Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 20.03.2010, 13.13 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Jörg Friedrich

Jörg Friedrich, geboren 1944, hat sich seit den siebziger Jahren intensiv mit Fragen des Kriegsrechts und der Aufarbeitung der NS-Verbrechen befasst. 1982 erschien sein erstes Buch "Freispruch für die Nazi-Justiz" bei Rowohlt. In diesem Buch wie auch im folgenden, das 1984 unter dem Titel "Kalte Amnestie" im Fischer Verlag erschien, befasste sich Friedrich mit der juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen in der Bundesrepublik, u.a. mit dem Majdanek-Prozess. In beiden Büchern bezog er eine kritische Position zu der aus seiner Sicht unzureichenden juristischen Verfolgung der NS-Verbrechen.
1993 erschien Friedrichs "Das Gesetz des Krieges" im Piper Verlag. In diesem tausendseitigen Werk befasst sich Friedrich mit den Wehrmachtsverbrechen im Russlandkrieg 1941-1945 und mit der juristischen Aufarbeitung dieser Verbrechen im Nürnberger Prozess gegen das Oberkommando der Wehrmacht.
Neben seinen Buchpublikationen ist Friedrich auf vielfältige Weise publizistisch tätig und hat sich immer wieder zu aktuellen Problemen des Kriegsrechts zu Wort gemeldet, unter anderem zu den Balkankriegen der 90er Jahre und zur Wehrmachtsausstellung. Er produzierte zahlreiche Rundfunksendungen, u.a. für den Berliner SFB. Zusammen mit dem Publizisten und Historiker Alexander Kluge hat er mehrere Fernsehprogramme produziert, die sich ebenfalls mit Fragen des Zweiten Weltkriegs, des Kriegsrechts, der NS-Verbrechen und des alliierten Luftkriegs gegen Deutschland befassten. Friedrich lebt als freier Autor in Berlin.

Bücher von Jörg Friedrich

Friedrich, Jörg: Yalu. An den Ufern des dritten Weltkriegs

Cover: Yalu

Propyläen Verlag, Berlin 2007, ISBN 3549073380, Gebunden, 624 Seiten, 24,90 EUR

Jörg Friedrich, bekannt für unorthodoxe Fragen an die Geschichte, wagt einen neuen, verstörenden Blick auf die Epoche des Zweiten Weltkriegs und des nachfolgenden Kalten Krieges, in der die Weichen für die Gegenwart gestellt wurden. Nicht der europäische Kriegsschauplatz steht im Fokus von Friedrichs Betrachtung, sondern die ... mehr lesen
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Friedrich, Jörg: Brandstätten. Der Anblick des Bombenkriegs

Cover: Brandstätten

Propyläen Verlag, München 2003, ISBN 3549072007, Gebunden, 239 Seiten, 25,00 EUR

Mit zahlreichen Fotos. Nach seinem Buch "Der Brand" legt Jörg Friedrich einen großen Bildband zum Bombenkrieg vor, der weitgehend unveröffentlichtes Fotomaterial aus den Archiven deutscher Städte dem Vergessen entreißt. Gezeigt werden die gespenstische Ruinenlandschaft, die Zuflucht der Bevölkerung in Kellern ... mehr lesen
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Friedrich, Jörg: Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940-1945

Cover: Der Brand

Propyläen Verlag, München 2002, ISBN 3549071655, Gebunden, 592 Seiten, 25,00 EUR

Fünf Jahre lang lagen Deutschlands Städte im Zweiten Weltkrieg unter Dauerbombardement. Mehr als 600 000 Zivilopfer waren zu beklagen, die historisch gewachsene Städtelandschaft versank unwiederbringlich. Der Historiker Jörg Friedrich legt eine umfassende Darstellung dieser Katastrophe vor, die trotz ihrer beispiellosen Dimension ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

Bücher von Lesern empfohlen

Buch: Die Anatomie der SchwermutRobert Burton: Die Anatomie der Schwermut
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Buch: KeeperMal Peet: Keeper
Aus dem Englischen von Eike Schönfeld. In einer Zeitungsredaktion sitzen sich zwei Männer gegenüber: ...

Archiv: Bücherschauen

Vexierspielkünstler

20.03.2010: Die FAZ hat Denis Johnsons Thriller "Keine Bewegung!" gelesen und freut sich über das Gespür des Autors für kriminelle Loser. Die FR folgt der zehnjährigen Dora durch Jacques Roubauds Abenteuer und Geheimnis verheißenden "Verwilderten Park". Sehr anregend findet die NZZ Eric Hobsbawms Buch über "Globalisierung, Demokratie und Terrorismus". Die taz spürt einen Hauch von Erlösung in Don DeLillos Roman "Der Omega-Punkt". Mehr lesen

Archiv: Bücherbrief

Engel der Nutzlosigkeit

05.03.2010: Reiche Ausbeute in diesem Monat: Wir fanden surrealistische Geschichten von Jiri Kratochvil und Leonora Carrington, Liebe überkreuz bei Ulrike Draesner, clevere Hacker bei Cory Doctorow, chinesische Gegenwartslyrik und einige Bücher, die den Rezensenten den Glauben an die Germanistik wiedergaben: Thomas Strässles Literaturgeschichte des Salzes und die Biografie der Brüder Grimm von Steffen Martus. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Emotional labiler Federfetisch

19.01.2010: Wäre Inspektor Jensen nicht von einem Feticheur mit einem Fluch belegt worden, dann wäre er nicht nach Island gefahren, nicht von einer Fremden im Bett gebissen worden und würde nicht von einem Psychopathen verfolgt. Dies alles und noch etwas Quantenphysik findet man in Linus Reichlins "Assistent der Sterne". Jochen Schmidt präsentiert mit "Gangster, Opfer, Detektive" eine 1.100 Seiten starke Typengeschichte des Kriminalromans. Mehr lesen

Kein Schlaf, nur Albträume

02.12.2009: In seinem Roman "Tokio im Jahr Null" lässt David Peace neben allen anderen Untätern auch noch einen Serienmörder umgehen. Das ergibt einen einzigen Albtraum. Die Frage ist allerdings: wessen? Mehr lesen

Papa war doch einfach der Beste

09.10.2009: In Neapel brennt der Müll, im Nordosten Italiens wird das schmutzige Geld in respektable Geschäftsgewinne verwandelt. Massimo Carlotto beschreibt in seinem Krimi "Wo die Zitronen blühen" die Anmaßungen einer Patrizierschicht, die ganze Städte ihrem Privilegiensystem unterworfen hat. Mehr lesen