Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 21.05.2012, 10.57 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

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Vorgeblättert

Leseprobe zu Christopher Isherwood: Löwen und Schatten. Teil 2

08.02.2010.

     Die Bibliotheksberechtigung wurde auf verschiedene Weise mißbraucht. Es gab Schüler wie etwa Sargent, die schlicht herumtobten- Schwalben durch das Zimmer segeln ließen, Tintenbomben über die Bücherschränke warfen oder versuchten, einander von den Leitern zu stürzen. Wir, die Ruhigen, missbilligten das: Auf diese Weise würden wir noch allesamt hinausgeworfen werden, um wieder auf harten Bänken in einem Schulzimmer zu sitzen. Dann gab es die Müßiggänger, die schwatzten, Briefe schrieben oder schliefen. Und es gab die paar Fleißigen, die wirklich tätig waren - wenn auch aus ganz falschen Gründen. Hier ist vor allem Linsley zu nennen. Er war schon seit langem damit beschäftigt, einen Roman über das Leben an einer Public School zu schreiben. Dieser Roman war kein Geheimnis. Linsley - dicklich, lächelnd, stets verbindlich und nie durch Kritik zu verärgern, mochte sie noch so aggressiv sein - war immer bereit, Fragen zu beantworten, uns das Manuskript zu zeigen und die bevorstehende Handlungsentwicklung zu skizzieren. Donald Stanton wurde bald unser gemeinsamer Besitz; begeistert durchsuchten wir die Seiten nach Schreibfehlern, Zweideutigkeiten und Wundern der Grammatik. Wir wurden selten enttäuscht. Mrs. Stanton packte ihrem Sohn die Sachen und "warf ein Auge auf den schon fast vollen Koffer". "Mrs. Stanton", lautete ein Lieblingssatz, "kannte den Organisten sehr gut - obwohl Donald es nicht wußte, war er fast sein Sohn." Linsley war zweifellos von David Blaize beeinflußt - die von ihm verfassten Selbstgespräche waren in E. F. Bensons üppigster Manier und, da ihnen die Geschicklichkeit des Originals fehlte, wesentlich peinlicher. Ich selbst hatte David Blaize verschlungen (obwohl ich mittlerweile lieber gestorben wäre, als dies einzugestehen) - meine sarkastischen Kommentare zu Donald Stanton waren folglich um so bitterer. Ich füllte dem geduldigen Linsley sogar die Ränder des Manuskripts mit didaktischen oder dem Anspruch nach humorvollen Bemerkungen: "? und so ließ man die ganze Angelegenheit fallen. (Wohin? In die Themse?)" Wir kamen uns sehr überlegen vor, aber nicht ein einziger von uns hätte fertig gebracht, was Linsley konnte: Er lieferte der Bibliothek durch zwei Semester hindurch eine fast tägliche Unterhaltung. Donald Stanton kam trotz der Brutalität seiner literarischen Zieheltern gut voran; als der Verfasser die Schule verließ, war das Werk hundertdreiundzwanzig Seiten lang.
     Eines Tages wurde Linsley bei der Arbeit an seinem Roman von Mr. Paddington überrascht. Wir erwarteten nichts Gutes, aber Paddington fragte nur: "Hast du das alles selbst geschrieben?" "Ja, Sir", sagte Linsley sehr verlegen. "Tatsächlich!" sagte Paddington ohne eine Spur von Sarkasmus, und fügte, offensichtlich in freundlicher Absicht, hinzu: "Wirklich sehr anständig." Und er ging weiter. Mr. Paddington war der Mathematiklehrer, und Linsleys Fach waren die modernen Sprachen, insofern läßt sich die mangelnde Empörung des Lehrers vielleicht erklären.
