Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 03.02.2012, 14.00 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Vorgeblättert

Walter Abish: Alphabetisches Afrika, Teil 1

10.04.2002. Einmal im Monat wird "Vorgeblättert". Im Juni lesen Sie einen Auszug aus Walter Abishs Sprach-Kunstwerk ''Alphabetisches Afrika''. Der Perlentaucher bringt außerdem Infos zu Autor und Buch.

Zum zweiten Mal präsentiert der Perlentaucher unter der Rubrik Vorgeblättert einen Auszug aus einer interessanten Neuerscheinung. Nachdem es zum Auftakt der Rubrik einen Auszug von Michael Maars Buch Warum Nabokov Harry Potter gemocht hätte zu lesen gab, blättern wir in diesem Monat, mit freundlicher Unterstützung des Verlegers Urs Engeler, vor. In dessen Verlag erscheint im August Walter Abishs "Alphabetisches Afrika" in einer Übersetzung von Jürg Laederach: ein Sprach-Kunstwerk aus dem Jahr 1974, in dem Abish den Schwarzen Kontinent in 52 Kapiteln nach einer eigens auferlegten alphabetischen Regel durchmisst. Außerdem finden Sie hier Informationen zum Autor, hier zum Buch.


Auszug aus Walter Abishs "Alphabetisches Afrika"

E

Erledigen, ach bereits erledigt. Auf die aleatorische Art begegnet Alva einem äthiopischen Elektriker, der Aloestauden durchträgt, Alva aber entscheidet, die Arbeit des Elektrikers erfordere eine enorme, ebenso energetische Durchsetzungskraft an beiden Ellenbogen. Der äthiopische Elektriker brüllt, Eher abstreifen!, als Alva, den ausgestreckten äthiopischen Degen ausweichend, entflieht, bestimmte ästhetische architekturale Details auslassend. Englische Bitten ausstoßend, donnert der Elektriker an eine eingerastete Aufzugtür, erscheint beinah defätistisch, der Elektriker betrachtet alle angulären Aufbauten, alle Einlässe, alle Aufgänge, auch deduziert er daraus elegant den darauffolgenden Anfang, dazu das erneuerte Ende. Als er bei einer Erdgeschoss-Cafeteria Alvas Ellenbogen begegnet, entdeckt er Alva bisschen davon entfernt, doch abermals ändert Alva den Dress, auch das Aussehen, entkommt, als dorisches Eckfries aufgetakelt. Endlich endet die Autojagd beim Airport. Alva beim Entkommen, delikate Escargots begleitet durch Creme Chantilly einstopfend, ah douceur, aber beim Abheben beginnen alle acht Antriebe auszufallen, bringen böse Beweise bei. Aaah, Brüderchen du, blutiger belastender Bruder. Als ein erneuter Augusttag endet, dengelt ein erregter Elektriker Dessertteller an einen Eincheck- Counter, bescheuertes Ekel, erweckt aller Aufmerksamkeit, demonstriert effeminierte englische Degeneration dadurch, dass er billigem Benehmen anheimfällt. Als die blockierenden Antriebe den Ausfall erweitern, darf die emporgeflogene Alva die bisherige Düsen-Erfahrung als eine Art allgemeiner Beruhigung einsetzen, ersetzt alle Antriebe, brüllt dazu enthusiastisch: Eritrea existiert, Eritrea existiert.

Erledigt.

