Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 08.37 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Julio Cortazar

Julio Cortazar wurde 1914 in Brüssel geboren. Mit seinen argentinischen Eltern zog er im Alter von vier Jahren in einen Vorort von Buenos Aires. Er absolvierte dort an einer sogenannten "Escuela Normal" eine Ausbildung zum Grundschullehrer und nahm ein Universitätsstudium auf, das er aber er aus finanziellen Schwierigkeiten frühzeitig abbrechen musste. Er arbeitete dann als Lehrer in verschiedenen Provinzschulen und begann in dieser Zeit, sich ernsthaft dem Schreiben zuzuwenden.
1938 erschien ein erster Gedichtband, und 1944 veröffentlichte er seine erste Erzählung in einer Zeitschrift. Im selben Jahr erhielt er an der Universität von Mendoza (Argentinien) eine Dozentur für französische Literatur, aber schon 1946, aus Protest gegen den Wahlsieg Perons, legte er sein Lehramt nieder. Er veröffentlichte weiter in Zeitschriften, ließ sich zum Übersetzer für Englisch und Französisch ausbilden und erhielt 1951 ein Stipendium des französischen Staates.
Cortazar ging nach Paris, wo er bis 1974 als Übersetzer für die UNESCO tätig war. In Paris verfasste er 1963 auch den Roman "Rayuela" (dt. Rayuela. Himmel und Hölle), der in den sechziger Jahren zum "Kultbuch" einer ganzen Generation von Intellektuellen und Studenten wurde. In "Rayuela" thematisiert er in provokanter Weise den künstlerischen Schaffensprozess, indem er neben der Handlung selbst "entbehrliche" Kapitel, wie er sie nennt, einfügt, in denen er die ästhetischen Prämissen des Buchs diskutiert.
Seit den sechziger Jahren engagierte sich Cortazar, wie viele lateinamerikanische Intellektuelle, zunehmend politisch, unterstützte die kubanische Revolution, die Regierung Allendes und später auch die sandinistische Revolution in Nicaragua.
Sein Gesamtwerk umfasst außer Romanen und Erzählungen auch Theaterstücke, Lyrik und verschiedene Bände mit Kurzprosa; es weist ihn als einen der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts aus.
Julio Cortazar starb 1984 in Paris.

Bücher von Julio Cortazar

Cortazar, Julio / Urberuaga, Emilio: Rede des Bären. (Ab 3 Jahre)

Cover: Rede des Bären

Bajazzo Verlag, Zürich 2009, ISBN 3905871076, Gebunden, 32 Seiten, 14,90 EUR

Aus dem Spanischen von Wolfgang Promies. "Ich bin der Bär aus den Leitungsrohren im Haus." Mit diesen Worten beginnt die Erzählung des Bären, der in den Leitungsrohren eines Hauses lebt. Vergnügt klettert er durch die Warmwasserrohre, die Heizungsrohre und Luftschächte. Er rutscht von Stockwerk zu Stockwerk und hält ... mehr lesen
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Cortazar, Julio: Der Verfolger. 3 CDs

Cover: Der Verfolger

Gugis Hörbücher, Lahr 2006, ISBN 3939461164, Hörbuch, 24,90 EUR

3 CDs, Laufzeit 225 Minuten. Gelesen von Gert Heidenreich. Mit Musik von Charlie Parker, Charlie Mariano: Saxophon. Dieter Ilg: Kontrabass. "Der Verfolger", so heißt Julio Cortazars meisterhafte Erzählung "In memoriam Charlie Parker", in der ein Musikkritiker Leben und Ansichten des Saxofonisten Johnny Carter, der in seiner ... mehr lesen
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Cortazar, Julio: Reise um den Tag in 80 Welten. Letzte Runde.

Cover: Reise um den Tag in 80 Welten. Letzte Runde

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3518415905, Kartoniert, 328 Seiten, 24,90 EUR

Aus dem Spanischen von Rudolf Wittkop. Mit zahlreichen Abbildungen. Wie viele Welten enthält ein Tag? Die Reise ist begonnen, aber sie geht anders, bei Cortazar, als bei seinem verehrten Kollegen Jules Verne: Die Abzweigung ist das Ziel. Cortazar erzählt, phantasiert, spintisiert, riskiert mögliche Antworten auf unmögliche Fragen. ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Bücherbrief

Dies pralle Leben

02.01.2012: Albrecht Selge flaniert durch Berlin. Christina Maria Landerl streift durch Wien. Josh Weil liebt seinen Deutz-Traktor. Mary Bauermeister experimentiert mit Karlheinz Stockhausen. Doug Saunders erkundet die Geburtsstätte der neuen Mittelschicht. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Januar. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Oh Herr, lass' Bryson regnen!

28.03.2007: "Lassen wir uns nicht einreden, Ibsen wäre altmodisch", wir entkommen ihm eh nicht. Arno Widmann liest Ibsens Dramen, eine Amerikafibel für erwachsene Deutsche von Margret Boveri, Per Olov Enquists Roman über die Pfingstbewegung, "Lewis Reise", Briefe von Peter Hacks, die Benediktusregeln, Foltergemälde von Fernando Botero und "Eine kurze Geschichte von fast allem" - Manna-Ersatz von Bill Bryson. Mehr lesen

Untergänge und Aufstiege

23.01.2007: Eine Debatte über schwarze Löcher und weiße Zwerge, ein Politkrimi von Ulrike Sommer, der Hinduismus des Mahatma Gandhi, Elena Ferrantes radikaler Roman über die kalte Gewalt einer verlassenen Frau, Michael Kittners Geschichte des Arbeitskampfs.
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Sehnsucht nach dem Staub

08.01.2007: Er bewundert einen prächtigen Bildband über Indien, empfiehlt Alain de Libera und Al-Farabi als Impfung gegen christlichen Hochmut gegenüber dem Gott der Muslime, bewundert einen prachtvoll gewachsenen Krieger, jagt Gespenster mit einem echten Aufklärer und erliegt der Schönheit von George Steiners Melancholie. Mehr lesen