     Ein anderer Bibliotheksschriftsteller war Chalmers. Chalmers aber schrieb Gedichte und zeigte im Gegensatz zu Linsley dem Publikum seine Arbeiten nie - sofern sie nicht, wie es gelegentlich vorkam, in der Schulzeitschrift gedruckt wurden. Er hatte kürzlich den Gedichtpreis der Schule bekommen, für ein Poem über das vorgegebene Thema "Die Kapitulation der deutschen Flotte bei Scapa Flow". Chalmers? Gedicht begann: "Preußen schaut auf das ernste Wintermeer." The Prussian watched the sombre winter sea. Dies war der erste und einzige Bezug des Gedichts auf Deutschland; die Flotte selbst wurde überhaupt nicht erwähnt. Chalmers füllte den Rest der sechs Strophen im Metrum Spensers mit seinen Lieblingsrequisiten: blutroter Nebeldunst, sinnlose Rufe unsichtbarer Seevögel und die unhörbaren Seufzer der Ertrunkenen. Doch war das, war er vorlegte, so unbestreitbar das beste eingereichte Gedicht, dass er trotzdem den Preis erhielt, auch wenn der Verdacht bestand, es könnte nur ein weiterer Ausdruck der unbegrenzten stillen Verachtung des Autors für die Schule und alle ihre Ideale sein.
     Chalmers war ein blasser, kleiner, stiller Junge, ein Jahr älter als ich, sehr gutaussehend, mit dunklem Haar und blauen Augen. Bei den seltenen Anlässen, wenn etwas sein Interesse erregte und er zu sprechen begann, rötete sich sein Gesicht; er sprach rasch und betastete beim Reden nervös die Lippen mit den Fingern, so daß es schwer war, zu verstehen, was er sagte. Sein Überschuß nervöser Energie machte ihn zu einem ausgezeichneten Fußballspieler, und wenn er sich mehr angestrengt hätte, wäre er sicher in die Schulmannschaft gekommen. In seinem Haus mochte man ihn, verstand ihn aber im Grunde nicht. Er war dort ziemlich isoliert und hatte keine engen Freunde.
     Sobald ich mit Chalmers in Berührung gekommen war, faßte ich den festen Entschluß, ihn gut kennenzulernen. Im ganzen Leben vorher oder nachher fand ich mich niemals so stark und unmittelbar zu einer Persönlichkeit hingezogen. Alles an ihm lockte mich. Er war von Natur aus ein Anarchist, ein geborener romantischer Revolutionär; ich war ein großbürgerlicher Puritaner, vorsichtig, ein wenig geizig, nicht ohne Standesbewußtsein. Chalmers hatte die Konfirmation verweigert und dem Leiter seines Hauses einfach erklärt, er sei Agnostiker. Ich hatte ein paar Monate zuvor den Konfirmationsunterricht und das Ritual mitgemacht und dabei sämtliche in meinem kleinen schwarzledernen Leitfaden vorgeschriebenen Empfindungen gehabt, so dass der Lehrer, der uns vorbereitete, von der Komplexität und Subtilität meiner "religiösen Schwierigkeiten" entzückt war. Jetzt mußte ich mir bereits gestehen, daß die gesamte Zeremonie, soweit sie mich betraf, bedeutungslos gewesen war. Wäre ich nur ehrlicher gewesen und hätte sie von Anfang an gemieden wie Chalmers !
     Vor allen Dingen verabscheute Chalmers die Schule, von der er nur als von der "Hölle" sprach. Sein natürlicher Haß auf jegliche konventionelle Autorität beeindruckte mich stark, und ich hatte das Gefühl, daß es meinerseits eine Schwäche war, diesen Haß nicht zu teilen - daß ich in der Tat manchmal innerlich den Rohrstock salutiert hatte. Es war nicht so, daß ich als Schüler ein großer Erfolg gewesen wäre. Ich paßte mich dem System nur unbehaglich ein. Aber ich war anpassungsfähig, ich fiel auf die Füße. Und alles in allem gefiel mir mein Leben in einer Gemeinschaft, wo Schläue und Diplomatie stets die rohe Gewalt leicht besiegen konnten.