Acht Antriebe energetisieren das äthiopische Berlin beträchtlich, bitteschön, auch der Erbkaiser demonstriert bei der Examination eines allegorischen Abschnittes Alvas Eingeweihtheit bezüglich bestimmter atmosphärischer Begegnungen, danach engagiert er die Dienste des Elektrikers. Eilig erdacht, bald ausgeführt. Alvas Abflug begann, danach amüsiert der Elektriker Edna beim Dropsy's. Die englische Edna, eine Delikatesse, beneidet Alva emsig, bisschen erregte Annäherung an alle anders angekleideten Boten. Eiligst ausführen!, berät der Elektriker den äthiopischen Erbkaiser. Danach appelliert der Erbkaiser aus Anstand an Edna, auch an Alva, alle durch "Dearest Damsel" angesprochen. Er ärgert Edna alias Alva, auch befolgt er des Elektrikers Exempel, amüsiert dieselben ebenfalls beim Dropsy's, beäugt Ednas etwas ellipsoide Demarkationen. Aaach, erkannt, basta, alle acht akustisch destruktiven Düsenantriebe energetisieren das Empire. Aber das Empire bricht ein. Erleuchtet dringt der Erbkaiser bei Edna ein, denkt, Edna amte durchaus auch als Alva, als Edna, bisschen devot, bisschen erlogen, bestätigt, das emeritierte England dürfe bei acht aufeinanderfolgenden enormen, dazu entschieden ansteckenden Climaxes einen Erguss erden. Dabei bestätigt Edna den Edna allein angehörenden Anteil an Edna. Der enttäuscht aufgeklärte Erbkaiser birgt die absinkende Erektion. Edna? Ach Dearest Damsel. Die brave Damsel befingert dreist des Erbkaisers Befestigung, aber der Erbkaiser, eindringlich beschämt, entert ebensowenig, blinzelt etwas berechnend, er blinzelt, blinzelt, aber durchs Blinzeln bestätigt der Erbkaiser auf aleatorische Art einen durchtriebenen Code, den der Bombardierungs-Berater entwarf. Als der Erbkaiser Ednas abermalige Einmessung beabsichtigt, bombardiert der bedauerliche Einsatz einer Bomber-Einheit das äthiopische Berlin, eliminiert alles am Boden. Das Dünen-Centrum altert als Antiquität, datiert durch die Anfangsbuchstaben A.D. Danach ehelicht der begierige Elektriker die abgelegte Edna, beküsst Edna, beliegt Edna, bekämpft Edna, approximiert Ednas Befähigungen, entweder acht Buben, achtzehn Buben, achtzig Buben, erledigt, erledigt. 

Eritrea ausradieren, Eritrea ausradieren.

Bald beschlossen, eilig ausgeführt …

Alex, ebenso Allen bestreiten Antibes, bestreiten alles.


Teil 2

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Archiv: Vorgeblättert

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012. Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Hanna Krall: Rosa Straußenfedern

30.01.2012. Briefe, Fragmente, Zettel und Erzählungen erzählen vom Leben der polnischen Autorin Hanna Krall, ihrer Freunde und Zeitgenossen. Der Zweite Weltkrieg, die Volksrepublik Polen, Solidarnosc, vergegenwärtigen sich in ihrer Biografie. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Rosa Straußenfedern". Mehr lesen

Peter Nadas: Parallelgeschichten

26.01.2012. Peter Nadas erzählt die Geschichte der Budapester Familie Demen und ihrer Freunde, deren persönliche Schicksale mit der ungarischen und deutschen Vergangenheit verknüpft sind. Meilensteine in diesem gewaltigen Epos sind die ungarische Revolution 1956, der ungarische Nationalfeiertag am 15. März 1961 und, rückblickend, die Deportation der ungarischen Juden 1944/45 sowie die dreißiger Jahre in Berlin. Lesen Sie hier einen Auszug aus Nadas' Roman "Parallelgeschichten". Mehr lesen

Tom Bullough: Die Mechanik des Himmels

23.01.2012. Konstantin Ziolkowski, der Pionier der russischen Raumfahrt, ist das Vorbild für den kleinen, begabten Kostja in Tom Bulloughs Roman "Die Mechanik des Himmels". Arm und fast taub geht Kostja zum Studium nach Moskau und entwickelt dort am Ende des 19. Jahrhunderts visionäre Ideen von einer modernen Kosmonautik. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Roman. Mehr lesen

Miklos Banffy: Die Schrift in Flammen

19.01.2012. Von der untergehenden Welt der österreichisch-ungarischen Monarchie zu Beginn des 20. Jahrhunderts erzählt der ungarische Adelige, Schriftsteller und zeitweise auch Außenminister Ungarns Miklos Banffy in seiner Trilogie "Siebenbürger Geschichte". Lesen Sie hier den Anfang des ersten Bandes "Die Schrift in Flammen".
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Katie Arnold-Ratliff: Was uns bleibt

16.01.2012. Der Selbstmord einer jungen Frau bringt den Lehrer Francis aus dem Gleichgewicht, er glaubt, dass die Leiche, die seine Schüler am Strand finden, Nora ist, seine erste Liebe. Eine Reise in die Vergangenheit beginnt, der er sich stellen muss. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Was uns bleibt", dem Erstlingsroman der Amerikanerin Katie Arnold-Ratliff. Mehr lesen

