Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 16.03.2010, 14.04 Uhr

Essay

Die Multikulturalismus-Debatte - Reaktionen in der Weltpresse

Eine kleine Dokumentation.

21.02.2007. Von Le Monde über Trouw bis zur Washington Post: Die Debatte über Islam in Europa im Perlentaucher und auf signandsight.com hat zahlreiche Reaktionen in der internationalen Presse ausgelöst.

Am 24. Januar 2007 eröffnet Pascal Bruckner auf unserer englischsprachigen Website signandsight.com (und zeitgleich im Perlentaucher) mit einer Polemik gegen Ian Buruma und Timothy Garton Ash eine Debatte über Multikulturalismus, Integration und Islam, die in ganz Europa aufgegriffen wird. Durch die Veröffentlichung auf Englisch gewann die Debatte sofort eine europäische Dimension: Zeitungen aus den Niederlanden, Frankreich, Italien, Schweden, Dänemark und Ungarn berichteten oder übernahmen Artikel - sozusagen die erste internationale Feuilletondebatte.


PRINTMEDIEN

Dagbladet Information (Kopenhagen)
Am 26. Januar und 15. Februar 2007 berichtete die dänische Tageszeitung sehr ausführlich - in zwei Artikeln auf jeweils zwei Seiten - über die Debatte:
Niels Ivar Larsen: Antiracisternes racisme
Niels Ivar Larsen: Kan Vesten rumme islam?

Der australische Daily Telegraph geht in einem Kommentar vom 27. Januar 2007 auf die Debatte ein (der Text ist leider nicht mehr online).

Trouw (Amsterdam)
Die niederländische Tageszeitung Trouw berichtet am 3. Februar 2007 über die Debatte und druckt den Artikel von Pascal Bruckner in der Beilage 'Letter & Geest' ab.

Bild zum ArtikelCorriere della Sera (Mailand)
Die Zeitung berichtet am 3. Februar auf einer ganzen Seite über die Debatte.

Il Velino (Rom)
Die römische Presseagentur für Wirtschaft- und Finanznachrichten "Il Velino" berichtet am 6. Februar.

Il Foglio (Rom)
Am 8. Februar 2007 berichtet Giulio Meotti über die Debatte. Nachzulesen hier und hier als pdf bei Il Foglio.

Vrij Nederland (Amsterdam)
In der niederländische Zeitung kommentiert Piet Grijs: "Die Diskussion mit Hirsi Ali kam in der BBC nicht so recht in die Gänge, derweil sie in den letzten Wochen in Amerika, Großbritannien und Frankreich viele Formen annahm. In den Niederlanden muss man sich nur ansehen, welche Artikel die verschiedenen Tageszeitungen aus dem Ausland übernehmen. So verschenkte Trouw, als sei der Moslemhasser Vink nicht verfügbar, zwei volle Seiten an den Franzosen Pascal Bruckner, der behauptete, dass Ali's Kritiker in den Niederlanden sie als Nazi beschimpfen. Seinerseits nannte Bruckner jeden einen Rassisten, der es wagt, Kritik an Ali zu üben. Bruckner ist ein Narr, das weiß in Frankreich jeder."

Le Monde (Paris)
Abdruck des Artikels von Pascal Bruckner in der Printausgabe vom 19. Februar 2007 und online.

Nepszabadsag (Budapest)
Der Onlinedienst der größten ungarischen Tageszeitung berichtet hier und hier über die Debatte.

De Volkskrant (Amsterdam)
Michael Zeeman schreibt am 12. Februar 2007 einen Artikel in der größten niederländischen Tageszeitung über die Debatte. Er bedauert, das sielediglich im Internet statt findet und nicht in den gedruckten Tageszeitungen.

Die Zeit
Thomas Assheuer geht am 15. Februar 2007 auf die von Pascal Bruckner angestoßene "aufregende Debatte" um die Freiheit, den Multikulturalismus und Ian Burumas Buch "Murder in Amsterdam" ein, teilt aber nicht mit, wo diese Debatte stattfindet.

Jyllands-Posten (Viby bei Arhus)
Die größte dänische Tageszeitung, die auch die zwölf Mohammed-Karrikaturen im September 2005 veröffentlichte, greift die Debatte am 16. Februar 2007 auf.

Opinio (Amsterdam)
Die niederländische Wochenzeitung fasst die Debatte ebenfalls am 16. Februar 2007 in einem zweiseitigen Artikel zusammen.