     Zu den bewunderungswürdigsten Zügen von Mr. Holmes gehörte sein Verhalten Chalmers gegenüber. Die Verachtung seines Schülers für das System der Public School kann er nur mit Ungeduld zur Kenntnis genommen haben - er gehörte diesem System mit Leib und Seele an. Gedichte sagten ihm nicht viel, und Chalmers Verse a la Francis Thompson müssen ihm peinlich pueril erschienen sein. Aber er war ein wahrhaftiger Kenner: Er begriff Qualität, in jeglicher Gestalt. So intrigierte er, um Chalmers in den Geschichtszug zu bekommen, und als er ihn einmal dort hatte, bändigte er ihn und spornte ihn an, in kunstvoller Abwechslung, nun Revolution predigend, dann wieder das Maß. Und er ermunterte ihn, alles und jedes niederzuschreiben, was ihm durch den Kopf ging. Insgesamt war diese Methode ein großer Erfolg. Chalmers trat bald aus der Defensive heraus, er wurde sogar vorsichtig freundlich. Unter Mr. Holmes? Aufsicht glichen seine Aufsätze mehr und mehr Prosagedichten voll seltsamer, traumgleicher Sätze wie "Nach 1848 wurde Europa zu einem hauchdünnen Hospital entehrter Ideale. " Die meisten Lehrer hätten sehr sardonisch auf das "hauchdünne Hospital" reagiert und sich möglicherweise erkundigt, ob die Ärzte dort durchsichtig waren, aber Mr. Holmes lächelte nur. Er war vollkommen zufrieden. Er arbeitete mit seinen ganz besonderen Methoden auf ein bestimmtes Ziel hin. Und als Kenner des Marktwerts von Seltsamkeit war er unerreicht.
     Mr. Holmes Unterrichtsmethoden werden heute sicherlich sehr viel häufiger angewandt. Uns aber erschienen sie verblüffend unkonventionell. Er warf uns fast um mit der Dreistigkeit seiner Verallgemeinerungen: "Alle Revolutionen treten dann ein, wenn das Schlimmste vorbei ist und die Dinge auf dem Weg der Besserung sind ? Allen Revolutionen folgt eine Militärdiktatur ? Allen Militärdiktaturen folgt eine Restauration der konstitutionellen Monarchie ? Jeder konstitutionelle Monarch ?" So fuhr er fort, absurd, lächerlich, bis er endlich einem von uns einen Protestruf entlockt hatte: "Aber Sir, das ist doch sicher nicht immer so!" Dann stürzte er sich strahlend auf den Zwischenrufer. "N-natürlich nicht. Sag mir ein Gegenbeispiel. "Er schätzte es, wenn wir historische Vorurteile hatten, und genoß es, diese herauszufordern: "Heute morgen werde ich eine Ruhmrede auf Oliver Cromwell halten - speziell für Carrick." Carrick galt als glühender Monarchist. Ebenso und mit gleicher Leidenschaft attackierte oder verteidigte er Gladstones Irlandpolitik, den Charakter Napoleons oder die Laufbahn Friedrichs des Großen. Es gelang ihm als erstem, den meisten von uns die Verbindung von Geschichte und Geographie klarzumachen: "Schaut euch diese Gebirgskette an, und jetzt die Flußmündung hier. Ihr erkennt jetzt natürlich, warum die Leute auf dieser Seite immer Katholiken gewesen sind. Ich meine, ganz unvermeidlich - "
     Wir bereiteten uns nun geschäftig auf die Stipendienprüfung in Cambridge vor. Chalmers und ich gehörten zum ersten Schub von Kandidaten, die unsere Schule seit Kriegsende nach Cambridge schickte, und es gab großes allgemeines Interesse an den Resultaten. Mr. Holmes, der in Cambridge studiert hatte, galt als jemand mit freundlichen Verbindungen; jedenfalls zeigten die Ratschläge, die er uns erteilte, eine fast unheimlich präzise Kenntnis der Denkweise der Prüfer. Wie üblich spielte er den offen zynischen Scharlatan. Der Aufsatz, so erfuhren wir, war von allen schriftlichen Prüfungen die wichtigste. Historische Kenntnisse waren völlig überflüssig, man mußte lediglich glänzen und überraschen. Im Mündlichen mußte man nur ruhig bleiben und als Gentleman auftreten (Dutzende klügster Köpfe, sagte Mr. Holmes, wurden ihrer diversen Provinzakzente wegen abgewiesen). Und das Wichtigste war es, einen ungewöhnlichen und entlegenen literarischen Geschmack zu zeigen. Was die bloße Gelehrsamkeit betraf, so hatte Mr. Holmes auch hier seine Überfalltaktik. Er riet uns, ein paar Zeilen Dante im italienischen Original auswendig zu lernen, vorzugsweise aus dem Inferno, und sich ihrer dann beiläufig in irgendeiner Antwort zu erinnern. Ich lernte

