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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Von Lesern empfohlene Bücher

Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich

Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael

F
Ferdinand, ein frisch angekommenes afrikanisches Freak, fliegt fortzu auf Eastern Airlines, First Class, die engeren Familienbande fallen allmählich aus der Erinnerung, das Aus für Erzeuger, deren Ahninnen älterer Familien-Ebenen, Cousins, ex!, alle fort, es entfällt Ferdinand die französische Flagge, das fragile Denkorgan eliminiert alles ausser den dekadenten französischen Entrees, fritierten Fröschen diesmal, alles ausser den französischen Erbaulichkeiten einschliesslich französischer Cosmetica. Bei Funtua begegnet Ferdinand fünf frischen fulanischen Floristinnen, die fieberhaft dem Ferdinand die ausschliesslich für Abendflieger bestimmten Festivitäten demonstrieren. Fantastisches Afri-ka ? Bestimmt begleiten den Ferdinand, der eine Cosmetica-Aktentasche befördert, einige französische Euros, er empfindet die afrikanischen Betörungen, fühlt dubiose Erregung, fünf Frauen, aber eine bestimmte Alarmstimmung charakterisiert Ferdinand, ferner findet er, ein bisschen erschöpft, ein bisschen betrunken, Entschuldigungen, ebenso füllen die appetitlichen Entrees Ferdis Estomac. Aber fünf Frauen ergeben exquisite Beilager, bereits entgleiten dem Ferdinand Abmachungen, es entfallen Cosmetica, als er anrückt, den archetypischen Einflüsterungen folgt, einen afrikanischen Atavismus, afrikanische Frauenumrisse bestreichelt. Afrikawärts, Ferdinand. Die fabelhaften Figuren der Fulani federn abgehockt, fabelhafte Ficks, dazu betasten Ferdinands Finger die fragilen fulanischen Durchmesser. Afrikawärts. Ausgehungert folgt Ferdinand den fantastischen Aromen, folgt der fabelhaften Fülle. Afrikawärts. Aber die Floristinnen frustrieren Ferdinand, bilden eine Ellipse, alle bestreicheln blumiges, aber billiges Bettzeug, bankrottieren bei dem anspruchsvollen Ferdinand, einem Anwärter auf das Cosmetica-Fachmanntum, desertieren beim Ferdinand, ficken die Alkovenausrüstung. Anfangs die Armstühle, beblumte Bantu-Bambusstühle. Flachgedrückt, deprimiert bei der ersten frustrierendenafrikanischen Erfahrung, fliegt Ferdinand fort. Fliegt Erstklass-Fauteuil bei der Eastern. Erfreuliche fritierte Frösche beim Abendessen. Fabelhaftes Diner. Fabelhafte Frösche, beschliesst der Autor. Er demontiert aber Ferdinand. Begrenzter Ficker.
Für die Einrichtung eines afrikanischen Dictionnaires, für den bestimmte erwünschte fulanische Fetische betreffenden Artikel fährt der Autor beim Fünfuhrtee ein, die Empfindungen fein, doch etwas einsam, aber erträglich fein ? Allüber breite Avenuen, durchsichtiger August-Endtag, fröhliche dunkle Antlitze applaudieren, brüllen Beispiellos, Da Capo, aber bei den Claqueuren fehlen die Floristinnen. Autor etwas entmutigt. Er durchlebt auffällige Empfindungen des Fremdseins, er ahnt auch, dass alle anderen eine bestimmte, für alle ähnliche Basis frei ausdrücken, ein Fundament, das den Autor ausschliesst. Afrika, als erschiene dazu eine Broschüre: breites Elfuhrlicht auf ewig. Eastern Airlines bringt die Affiche: Fünf freie Flüge für Fetischisten.
Afrika einmal anders: Billigmöbel, ein bisschen fad, aber farbig, breite Avenuen, durch Applizierung französischen Designs erbaut, ferner exotische Blumen, dazu eine bescheidene Anzahl Fulanis, fieberhaft Beifall beisteuernd, eine chaotische Fantomempfindung entsteht. Festliche atmosphärische Bedingungen, bemerkt ein Bediensteter der Eastern Airlines. Ein Albumblatt für den Dictionnaire, entscheidet der Autor. Das Einbettzimmer blickt auf Aurora, blickt auf den Abstell-, Ablagerungsplatz der Agglomeration, dessen Etikett dem "Berühmten fabalesischen Abgrund" entspricht. Ein Buchladen des Dorfes auf der entsprechenden Ebene daneben, aber der Bedienstete der Fluglinie blockiert den Ausgang, fordert fünfzig Dollar Anzahlung.
Als die Fluglinie die erwähnte Action für die Affiche auf Film bannt, beschliesst einer aus der Chefriege der Eastern, dass Fetische Erfreuung freisetzen, aber Eastern feuert den Direktor als Folge einer Danse Folle bei den Fröschen, die die Fluggesellschaft als Diner der First Class begleiten. Fertig.
Ferdinand fliegt frankreichwärts, entdeckt Frankreich, ehrt die Flagge, die Adoptivtanten einschliesslich Cousinen. Aaach, Flaubert, Celine, Balzac. Angeekelter Autor eliminiert Ferdinand.
Teil 3
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012. In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012. Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012. Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen
Hanna Krall: Rosa Straußenfedern
