Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Der Schauspieler Kurt Neulich kann nicht vergessen, wie er durch das Flugzeugfenster ein Geschoß auf sich zurasen sah. In die fortwirkende Angst mischt sich Wut: Er wird verantwortlich gemacht für die Beinahe-Kollision zwischen einem Airbus der Linie Paris-Rom und einer MIG der Bundeswehr. Um sich zu rehabilitieren, beginnt er nachzuforschen und stellt fest, daß in den Zwischenfall Politik, Geschäft und Militär verwickelt sind und alles vertuschen wollen.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.11.2001
Hans-Peter Kunisch bemängelt so einiges an diesem Roman: Zu viele Romanfiguren, zu viele unterschiedliche Perspektiven, eine zu verquere Handlung. Worum geht es? Ein Kommissar verursacht auf dem Flug in die USA ein Unglück, weil er "gegen die Weisungen des Bordpersonals" mit einem CD-Spieler hantiert, umreißt der Rezensent die Geschichte. Mit diesem Roman versucht der Autor, der auf sein "DDR-Erbe verzichtet", einen Neuanfang, meint Kunisch. Dieser ist jedoch "lapidar, trocken, und konventionell" geraten, findet der Rezensent. Und dies, obwohl der Autor entgegen seiner früheren Romane den Blick nicht auf das "Innere der Figuren" richte, sondern den Personen mehr Handlungsspielraum lasse. Dies ist aus Sicht des Rezensenten zu schematisch geworden.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.02.2001
Rezensent Bruno Steiger ist enttäuscht von diesem Roman. Autor Ingo Schramm möchte der Frage nachgehen, was Wahrheit, was Realität ist. Dazu fährt er ein gewaltiges Ensemble an Charakteren auf, das Steiger lediglich wie ein "redlich bemühter Chor von Ich-Chargen" vorkommt, dem es bestenfalls gelingt, einen "Tonfall echten Zweifelns" zu erzeugen. Bei allem Respekt vor dem Anliegen des Autors Schramm konstatiert Steiger unzulängliche "technische Mittel", Beschränktheit und Eindimensionalität im Vorgehen. So kommt er nicht umhin, das Buch auf einen "360 Seiten langen pseudophilosophischen Diskurs in der Sprache der Linden-Strasse" zu reduzieren. Fast spöttisch anerkannt wird lediglich die Hartnäckigkeit dieses Vorgehens.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.10.2000
Vom Stoff her ein großer Wurf, findet Rezensent Michael Baur und überfliegt kurz den Plot, indem es um die Frage geht, ob hinter den Kulissen offizieller Politik Europäer und Russen "an einem Eurofighter gegen Pentagon und Wallstreet" basteln. Doch was "schreibwütige Angelsachsen" gefällig hinter Buchdeckel packen könnten, meint Baur, das mache Schramm zu schaffen. In früheren Büchern habe der Autor, der lange Zeit als Nr. 2 hinter Thomas Brussig gehandelt worden sei, die Sprache seiner Figuren noch gekannt. Nun habe er sein "Milljöh" verlassen, und "schon schweigen seine Fische". Strafverschärfend kommt für den enttäuschten Rezensenten hinzu, dass Schramm mit konstruierten Zufällen und Verwandtschaftsverhältnissen der Handlung mehrmals über Unglaubwürdigkeiten hinweghelfen will. Und dann noch dieser unglückliche Mix aus "Unfallchirurgie und Erotik". Das hat Schramm, seufzt Baur, auch schon besser gekonnt.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2000
Gewandt wie ein Wurstfachverkäufer beginnt Thomas Wirtz, über das Wunder der Sülze zu fabulieren. Dabei haben wir es im Buchtitel mit Fischen zu tun! Und bald ist es nicht mehr zu übersehen: das Metzgerei-Vokabular soll nur besonders betonen, wie schlecht das Buch geschrieben ist. Denn Wirtz mag keine Sülze, in der das Aspik die edleren Zutaten mit seinem aufdringlichen Geschmack verdrängt. Die Geschichte eines Schauspielers, der einen populären Fernsehkommissar verkörpert und sich allzu sehr mit seiner Rolle identifiziert, vom Rezensenten kurz skizziert, klingt tatsächlich etwas dünn. Doch auf einmal lesen wir von "wohlschmeckenden Zutaten" und anderen leckeren Sachen und sind verwundert, weshalb der Kritiker plötzlich so wohlgesonnen ist. Augenreibend liest man sogar das Wortpaar "großartiger Schriftsteller". Aber dann fällt Thomas Wirtz das "Aspik-Syndrom" ein. Es wird also schnell wieder in den Sülztopf geguckt und die Augen verdreht.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








