Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Vorgeblättert
Anita Kugler: Scherwitz
Ausgewählte Leseproben.
13.08.2004. Wer war Eleke Scherwitz? Jude? SS-Untersturmführer? KZ-Kommandant? Mörder? Oder Judenretter und Justizopfer? Anita Kugler hat jahrelang in in- und ausländischen Archiven Scherwitz' Spuren verfolgt und mit Zeitzeugen gesprochen. Lesen Sie einen Auszug aus "Scherwitz. Der jüdische SS-Offizier".
Anita Kugler: Scherwitz. Der jüdische SS-Offizier
Kiepenheuer & Witsch, Köln 2004
758 Seiten, gebunden, Euro 22,90
Erscheint am 25. August 2004
Zur Leseprobe
Mehr Informationen beim Verlag Kiepenheuer und Witsch
Klappentext:
Jude? SS-Untersturmführer? KZ-Kommandant? Mörder? Oder Judenretter und Justizopfer? Wer war Eleke Scherwitz? "Am 26. April 1948 wird Dr. Eleke Scherwitz, Regionalleiter für die Betreuung der Opfer des Nationalsozialismus in Oberschwaben, als mutmaßlicher Kriegsverbrecher verhaftet." Mit diesem Satz beginnt Anita Kugler ihre Biografie über einen Mann, dessen Name und Herkunft unklar sind, der Kindersoldat bei einem Freikorps in Litauen war und sich später zu einer der seltsamsten Figuren in der Geschichte der SS entwickelte. In Riga leitete er das KZ-Außenlager "Lenta", in dem Luxusgüter für SS-Offiziere hergestellt wurden. Die bei ihm beschäftigten jüdischen Handwerker nannten ihn "Chaze", Kamerad, Beschützer, Lebensretter. Es war ein Konzentrationslager, in dem es alles gab, außer der Freiheit. Gleich nach dem Krieg behauptete Scherwitz, in Wahrheit Jude zu sein, und jeder wollte ihm glauben. Unter amerikanischer Besatzung begann er eine antifaschistische Karriere, bis ihn seine Vergangenheit einholte. Ihm wurde vorgeworfen, im Herbst 1944 drei jüdische Häftlinge auf der Flucht erschossen zu haben. Nach drei Prozessen ohne Beweise verurteilte ihn das Schwurgericht München 1950 wegen Totschlags zu sechs Jahren Gefängnis. Seine jüdische Herkunft wurde ihm strafverschärfend angekreidet, die "Tötung eigener Rassegenossen" galt deutschen Richtern als eine "besonders verwerfliche" Tat. Heute fordern ehemalige Häftlinge der "Lenta" seine Rehabilitierung, auch solche, die ihn damals belastet haben.
Anita Kugler hat jahrelang in in- und ausländischen Archiven Scherwitz' Spuren verfolgt und mit Zeitzeugen gesprochen. Das Schicksal des "jüdischen SS-Offiziers" ist einmalig, weil sich in seinem Leben die Katastrophen und Absurditäten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verdichten. Nichts ist so, wie es scheint.
Zur Autorin:
Anita Kugler, Buchhändlerin, Historikerin, Journalistin, bei der taz viele Jahre für das Politische Buch und zeitgeschichtliche Themen zuständig. Buchveröffentlichungen über Zwangsarbeit und amerikanische Automobilkonzerne im Dritten Reich. Anita Kugler ist deutsch-baltischer Herkunft und stolz darauf, vom Museum "Juden in Lettland" (mehr hier) zum "Mitglied Nummer 2" ernannt worden zu sein.
Leseprobe
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012. In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012. Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012. Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen
Hanna Krall: Rosa Straußenfedern
30.01.2012. Briefe, Fragmente, Zettel und Erzählungen erzählen vom Leben der polnischen Autorin Hanna Krall, ihrer Freunde und Zeitgenossen. Der Zweite Weltkrieg, die Volksrepublik Polen, Solidarnosc, vergegenwärtigen sich in ihrer Biografie. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Rosa Straußenfedern". Mehr lesen
Peter Nadas: Parallelgeschichten
26.01.2012. Peter Nadas erzählt die Geschichte der Budapester Familie Demen und ihrer Freunde, deren persönliche Schicksale mit der ungarischen und deutschen Vergangenheit verknüpft sind. Meilensteine in diesem gewaltigen Epos sind die ungarische Revolution 1956, der ungarische Nationalfeiertag am 15. März 1961 und, rückblickend, die Deportation der ungarischen Juden 1944/45 sowie die dreißiger Jahre in Berlin. Lesen Sie hier einen Auszug aus Nadas' Roman "Parallelgeschichten". Mehr lesen
Tom Bullough: Die Mechanik des Himmels
23.01.2012. Konstantin Ziolkowski, der Pionier der russischen Raumfahrt, ist das Vorbild für den kleinen, begabten Kostja in Tom Bulloughs Roman "Die Mechanik des Himmels". Arm und fast taub geht Kostja zum Studium nach Moskau und entwickelt dort am Ende des 19. Jahrhunderts visionäre Ideen von einer modernen Kosmonautik. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Roman. Mehr lesen
Miklos Banffy: Die Schrift in Flammen
19.01.2012. Von der untergehenden Welt der österreichisch-ungarischen Monarchie zu Beginn des 20. Jahrhunderts erzählt der ungarische Adelige, Schriftsteller und zeitweise auch Außenminister Ungarns Miklos Banffy in seiner Trilogie "Siebenbürger Geschichte". Lesen Sie hier den Anfang des ersten Bandes "Die Schrift in Flammen".