Neue Zürcher Zeitung (Zürich)
Auf den Medien- und Informatikseiten vom 16. Februar 2007 schreibt Heribert Seifert: "Das Internet erweist sich hier als eminent debattentauglich. Der Leser muss nicht wie bei einer Zeitungsdebatte ein papierenes Archiv führen, sondern hat alle Beiträge per Mausklick verfügbar. Die eingearbeiteten Links erlauben es ihm sogar, zentrale Argumente und Behauptungen der Autoren selber rasch zu kontrollieren und zum Beispiel nachzuprüfen, was Ian Buruma und Timothy G. Ash in den von Pascal Bruckner aggressiv attackierten Aufsätzen wirklich sagten. Auch ist der weitere Kontext der Debatte über weitere Links zu erreichen, so dass ein sehr komplexes Diskussionsfeld jederzeit erkundet werden kann. Die englische Perlentaucher-Seite signandsight.com macht die Auseinandersetzung auch sprachlich global zugänglich."

Frankfurter Rundschau
Arno Widmann informiert am 17. Februar 2007 über die Debatte. Außerdem druckt die FR den Debattenbeitrag von Lars Gustafsson nach.

Bergens Tidende (Bergen)
Am 18. Februar 2007 schreibt Havard Simensen einen Hintergrundbericht in der norwegischen Tageszeitung.

Kölner Stadt-Anzeiger
Berichtet über die Debatte am 22. Februar 2007 und sagt: "Sie hat das, was zu einer Debatte unter Intellektuellen gehört: Sie ist polemisch, verletzend, ausschweifend, aber auch rational, da sie Fragen von Toleranz und Multikulturalität aus unterschiedlichen Ansätzen verhandelt."

Washington Post
Am 27. Februar greift die Historikerin und Journalistin Anne Applebaum in die Debatte ein: Obwohl Ayaan Hirsi Ali inzwischen Europa verlassen hat, "gelingt es ihr, die Europäer zu provozieren, manchmal sogar ohne überhaupt etwas zu sagen. Nach einer ziemlich herablassenden Rezension ihres ersten Buches - in der der britische Autor Timothy Garton Ash sie eine 'mutige, freimütige und leicht vereinfachende Fundamentalistin der Aufklärung' nannte - galoppierte der französische Philosoph Pascal Bruckner herbei, um sie und die Aufklärung zu verteidigen. Garton Ash schlug zurück und andere schlossen sich einer Debatte an (lesen Sie das ganze auf http://www.signandsight.com), die sich schnell ausweitete auf Vernunft, Glauben, Multikulturalismus und die Integration von Millionen muslimischer Immigranten in die europäische Kultur. Was die Europäer am meisten zu erstaunen scheint, ist seltsamerweise die Begeisterung, mit der Hirsi Ali ihren eigenen Säkularismus und die westlichen Werte umarmt hat. Obwohl die Intellektuellen dieses Kontinents den Papst gerne als irrelevanten Dinosaurier verspotten, scheint sie Hirsi Alis Zurückweisung von Religion im Namen von Vernunft und Emanzipation irgendwie nervös zu machen."

Le Monde
Am 28. Februar übernimmt Le Monde den Artikel von Ian Buruma.

The Chronicle of Higher Education
Hier wird die Debatte am 2. März 2007 vorgestellt.


BLOGS:

Blogs, die über die Debatte berichten und diskutieren, hier und hier.


FERNSEHEN

3sat, kulturzeit
Berichterstattung über die Debatte und Interview mit Pascal Bruckner. Gesendet: 19. Februar 2007.


RUNDFUNK

WDR 3
Die Sendung "Tageszeichen" berichtete über die Debatte. Gesendet: 5. Februar 2007, 19:45-20:00 Uhr
Podcast.

Deutschlandradio Kultur
Das Interview mit Thierry Chervel vom 19. Februar 2007 gibt es hier zu hören.

Ulrike Ackermann, die sich an der Debatte beteiligt, sendet am 25. Februar 2007 einen Beitrag, in dem sie fragt: Was ist eigentlich los in Europa, im freien Westen? In Großbritannien werden die Sparschweine aus den Banken geräumt, weil sie die religiösen Gefühle der Muslime verletzen könnten, die im Schwein ein unreines Tier sehen. In Italien erwägt man, Strände für die muslimischen Frauen abzusperren, damit sie bekleidet und unbehelligt baden können. Der Beitrag wurde um 12:40 Uhr gesendet und kann hier gelesen und hier heruntergeladen werden.

Inforadio (Berlin)
Die Sendung "Druck & Blog" berichtet unter der Überschrift "Kulturkampf Islam?" über die Debatte. Oliver Rehlinger spricht über die Kontroverse mit dem aus dem Libanon stammenden Islam-Wissenschaftler Ralph Ghadban. Gesendet am 24. Februar 2007, 13:45 bis 14:00 Uhr. Die Textversion ist hier zu finden, der Sendungsdownload hier.

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