e la lor cieca vita e tanto bassa
che invidiosi son d?ogni altra sorte,

was in einer Prüfung über ein Thema aus dem Mittelalter fast überall gut hinpaßt. Was immer ihr tut, fügte Mr. Holmes hinzu, ihr dürft nie verzweifeln, wenn ihr etwas vergessen habt - niemals in Verlegenheit sein. Und er erzählte die Geschichte, wie er selbst die Tripos-Prüfung ablegte und als Thema "Religiöse Probleme im England der Tudors" benannt hatte. Es war sein ureigenes Thema, er hatte alle Tatsachen memoriert und alle denkwürdigen Formulierungen vorbereitet, er war gerüstet, brillant aufzutreten, er durfte auf keinen Fall dieses Thema ausschlagen. Plötzlich aber ging ihm voll Entsetzen auf, daß er sich um keinen Preis daran erinnern konnte, ob König Edward VI. vor oder nach Königin Mary regierte. Einen Augenblick lang verlor er vollkommen den Kopf. Er sah die ganze Prüfung, die ganze Zukunft seinem Griff entgleiten. Dann bot sich ihm die schlichte Lösung dar. In seiner gesamten Antwort redete er einfach von "der Krone".
     Der große Tag kam. Chalmers und ich hatten ausgemacht, daß wir zusammen nach Cambridge fahren würden. Wir mußten unbedingt zusammenbleiben, schärften wir einander ein. Wir wagten uns wie Spione in eine Festung des Feindes. "Sie", unsere Gegner, würden dort drunten andere Taktiken aufbieten - höflich, beruhigend, glatt würden sie agieren; zum Tee würden sie uns einladen. Wir mußten sehr auf der Hut sein. "Sie werden alles daransetzen, uns voneinander zu trennen", sagte ich geheimnisvoll, denn ich hatte mir Chalmers Ideen und Redeweisen ohne Rückhalt angeeignet und sprach nun genau wie er. "Alle erdenklichen Mittel wird man aufwenden, um uns zu bestechen." Der Zug klirrte durch die eisenfarbene Marschlandschaft mit ihren einsamen hohen Kirchturmspitzen, unendlich öde und verlassen im dunkelnden Dezembernachmittag. Chalmers sagte: "Ankunft im Land der Toten."
     Cambridge übertraf unsere makabersten Erwartungen. Es schien eine Stadt fortwährender Finsternis zu sein, denn die wenigen Stunden des winterlichen Tageslichts verbrachten wir fast zur Gänze im Prüfungssaal. Als wir hinaustraten, waren die Lichter der Geschäfte bereits im kalten Nebel verwischt, der sich aus den Marschen in die Stadt stahl, Fahrräder kurvten im Dunkel schrill klingelnd hin und her und die Umrisse der Collegegebäude, halb erblickt, halb erahnbar, waren massiv und schattenschwarz wie die Architektur der Nacht selbst. Im College war alles reinster Luxus: die Sessel, die Crumpets, die wunderschön gebundenen Bände aus dem achtzehnten Jahrhundert, die in wohlgeschürten Kaminen lodernden Feuer. Jeder von uns konnte die Räumlichkeiten eines gerade abwesenden Studenten benutzen - Schlafzimmer, Wohnzimmer und Anrichte, alles in einem Stil eingerichtet, der nach der spartanischen Schlichtheit eines Public-School-Zimmers geradezu sündhaft wirkte. Man wurde jeden Morgen von einem Bediensteten des College mit einer Tasse