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Katie Arnold-Ratliff: Was uns bleibt
16.01.2012. Der Selbstmord einer jungen Frau bringt den Lehrer Francis aus dem Gleichgewicht, er glaubt, dass die Leiche, die seine Schüler am Strand finden, Nora ist, seine erste Liebe. Eine Reise in die Vergangenheit beginnt, der er sich stellen muss. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Was uns bleibt", dem Erstlingsroman der Amerikanerin Katie Arnold-Ratliff. Mehr lesen
Sonja Margolina: Brandgeruch
24.10.2011. Sowjetunion, DDR, Perestroika, KGB, geheime Dienste jeglicher Couleur, Kirchen, Künstler, Journalisten, der kapitalistische Westen sind Themen in Sonja Margolinas Roman "Brandgeruch" über den Geheimdienstagenten Nikolaj Gribojedow. Lesen Sie hier den Anfang. Mehr lesen
Rodney Bolt: Lorenzo Da Ponte
10.10.2011. Venedig, Wien, London, New York waren die Lebensorte von Lorenzo da Ponte, als Globalisierung noch kein Thema war. Er war Lehrer, Mozarts Librettist, Tabak-, Buch- und Gemüseverkäufer, Jude und katholischer Geistlicher, hatte Frau und Kinder und stand stets vor dem finanziellen Ruin in Zeiten großer Umbrüche. Lesen Sie hier einen Auszug aus der Biografie von Rodney Bolt. Mehr lesen
Edith Wharton: Ein altes Haus am Hudson River
06.10.2011. Vance Weston heißt der junge Held im Roman "Ein altes Haus am Hudson River" der amerikanischen Schriftstellerin Edith Wharton (1862 - 1937). Seine Träume vom Künstlerdasein führen ihn von der behüteten amerikanischen Provinz in das New York der zwanziger Jahre. Lesen Sie hier einen Auszug der deutschen Erstübersetzung. Mehr lesen
Katharina Hacker: Eine Dorfgeschichte
26.09.2011. Der Odenwald ist der Schauplatz von Katharina Hackers Erzählung "Eine Dorfgeschichte" aus der Zeit nach dem Krieg. Geheimnisse und Ängste trotzen der Sommerkindheitsidylle, wenn die Dorfbewohner und die Großeltern ihre Geschichten erzählen. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Christopher Hitchens: The Hitch
19.09.2011. In seiner Autobiografie erzählt Christopher Hitchens, wie aus einem britischen Trotzkisten ein amerikanischer Demokrat wurde und aus einem vehementen Vietnamkriegsgegner ein ebenso vehementer Befürworter des Irakkriegs. Auf den Vorwurf, ein Wendehals zu sein, antwortete er mit John Maynard Keynes: "Wenn sich die Fakten ändern, ändert sich auch meine Meinung - und wie steht's bei Ihnen, Sir?" Lesen Sie hier einen Auszug aus "The Hitch". Mehr lesen
Nellie Bly: Zehn Tage im Irrenhaus
12.09.2011. Nellie Bly war eine Pionierin des investigativen Journalismus und begab sich undercover 1887 in die Frauenpsychiatrie auf Blackwell's Island in New York. Wie sie das bewerkstelligte und was sie dort erlebte, können Sie in ihrem Bericht "Zehn Tage im Irrenhaus" lesen. Hier ein Auszug. Mehr lesen
Andrzej Stasiuk: Hinter der Blechwand
05.09.2011. Wladek und Pawel fahren durch die einsamsten Gegenden Südosteuropas, immer auf der Suche nach einem geglückten Geschäft. Doch auf den Second-Hand-Märkten und Basaren sind nicht die konkurrierenden chinesischen Händler die wahre Gefahr, sondern Menschenhändler. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Roman "Hinter der Blechwand" des polnischen Schriftstellers Andrzej Stasiuk. Mehr lesen








