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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Thomas Glavinic

Der Kameramörder

Erzählung

Cover: Der Kameramörder

Volk und Welt Verlag, Berlin 2001
ISBN-10 3353011919
ISBN-13 9783353011916
Gebunden, 156 Seiten, 16,36 EUR

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Klappentext

Warum zwingt jemand Kinder, sich umzubringen, und filmt sie dabei? Vielleicht deshalb, weil er mit seiner Untat im Fernsehen alles andere verdrängt, weil er Demonstrationen auslöst, weil sogar der Kanzler und der Papst sich zu Wort melden. Bei den vier Protagonisten dieser Erzählung jedenfalls, die die Berichterstattung am Bildschirm verfolgen, vermischen sich Abscheu und Lust an der Sensation auf gefährliche Weise.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.04.2001

Karl-Markus Gauß ist vom dritten Roman des Autors, wie schon von den vorherigen, hellauf begeistert. Das Protokoll eines Ich-Erzählers, von einem grausamer Mord, dessen mediale Verwertung minutiös geschildert wird, löst durch seinen bürokratischen Sprachstil zunächst Erheiterung beim Rezensenten aus, die er aber bald "gnadenlos zerstört" sieht. Er preist nicht nur das "staunenswerte handwerkliche Können" des Autors, sondern es beeindruckt ihn, wie Glavinic die Verquickung von Gewalt und Medien aufzeigt, denn, so der Rezensent, es ist der Zweck der geschehenen brutalen Verbrechen, "Fernsehen zu werden". Dennoch sei der Roman mehr als eine Kritik an der Hervorbringung der Gewalt durch die Medien, denn mit dem Hinweis, dass die Morde am Karfreitag begangen werden und der Mörder am Ostersonntag gefasst wird, habe das Buch auch eine symbolische Dimension.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.03.2001

"Der Kameramörder" greift ein Thema auf, das die wohl abscheulichste Form des Reality-TV darstellt. "Snuff movie", erklärt Kolja Mensing in seiner Rezension, sind Filme, in denen Menschen angeblich vor laufender Kamera getötet werden. In Thomas Glavinics Buch werden zwei Kinder in den Selbstmord getrieben, das Video darüber wird von einem Privatsender ausgestrahlt, informiert der Rezensent. Viel spricht dafür, dass es sich beim "Kameramörder" um ein medienkritisches Buch handelt, erklärt er, denn die Schilderung des Verbrechens sei weniger erschreckend als die Vertrautheit des Erzählers mit der medialen Gestaltung. Erst am Ende werde aus dem medienkritischen Roman ein gesellschaftskritischer, denn es werde deutlich, dass die vier jungen Leute, die ganz in der Nähe des Tatorts angewidert das Geschehen auf dem Bildschirm verfolgen, keine kritischen Beobachter sind und erst viel zu spät bemerken, dass sie selbst Teil des Spiels sind.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren