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zuletzt aktualisiert 09.02.2010, 16.23 Uhr

Vorgeblättert

Kenzaburo Oe: Tagame. Berlin - Tokyo

Ausgewählte Leseproben.

15.08.2005. Was hat den berühmten Filmemacher Goro in den Freitod getrieben? Die Suche nach einer Antwort führt seinen engsten Freund Kogito von Tokio nach Berlin. Kenzaburo Oe zeichnet in seinem Roman "Tagame. Berlin-Tokyo" das Porträt einer außergewöhnlichen Freundschaft. Lesen Sie einen Auszug.

Bild zum ArtikelKenzaburo Oe: Tagame Berlin-Tokyo
Roman
Aus dem Japanischen von Nora Bierich

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2005
320 Seiten, gebunden, 19,90 Euro

Erscheint am 24. August 2005

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Klappentext:
Es beginnt mit dem Selbstmord von Goro, einem berühmten Filmregisseur, Schwager und langjähriger Freund von Kogito. Und mit dem Selbstmord beginnt Kogitos langes Gespräch mit dem Toten. Das Gespräch stützt sich auf Kassetten, die Goro kurz vor seinem Tod für Kogito besprochen hat. Um Abstand zu den Ereignissen zu bekommen, nimmt Kogito die Samuel Fischer Gastprofessur in Berlin an. In Berlin setzt er das Gespräch mit seinem Schwager und Freund fort, Erinnerungen an gemeinsam Erlebnisse verbinden sich mit Fragen zum Selbstmord, zur Literatur, Journalismus, zur japanischen Mafia, der Yakuza, zum Film und Sex. Durch die Erinnerung an einen rechtsradikalen Angriff auf ihn, Kogito, taucht die Erinnerung an eine anderes Ereignis auf, das vor vielen Jahren Goro und Kogito zusammen erlebt haben. Der rechtsgesinnte Vater Kogitos wurde zur Zeit der amerikanischen Besatzung im Zuge eines Banküberfalls erschossen. Daraufhin gründete Daio, ein Freund des Vaters, eine ökologische Hofgemeinschaft, wo sich Kogito und Goro viel aufhielten. Dort plante Daio auch eine Attacke gegen die amerikanischen Besatzer und wollte auch die beiden Jungen dafür begeistern, aber vergeblich. Die werden daraufhin zum Gespött der Hofgemeinschaft. Kogito erfährt, von Berlin nach Japan zurückgekehrt, dass Goro zu dieser Geschichte ein Drehbuch geschrieben hat. Parallel zu dem Erzählstrang kommt eine Liebesgeschichte Goros dazu, die ebenfalls in Berlin stattgefunden hatte. In Berlin lernt Kogito Ulla, Goros Geliebte, eine in Berlin lebende Japanerin, kennen. Auch sei weiß keine Antwort auf Goros Selbstmord. Am Ende kommt noch Goros Schwester ins Spiel, auch sie hat keine Erklärung, nur die, dass Goro seit den Ereignissen in der Hofgemeinschaft ein ausgewechseltes (Changeling) Kind gewesen sei. Die Frage nach Goros Selbstmord bleibt unbeantwortet.
Hintergrund ist natürlich Oes Leben: Goro ist Juzo Itami, der berühmte japanische Regisseur (Tampopo). Nach einem Film zur Yakuza wurde er von dieser überfallen und schwer verletzt. Er beging 1997 Selbstmord. Auch der wirkliche Itami gibt keine Antworten auf seinen Selbstmord.


Bild zum ArtikelZum Autor: Kenzaburo Oe, geboren 1935 auf der Insel Shikoku, Romanistik-Studium an der Tokyo University. Abschluß mit einer Arbeit über Sartre, schrieb Essays, Geschichten und Romane. Mit 23 Jahren erhielt Oe den renommierten Akutagawa-Preis, es folgten zahlreiche weitere Auszeichungen - darunter 1994 der Nobelpreis für Literatur. Oe lebt in Tokyo. (Foto: Sven Paustian)
Zur Übersetzerin: Nora Bierich, geboren 1958, hat Philosophie und Japanologie studiert. Neben Kenzaburo Oe übersetzte sie aus dem Japanischen Werke des Philosophen Kojin Karatani und von Haruki Murakami.

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