Sonja Margolina: Brandgeruch

24.10.2011. Sowjetunion, DDR, Perestroika, KGB, geheime Dienste jeglicher Couleur, Kirchen, Künstler, Journalisten, der kapitalistische Westen sind Themen in Sonja Margolinas Roman "Brandgeruch" über den Geheimdienstagenten Nikolaj Gribojedow. Lesen Sie hier den Anfang. Mehr lesen

Rodney Bolt: Lorenzo Da Ponte

10.10.2011. Venedig, Wien, London, New York waren die Lebensorte von Lorenzo da Ponte, als Globalisierung noch kein Thema war. Er war Lehrer, Mozarts Librettist, Tabak-, Buch- und Gemüseverkäufer, Jude und katholischer Geistlicher, hatte Frau und Kinder und stand stets vor dem finanziellen Ruin in Zeiten großer Umbrüche. Lesen Sie hier einen Auszug aus der Biografie von Rodney Bolt. Mehr lesen

Edith Wharton: Ein altes Haus am Hudson River

06.10.2011. Vance Weston heißt der junge Held im Roman "Ein altes Haus am Hudson River" der amerikanischen Schriftstellerin Edith Wharton (1862 - 1937). Seine Träume vom Künstlerdasein führen ihn von der behüteten amerikanischen Provinz in das New York der zwanziger Jahre. Lesen Sie hier einen Auszug der deutschen Erstübersetzung. Mehr lesen

Katharina Hacker: Eine Dorfgeschichte

26.09.2011. Der Odenwald ist der Schauplatz von Katharina Hackers Erzählung "Eine Dorfgeschichte" aus der Zeit nach dem Krieg. Geheimnisse und Ängste trotzen der Sommerkindheitsidylle, wenn die Dorfbewohner und die Großeltern ihre Geschichten erzählen. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Christopher Hitchens: The Hitch

19.09.2011. In seiner Autobiografie erzählt Christopher Hitchens, wie aus einem britischen Trotzkisten ein amerikanischer Demokrat wurde und aus einem vehementen Vietnamkriegsgegner ein ebenso vehementer Befürworter des Irakkriegs. Auf den Vorwurf, ein Wendehals zu sein, antwortete er mit John Maynard Keynes: "Wenn sich die Fakten ändern, ändert sich auch meine Meinung - und wie steht's bei Ihnen, Sir?" Lesen Sie hier einen Auszug aus "The Hitch". Mehr lesen

Nellie Bly: Zehn Tage im Irrenhaus

12.09.2011. Nellie Bly war eine Pionierin des investigativen Journalismus und begab sich undercover 1887 in die Frauenpsychiatrie auf Blackwell's Island in New York. Wie sie das bewerkstelligte und was sie dort erlebte, können Sie in ihrem Bericht "Zehn Tage im Irrenhaus" lesen. Hier ein Auszug. Mehr lesen

Andrzej Stasiuk: Hinter der Blechwand

05.09.2011. Wladek und Pawel fahren durch die einsamsten Gegenden Südosteuropas, immer auf der Suche nach einem geglückten Geschäft. Doch auf den Second-Hand-Märkten und Basaren sind nicht die konkurrierenden chinesischen Händler die wahre Gefahr, sondern Menschenhändler. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Roman "Hinter der Blechwand" des polnischen Schriftstellers Andrzej Stasiuk. Mehr lesen

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Bd. 7

29.08.2011. Der siebte Band der großen Dokumentation zeigt, wie sich mit dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 der antijüdische Terror zum systematischen Völkermord ausweitetete. Lesen Sie hier Dokumente über die Verfolgung der Juden im Baltikum und in Rumänien sowie über das Massaker von Babij Jar, mit dem vor siebzig Jahren der Holocaust seinen Anfang nahm. Mehr lesen

Wolfgang Hädecke: Novalis

25.08.2011. Wenn man wie Novalis mit 30 Jahren stirbt, muss man sich mit allem im Leben beeilen: mit dem Studium, mit der Kunst, mit der Liebe, mit der Philosophie, mit revolutionären Ideen ... Lesen Sie hier einen Auszug aus der Biografie Friedrich von Hardenbergs, geschrieben von Wolfgang Hädecke. Mehr lesen

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