem ästhetischen" begann er seine sehr erfolgreichen Veranstaltungen, die auch gesellschaftlich große Resonanz fanden.
1896 verlor Simmel durch unglückliche Spekulationen einen Teil des Familienvermögens. Ein Antrag auf Erteilung eines Extraordinariats wurde 1898 vom Kultusministerium abgelehnt. Neben antisemitischen Motiven spielte auch Simmels Außenseiterposition im akademischen Betrieb eine Rolle.1908 scheiterte eine Berufung auf die zweite Professur für Philosophie in Heidelberg trotz der Empfehlungen von Max Weber und Eberhard Gothein am antisemitischen Gutachten des im Alldeutschen Verband engagierten Berliner Historikers Dietrich Schäfer (1845-1929). 1909 gründete Simmel zusammen mit Ferdinand Tönnies, Werner Sombart und Max Weber die Deutsche Gesellschaft für Philosophie. 1910 Gründung der Zeitschrift Logos; bis zu seinem Tod gehörte Simmel zu ihren Herausgebern. 1914 erhielt er einen Lehrstuhl an der Straßburger Universität. Georg Simmel starb 1918 in Straßburg. Zu seinen wichtigsten Werken gehören: "Einleitung in die Moralwissenschaft. Eine Kritik der ethischen Grundbegriffe", "Philosophie des Geldes", "Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung".

Bücher von Georg Simmel

Simmel, Georg: Georg Simmel: Gesamtausgabe. Band 23. Briefe 1912-1918: Jugendbriefe

Cover: Georg Simmel: Gesamtausgabe. Band 23

Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M. 2008, ISBN 3518579738, Gebunden, 1241 Seiten, 72,00 EUR

Bearbeitet und herausgegeben von Ottheim und Angela Rammstedt. Mit Simmels Briefen von 1912 bis 1918 wird der zweite und letzte Teil seines Briefwerks vorgelegt. Dank der größeren Dichte der Überlieferung, die der 1914 erfolgten Berufung nach Straßburg geschuldet ist, sind Leben und Denken Simmels hier nun umfassend und detailliert ... mehr lesen
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Simmel, Georg: Georg Simmel: Gesamtausgabe. Band 22. Briefe 1880-1911

Cover: Georg Simmel: Gesamtausgabe. Band 22

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 351857972X, Gebunden, 1093 Seiten, 72,00 EUR

Herausgegeben von Otthein und Angela Rammstedt. Bearbeitet und herausgegeben von Klaus Christian Köhnke. Wer Simmel im Kontext verstehen will, ist - mangels sonstiger autobiografischer Zeugnisse - auf sein Briefwerk angewiesen, das im Rahmen der Gesamtausgabe in einer zweibändigen, sorgfältig kommentierten Edition erscheint, die sämtliche ... mehr lesen
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Simmel, Georg: Georg Simmel: Gesamtausgabe in 24 Bänden. Band 17. Miszellen, Glossen, Stellungsnahmen, Umfrageantworten, Leserbriefe, Diskussionsbeiträge 1889-1918, Anonyme und pseudonyme Veröffentlichungen 1888-1920

Cover: Georg Simmel: Gesamtausgabe in 24 Bänden. Band 17

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3518579673, Gebunden, 626 Seiten, 19,00 EUR

Der neue Band der Gesamtausgabe enthält eine Vielzahl kleinerer Texte von Georg Simmel, die bisher kaum bekannt oder nur schwer zugänglich sind. Darunter sind Miszellen, Glossen und Stellungnahmen, aber auch überraschende politische Diskussionsbeiträge, Umfrageantworten und Leserbriefe. Dazu versammelt er pseudonyme und anonyme ... mehr lesen
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Simmel, Georg: Georg Simmel: Gesamtausgabe in 24 Bänden. Band 20. Postume Veröffentlichungen. Schulpädagogik

Cover: Georg Simmel: Gesamtausgabe in 24 Bänden. Band 20

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3518284207, Kartoniert, 640 Seiten, 19,00 EUR

Die Schulpädagogik ist Simmels einzige Abhandlung pädagogischer Fragen; sie war nicht an theoretische Interessen geknüpft, sondern wollte der pädagogischen Praxis selbst dienen. ... mehr lesen
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Simmel, Georg: Georg Simmel: Gesamtausgabe in 24 Bänden. Band 15. Goethe. Deutschlands innere Wandlung. Das Problem der historischen Zeit. Rembrandt