Tee geweckt. Chalmers wie ich waren überwältigt von der Muße, der Höflichkeit, der Extravaganz, dem üppigen Angebot von Alkohol und gutem Essen. Niemand versuchte uns zu trennen, wie ich es vorhergesagt hatte, aber die ganze Institution schien uns in der Tat stillschweigend eine enorme Bestechungsofferte zu machen. Wir stählten uns dagegen, so gut wir es vermochten, zurückgezogen auf das eine oder andere unserer Zimmer: Wir schworen, einander nie zu verraten, niemals die Existenz der "beiden Seiten" zu vergessen und ihren ewigen und notwendigen Kriegszustand.
     Von der Prüfung selbst weiß ich kaum mehr etwas; für mich war sie das Unwichtigste an dieser denkwürdigen Expedition. Aber ich kann die Gesichter der anderen Kandidaten noch deutlich sehen - konfus, eifrig, streberhaft, verschreckt, schüchtern, picklig, tollkühn. Sie schienen seltsam getrennt von uns beiden. Wir faßten ein besonderes Interesse an einem Jungen, der intelligent aussah und ziemlich verloren; er bekam den Spitznamen "Der Mann mit der Seele". Wir sprachen mit niemandem und diskutierten die Prüfungsaufgaben kaum miteinander. Mir scheint, ich wußte schon, daß ich Erfolg haben würde. Das war Mr. Holmes? Verdienst. Durch seine bemerkenswert hypnotischen Instruktionen war er geistig immer mit uns, er führte uns an jedem Hindernis vorbei und warnte uns vor jeder Gefahr. Unbewußt waren wir sicher, daß er uns unmöglich im Stich lassen konnte. Unsere Niederlage wäre seine eigene gewesen.
     Er ließ uns nicht im Stich. Chalmers bekam ein Sechzig-Pfund-Stipendium, meines war vierzig Pfund wert, und Browne, der an der Schule den Geschichtspreis geholt hatte, bekam das bestdotierte Stipendium des ganzen Jahres. Chalmers ging am Semesterende ab, um in einer pension in Rouen Französisch zu lernen. Ich mußte noch ein Jahr lang auf der Schule bleiben, weil ich so jung war. Die Aussicht war wenig attraktiv.

Teil 3

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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012. Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012. Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012. Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

David van Reybrouck: Kongo - Eine Geschichte

05.04.2012. Der belgische Autor David van Reybrouck erzählt die Geschichte des Kongo aus der Sicht seiner Bewohner: von der blutigen Kolonialherrschaft der Belgier, der Mobutu-Diktatur bis hin in die Gegenwart. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Kongo - Eine Geschichte". Mehr lesen

Abdellah Taïa: Der Tag des Königs

15.03.2012. Der marokkanische Autor Abdellah Taïa erzählt von den beiden ungleichen Freunden Khaled und Omar. Khaled kommt aus einer reichen Familie, er darf dem König die Hand küssen. Omar ist arm, seine Mutter hat die Familie verlassen, der Vater ist ein gebrochener Mann. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Roman "Der Tag des Königs". Mehr lesen

