Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Geza Csath

Wenig ist über das Leben des Literaten, Arztes und Morphinisten Géza Csáth bekannt. Geboren wurde er 1888 als József Brenner in Szabadka, dem heutigen Subotica. Nach dem Abitur studierte er Medizin in Budapest, 1910 machte er sein Diplom als Neurologe, Assistenzarzt in der Klinik von Professor Moravcsik. Im selben Jahr - am 20. April, wie wir aus seinen Tagebüchern wissen - spritzt er sich "nach einer durchwachten, von Angst und Verzweiflung erfüllten Nacht" zum erstenmal Morphium. Er gibt die Stellung auf und schlägt sich als Kurarzt durch. Süchte bestimmen sein Leben: nach Glück, Reichtum, Frauen, literarischem Erfolg und nach Morphium. 1909 erscheint sein erster Novellenband, binnen vier Jahren folgen vier weitere. Ebenfalls 1909 erscheint ein Essay über das Opium. Csáth spielt Violine und Klavier, komponiert. Ein Buch über Puccini wird ins Deusche übersetzt. Als er 24 Jahre alt ist, spielt ein Budapester Theater zwei Stücke von ihm. Ein Jahr später erscheint sein erstes medizinisches Buch: Über den psychischen Mechanismus der Geisteskrankheiten.
Dann kommt der Erste Weltkrieg. Csáth wird Militärarzt, wird aber, schwerkrank, entlassen und praktiziert als Landarzt in verschiedenen Dörfern Südungarns. Über die Frau, die er heiratet, schütteln Verwandte und Freunde den Kopf. Eines Tages erschießt er seine Frau, sein Selbstmord wird verhindert. Man bringt ihn in eine Klinik. Aus ihr flieht er einige Wochen später. Er will nach Budapest, aber inzwischen gibt es eine Demarkationslinie. Serbische Soldaten fangen ihn ab, im Handgemenge nimmt er Gift und stirbt im Straßengraben, am 29.9.1919. Seine Grabstelle in Subotica gibt es nicht mehr, niemand kam für sie auf.

Bücher von Geza Csath

Csath, Geza: Erzählungen.

Brinkmann und Bose Verlag, Berlin 1999, ISBN 3922660746, Gebunden, 128 Seiten, 23,01 EUR

Ausgewählt und aus dem Ungarischen übersetzt von Hans Skirecki. ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Bücherbrief

Nerv für klare Worte

07.05.2012: Matthias Nawrat erzählt von einem schwer verliebten Gemüsefahrer. Helene Bessette erzählt von einem besessenen Pfarrer. Ketil Bjoernstadt erzählt von der Sandwich-Generation, Nedim Gürsel von Allahs Töchtern. Außerdem reisen wir mit Stephen Greenblatt in die Renaissance und mit David van Reybrouck in den Kongo. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Oh Herr, lass' Bryson regnen!

28.03.2007: "Lassen wir uns nicht einreden, Ibsen wäre altmodisch", wir entkommen ihm eh nicht. Arno Widmann liest Ibsens Dramen, eine Amerikafibel für erwachsene Deutsche von Margret Boveri, Per Olov Enquists Roman über die Pfingstbewegung, "Lewis Reise", Briefe von Peter Hacks, die Benediktusregeln, Foltergemälde von Fernando Botero und "Eine kurze Geschichte von fast allem" - Manna-Ersatz von Bill Bryson. Mehr lesen

Untergänge und Aufstiege

23.01.2007: Eine Debatte über schwarze Löcher und weiße Zwerge, ein Politkrimi von Ulrike Sommer, der Hinduismus des Mahatma Gandhi, Elena Ferrantes radikaler Roman über die kalte Gewalt einer verlassenen Frau, Michael Kittners Geschichte des Arbeitskampfs.
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Sehnsucht nach dem Staub

08.01.2007: Er bewundert einen prächtigen Bildband über Indien, empfiehlt Alain de Libera und Al-Farabi als Impfung gegen christlichen Hochmut gegenüber dem Gott der Muslime, bewundert einen prachtvoll gewachsenen Krieger, jagt Gespenster mit einem echten Aufklärer und erliegt der Schönheit von George Steiners Melancholie. Mehr lesen