30.01.2012. Briefe, Fragmente, Zettel und Erzählungen erzählen vom Leben der polnischen Autorin Hanna Krall, ihrer Freunde und Zeitgenossen. Der Zweite Weltkrieg, die Volksrepublik Polen, Solidarnosc, vergegenwärtigen sich in ihrer Biografie. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Rosa Straußenfedern". Mehr lesen
Peter Nadas: Parallelgeschichten
26.01.2012. Peter Nadas erzählt die Geschichte der Budapester Familie Demen und ihrer Freunde, deren persönliche Schicksale mit der ungarischen und deutschen Vergangenheit verknüpft sind. Meilensteine in diesem gewaltigen Epos sind die ungarische Revolution 1956, der ungarische Nationalfeiertag am 15. März 1961 und, rückblickend, die Deportation der ungarischen Juden 1944/45 sowie die dreißiger Jahre in Berlin. Lesen Sie hier einen Auszug aus Nadas' Roman "Parallelgeschichten". Mehr lesen
Tom Bullough: Die Mechanik des Himmels
23.01.2012. Konstantin Ziolkowski, der Pionier der russischen Raumfahrt, ist das Vorbild für den kleinen, begabten Kostja in Tom Bulloughs Roman "Die Mechanik des Himmels". Arm und fast taub geht Kostja zum Studium nach Moskau und entwickelt dort am Ende des 19. Jahrhunderts visionäre Ideen von einer modernen Kosmonautik. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Roman. Mehr lesen
Miklos Banffy: Die Schrift in Flammen
19.01.2012. Von der untergehenden Welt der österreichisch-ungarischen Monarchie zu Beginn des 20. Jahrhunderts erzählt der ungarische Adelige, Schriftsteller und zeitweise auch Außenminister Ungarns Miklos Banffy in seiner Trilogie "Siebenbürger Geschichte". Lesen Sie hier den Anfang des ersten Bandes "Die Schrift in Flammen".
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Katie Arnold-Ratliff: Was uns bleibt
16.01.2012. Der Selbstmord einer jungen Frau bringt den Lehrer Francis aus dem Gleichgewicht, er glaubt, dass die Leiche, die seine Schüler am Strand finden, Nora ist, seine erste Liebe. Eine Reise in die Vergangenheit beginnt, der er sich stellen muss. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Was uns bleibt", dem Erstlingsroman der Amerikanerin Katie Arnold-Ratliff. Mehr lesen
Sonja Margolina: Brandgeruch
24.10.2011. Sowjetunion, DDR, Perestroika, KGB, geheime Dienste jeglicher Couleur, Kirchen, Künstler, Journalisten, der kapitalistische Westen sind Themen in Sonja Margolinas Roman "Brandgeruch" über den Geheimdienstagenten Nikolaj Gribojedow. Lesen Sie hier den Anfang. Mehr lesen
Rodney Bolt: Lorenzo Da Ponte
10.10.2011. Venedig, Wien, London, New York waren die Lebensorte von Lorenzo da Ponte, als Globalisierung noch kein Thema war. Er war Lehrer, Mozarts Librettist, Tabak-, Buch- und Gemüseverkäufer, Jude und katholischer Geistlicher, hatte Frau und Kinder und stand stets vor dem finanziellen Ruin in Zeiten großer Umbrüche. Lesen Sie hier einen Auszug aus der Biografie von Rodney Bolt. Mehr lesen
Edith Wharton: Ein altes Haus am Hudson River
06.10.2011. Vance Weston heißt der junge Held im Roman "Ein altes Haus am Hudson River" der amerikanischen Schriftstellerin Edith Wharton (1862 - 1937). Seine Träume vom Künstlerdasein führen ihn von der behüteten amerikanischen Provinz in das New York der zwanziger Jahre. Lesen Sie hier einen Auszug der deutschen Erstübersetzung. Mehr lesen
Katharina Hacker: Eine Dorfgeschichte
26.09.2011. Der Odenwald ist der Schauplatz von Katharina Hackers Erzählung "Eine Dorfgeschichte" aus der Zeit nach dem Krieg. Geheimnisse und Ängste trotzen der Sommerkindheitsidylle, wenn die Dorfbewohner und die Großeltern ihre Geschichten erzählen. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Christopher Hitchens: The Hitch
19.09.2011. In seiner Autobiografie erzählt Christopher Hitchens, wie aus einem britischen Trotzkisten ein amerikanischer Demokrat wurde und aus einem vehementen Vietnamkriegsgegner ein ebenso vehementer Befürworter des Irakkriegs. Auf den Vorwurf, ein Wendehals zu sein, antwortete er mit John Maynard Keynes: "Wenn sich die Fakten ändern, ändert sich auch meine Meinung - und wie steht's bei Ihnen, Sir?" Lesen Sie hier einen Auszug aus "The Hitch". Mehr lesen
Nellie Bly: Zehn Tage im Irrenhaus
12.09.2011. Nellie Bly war eine Pionierin des investigativen Journalismus und begab sich undercover 1887 in die Frauenpsychiatrie auf Blackwell's Island in New York. Wie sie das bewerkstelligte und was sie dort erlebte, können Sie in ihrem Bericht "Zehn Tage im Irrenhaus" lesen. Hier ein Auszug. Mehr lesen
Andrzej Stasiuk: Hinter der Blechwand
05.09.2011. Wladek und Pawel fahren durch die einsamsten Gegenden Südosteuropas, immer auf der Suche nach einem geglückten Geschäft. Doch auf den Second-Hand-Märkten und Basaren sind nicht die konkurrierenden chinesischen Händler die wahre Gefahr, sondern Menschenhändler. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Roman "Hinter der Blechwand" des polnischen Schriftstellers Andrzej Stasiuk. Mehr lesen





