Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Oleg Jurjew

Halbinsel Judatin

Roman

Volk und Welt Verlag, Berlin 1999
ISBN-10 3353011285
ISBN-13 9783353011282
gebunden, 359 Seiten, 19,43 EUR

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Klappentext

Aus dem Russischen von Elke Erb und Sergej Gladkich. In diesem Roman prallen zwei höchst unterschiedliche Lebensauffassungen aufeinander: die urtümlich-archaische Weltsicht russischer Kryptojuden, deren Bräuche und geheimnisvole Codes Jahrhunderte überdauert haben, und der witzig-absurde Sowjetalltag der achtziger Jahre.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.05.2000

Viel Wissenswertes teilt Katrin Hillgruber hier über die eigentliche Besprechung hinaus mit: über den Debütroman „Der Frankfurter Stier“, in sechseckigem Format 1996 erschienen, und ein paar andere Werke des 1959 in Leningrad geborenen „Sohnes assimilierter russischer Juden“, der seit 1990 zwischen seinem Geburtsort und Frankfurt pendelt. Der neue Roman ist wieder in besonderer Form gedruckt; man kann das Buch zunächst von vorn nach hinten lesen, muss in der Mitte angekommen es jedoch umdrehen und vom Rücken her die Lektüre, wieder bis zur Mitte laufend, fortsetzen. Dies zeichnet, so Hillgruber, den Schriftsteller als „autonomen Post-Avangardisten“ aus, der das zugrundeliegende „Ideengehäuse“ jedoch auch auszufüllen versteht. Worum es geht, das beschreibt die Rezensentin im weiteren als „modernes Museum des Judentums“. Dessen schon so handgreiflich vorgeführte Doppelstruktur ist ausgefüllt mit der „weltlichen Variante“ und einer eher „geheimbündlerischen Tradition“ des sowjetischen Judentums; ausgespielt wird beides in einem Haus in der Nähe der finnischen Grenze zu Pessach 1985, direkt nach Gorbatschows Ernennung. Im oberen Stockwerk erzählen sich zwei Halbwüchsige, die einander nicht als Juden erkennen, von ihren Ängsten über antisemitische Gerüchte, während unten im Haus das „fröhliche Chaos der Agnostiker“ herrscht. Mit seiner Mischung aus „Versatzstücken der sowjetischen Alltagskultur“ aus Radio und Fernsehen und halb- bzw. gar-nicht-verstandenen Bruchstücken jüdischer Tradition vermittelt der Roman, so Hillgruber, auf spielerische Weise einen Eindruck vielfältiger Identitätsverwirrung: „Oleg Jurjew bewahrt Aspekte jüdischer Identität, indem er sie durch Sprache neu erschafft.“

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren