Brussig erzählt von seiner Generation, die in der DDR aufwuchs, dabei aber schon auf dem Sprung ins vereinte Deutschland war, ohne es auch nur zu ahnen. Erste Liebe, Eifersucht - das und vieles dazu war ähnlich auf der kürzeren Seite der Berliner Sonnenallee (im Osten) und der längeren Seite (im Westen).
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.10.1999
Einfach nur "schlicht" nennt Tom Peuckert das neue Buch von Thomas Brussig und man merkt, dass er noch ganz andere Vokabeln benutzen könnte, um seiner Meinung Ausdruck zu geben. Trotz Brussigs "forcierter Pointenjagd" kann er der "Sonnenallee" keinerlei Witz abgewinnen: "Der Erzählhorizont seines Buches wird strikt von den Plattenbauten der Sonnenallee begrenzt, der geistige Rahmen ist durch den pubertären Kalauer abgesteckt", schreibt Peuckert und fühlt sich an die DDR-Tradition der heiteren Jugendbücher erinnert, die solche Titel wie "Alfons Zitterbacke" oder "Freitags wird gebadet" trugen. Auch wenn man diese nicht kennt, weiß man ganz genau, was Peuckert damit sagen will.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Mechthild Küpper schreibt, Brussigs drittes Buch sei sein "leichtestes". Die Rezensentin meint dies als Kompliment. Denn Brussig, so Küpper, ist bei aller Leichtigkeit keiner, der die DDR nostalgisch verniedlicht. Gleichzeitig sieht er den Westen "unsentimental". Er bedeute ihm vor allem die Welt der Rockmusik. Daß Brussig neben dem Amüsemang auch die härteren Seiten der DDR beschreibt, etwa die Schüsse auf einen flüchtenden Freund des Helden, ist der Rezensentin ein Beweis dafür, daß der Autor letztlich unversöhnt bleibe mit der SED-Diktatur, "und im Grunde auch mit der Kindheit".
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