Alice Munro: Was ich dir schon immer sagen wollte

08.03.2012. Die neuen Erzählungen von Alice Munro "Was ich Dir schon immer sagen wollte" sind von 1974 und immer noch und immer wieder so betörend wie aktuell. Lesen Sie hier die Geschichte "Wie ich meinen Mann kennenlernte". Mehr lesen

György Dalos: Der Fall des Ökonomen

05.03.2012. György Dalos erzählt die Geschichte von Gábor Kolozs, eines nicht weiter gefragten Ökonomen, der in Moskau studierte. Und wie es dazu kam, dass er den Tod seines Vaters verschweigt, um nicht auf dessen Wiedergutmachungsrente als Holocaust-Überlebender verzichten zu müssen. Lesen Sie den Anfang von "Der Fall des Ökonomen". Mehr lesen

Ina Hartwig: Das Geheimfach ist offen

01.03.2012. "Das Geheimfach ist offen", im wahrsten Sinne des Wortes. Ina Hartwigs Blick auf SchriftstellerInnen und ihre Werke ist analytisch und sehr persönlich. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Sammelband ihrer Literaturkritiken, das Lektüreprotokoll "Obsession der Schläge" über Georges-Arthur Goldschmidt (siehe auch "Vorgeblättert" vom 27.2.). Mehr lesen

Georges-Arthur Goldschmidt: Ein Wiederkommen

27.02.2012. In Paris angekommen und in Sicherheit erinnert sich Georges-Arthur Goldschmidt alias Arthur Kellerlicht an seine Kindheit, seine Flucht als 10-Jähriger aus Deutschland 1938, an die Zeit im Internat während des Krieges und an die Strafen für fast alle Lebensäußerungen. Lesen Sie hier den Beginn der Erzählung "Ein Wiederkommen". Mehr lesen

Mohammed Hanif: Alice Bhattis Himmelfahrt

23.02.2012. Alice, die junge Krankenschwester im Herz Jesu Krankenhaus, und Teddy, der junge Taugenichts, verlieben sich ineinander. Das Leben ist schon schwer genug in Karatschi, ohne dass es auch noch unterschiedlicher Religionen bedürfte. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Roman von Mohammed Hanif: "Alice Bhattis Himmelfahrt".
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F.C. Delius: Als die Bücher noch geholfen haben

20.02.2012. Friedrich Christian Delius erzählt in seinen biografischen Skizzen "Als die Bücher noch geholfen haben" auch ein Stück Literaturgeschichte der Bundesrepublik, von Treffen mit Kollegen in Ostberlin, wie Bücher durch die Mauer geschmuggelt wurden, von den Grabenkämpfen der Linken und seiner Arbeit als Lektor. Lesen Sie hier, warum F.C. Delius kein Kritiker wurde und warum er 1966 in Princeton schwieg. Mehr lesen

Joachim Kalka: Die Katze, der Regen, das Totenreich

16.02.2012. Joachim Kalka sinniert über das Leben und seine unwiderstehlichen Seiten, etwa den Dialog: "Wir möchten Brautbilder haben ... - Wie viel? - Ein halbes Dutzend bitte. - Soviel wern ma gar net ham (Nimmt Bilder und zeigt sie her). - Von uns wollen wir doch Bilder haben, das sind wir ja gar nicht. - A so, von eahna wollens welche ham, ja de müssten aber extra angefertigt werden ... Diese Firmlingsbilder wern sehr gern gekauft - oder soll's was in Uniform sein?..." -  Lesen Sie hier einen Auszug aus "Die Katze, der Regen, das Totenreich". Mehr lesen

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13.02.2012. Gewitzt muss man sein, wenn man in Kriegszeiten nicht nur überleben, sondern auch noch Zigaretten und Klamotten will, wie die jungen Mädchen Ninzo und Zknapi im Debütroman der georgischen Autorin Tamta Melaschwili. Lesen Sie hier den Anfang. Mehr lesen

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012. In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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06.02.2012. Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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