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3518284150, Kartoniert, 678 Seiten, 38,80 EUR

Herausgegeben von Uta Kösser, Hans M. Kruckis und Otthein Rammstedt. Dieser Band vereinigt die beiden berühmten Monographien "Goethe" von 1912 und "Rembrandt" vom 1916, ergänzt um die einst separat erschienenen Vorträge "Deutschlands innere Wandlung" von 1914 und "Das Problem der historischen Zeit" ... mehr lesen
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Simmel, Georg: Georg Simmel: Gesamtausgabe in 24 Bänden. Band 12. Aufsätze und Abhandlungen 1909-1918, Band I

Cover: Georg Simmel: Gesamtausgabe in 24 Bänden. Band 12

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3518579622, Gebunden, 552 Seiten, 34,77 EUR

Die Gesamtausgabe wird herausgegeben von Ottheim Rammstedt. Herausgeber des Bandes sind Rüdiger Kramme und Angela Rammstedt. Der Band enthält die berühmten Arbeiten zu Goethe, Rodin und Nietzsche, die Studien zur Geschlechterfrage, zur Kunstphilosophie und zur Religion und reicht bis hin zu den meisterlichen Essays "Brücke und ... mehr lesen
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Simmel, Georg: Georg Simmel: Gesamtausgabe in 24 Bänden. Band 1. Das Wesen der Materie nach Kants Physischer Monadologie. Abhandlungen 1882-1884. Rezensionen 1883-1901

Cover: Georg Simmel: Gesamtausgabe in 24 Bänden. Band 1

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3518284010, Taschenbuch, 460 Seiten, 16,77 EUR

Herausgegeben von Klaus Christian Köhnke. Der vorliegende Band umfasst die frühesten Publikationen Georg Simmels überhaupt: die monographisch erschienene Dissertation (1881) und die beiden umfänglichen Abhandlungen aus der "Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft" von 1882 und 1884. Hinzu kommen ... mehr lesen
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Simmel, Georg: Georg Simmel: Gesamtausgabe in 24 Bänden. Band 1. Das Wesen der Materie nach Kants Physischer Monadologie. Abhandlungen 1882-1884. Rezensionen 1883-1901

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3518579517, Gebunden, 527 Seiten, 32,72 EUR

Herausgegeben von Klaus Christian Köhnke. Der vorliegende Band umfasst die frühesten Publikationen Georg Simmels überhaupt: die monographisch erschienene Dissertation (1881) und die beiden umfänglichen Abhandlungen aus der "Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft" von 1882 und 1884. Hinzu kommen ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

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Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Bücherbrief

Dies pralle Leben

02.01.2012: Albrecht Selge flaniert durch Berlin. Christina Maria Landerl streift durch Wien. Josh Weil liebt seinen Deutz-Traktor. Mary Bauermeister experimentiert mit Karlheinz Stockhausen. Doug Saunders erkundet die Geburtsstätte der neuen Mittelschicht. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Januar. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Oh Herr, lass' Bryson regnen!

28.03.2007: "Lassen wir uns nicht einreden, Ibsen wäre altmodisch", wir entkommen ihm eh nicht. Arno Widmann liest Ibsens Dramen, eine Amerikafibel für erwachsene Deutsche von Margret Boveri, Per Olov Enquists Roman über die Pfingstbewegung, "Lewis Reise", Briefe von Peter Hacks, die Benediktusregeln, Foltergemälde von Fernando Botero und "Eine kurze Geschichte von fast allem" - Manna-Ersatz von Bill Bryson. Mehr lesen

Untergänge und Aufstiege

23.01.2007: Eine Debatte über schwarze Löcher und weiße Zwerge, ein Politkrimi von Ulrike Sommer, der Hinduismus des Mahatma Gandhi, Elena Ferrantes radikaler Roman über die kalte Gewalt einer verlassenen Frau, Michael Kittners Geschichte des Arbeitskampfs.
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Sehnsucht nach dem Staub

08.01.2007: Er bewundert einen prächtigen Bildband über Indien, empfiehlt Alain de Libera und Al-Farabi als Impfung gegen christlichen Hochmut gegenüber dem Gott der Muslime, bewundert einen prachtvoll gewachsenen Krieger, jagt Gespenster mit einem echten Aufklärer und erliegt der Schönheit von George Steiners Melancholie. Mehr lesen