Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 08.37 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Jörg Friedrich

Jörg Friedrich, geboren 1944, hat sich seit den siebziger Jahren intensiv mit Fragen des Kriegsrechts und der Aufarbeitung der NS-Verbrechen befasst. 1982 erschien sein erstes Buch "Freispruch für die Nazi-Justiz" bei Rowohlt. In diesem Buch wie auch im folgenden, das 1984 unter dem Titel "Kalte Amnestie" im Fischer Verlag erschien, befasste sich Friedrich mit der juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen in der Bundesrepublik, u.a. mit dem Majdanek-Prozess. In beiden Büchern bezog er eine kritische Position zu der aus seiner Sicht unzureichenden juristischen Verfolgung der NS-Verbrechen.
1993 erschien Friedrichs "Das Gesetz des Krieges" im Piper Verlag. In diesem tausendseitigen Werk befasst sich Friedrich mit den Wehrmachtsverbrechen im Russlandkrieg 1941-1945 und mit der juristischen Aufarbeitung dieser Verbrechen im Nürnberger Prozess gegen das Oberkommando der Wehrmacht.
Neben seinen Buchpublikationen ist Friedrich auf vielfältige Weise publizistisch tätig und hat sich immer wieder zu aktuellen Problemen des Kriegsrechts zu Wort gemeldet, unter anderem zu den Balkankriegen der 90er Jahre und zur Wehrmachtsausstellung. Er produzierte zahlreiche Rundfunksendungen, u.a. für den Berliner SFB. Zusammen mit dem Publizisten und Historiker Alexander Kluge hat er mehrere Fernsehprogramme produziert, die sich ebenfalls mit Fragen des Zweiten Weltkriegs, des Kriegsrechts, der NS-Verbrechen und des alliierten Luftkriegs gegen Deutschland befassten. Friedrich lebt als freier Autor in Berlin.

Bücher von Jörg Friedrich

Friedrich, Jörg: Yalu. An den Ufern des dritten Weltkriegs

Cover: Yalu

Propyläen Verlag, Berlin 2007, ISBN 3549073380, Gebunden, 624 Seiten, 24,90 EUR

Jörg Friedrich, bekannt für unorthodoxe Fragen an die Geschichte, wagt einen neuen, verstörenden Blick auf die Epoche des Zweiten Weltkriegs und des nachfolgenden Kalten Krieges, in der die Weichen für die Gegenwart gestellt wurden. Nicht der europäische Kriegsschauplatz steht im Fokus von Friedrichs Betrachtung, sondern die ... mehr lesen
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Friedrich, Jörg: Brandstätten. Der Anblick des Bombenkriegs

Cover: Brandstätten

Propyläen Verlag, München 2003, ISBN 3549072007, Gebunden, 239 Seiten, 25,00 EUR

Mit zahlreichen Fotos. Nach seinem Buch "Der Brand" legt Jörg Friedrich einen großen Bildband zum Bombenkrieg vor, der weitgehend unveröffentlichtes Fotomaterial aus den Archiven deutscher Städte dem Vergessen entreißt. Gezeigt werden die gespenstische Ruinenlandschaft, die Zuflucht der Bevölkerung in Kellern ... mehr lesen
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Friedrich, Jörg: Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940-1945

Cover: Der Brand

Propyläen Verlag, München 2002, ISBN 3549071655, Gebunden, 592 Seiten, 25,00 EUR

Fünf Jahre lang lagen Deutschlands Städte im Zweiten Weltkrieg unter Dauerbombardement. Mehr als 600 000 Zivilopfer waren zu beklagen, die historisch gewachsene Städtelandschaft versank unwiederbringlich. Der Historiker Jörg Friedrich legt eine umfassende Darstellung dieser Katastrophe vor, die trotz ihrer beispiellosen Dimension ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Bücherbrief

Dies pralle Leben

02.01.2012: Albrecht Selge flaniert durch Berlin. Christina Maria Landerl streift durch Wien. Josh Weil liebt seinen Deutz-Traktor. Mary Bauermeister experimentiert mit Karlheinz Stockhausen. Doug Saunders erkundet die Geburtsstätte der neuen Mittelschicht. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Januar. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Oh Herr, lass' Bryson regnen!

28.03.2007: "Lassen wir uns nicht einreden, Ibsen wäre altmodisch", wir entkommen ihm eh nicht. Arno Widmann liest Ibsens Dramen, eine Amerikafibel für erwachsene Deutsche von Margret Boveri, Per Olov Enquists Roman über die Pfingstbewegung, "Lewis Reise", Briefe von Peter Hacks, die Benediktusregeln, Foltergemälde von Fernando Botero und "Eine kurze Geschichte von fast allem" - Manna-Ersatz von Bill Bryson. Mehr lesen

Untergänge und Aufstiege

23.01.2007: Eine Debatte über schwarze Löcher und weiße Zwerge, ein Politkrimi von Ulrike Sommer, der Hinduismus des Mahatma Gandhi, Elena Ferrantes radikaler Roman über die kalte Gewalt einer verlassenen Frau, Michael Kittners Geschichte des Arbeitskampfs.
Mehr lesen

Sehnsucht nach dem Staub

08.01.2007: Er bewundert einen prächtigen Bildband über Indien, empfiehlt Alain de Libera und Al-Farabi als Impfung gegen christlichen Hochmut gegenüber dem Gott der Muslime, bewundert einen prachtvoll gewachsenen Krieger, jagt Gespenster mit einem echten Aufklärer und erliegt der Schönheit von George Steiners Melancholie. Mehr lesen