Fünfzehn Vorträge, die Kolakowski zuerst im polnischen Fernsehen hielt. Kurze, anregende Texte über Freiheit und Gewalt, Luxus und Langeweile, Macht und Ruhm, bei denen Kolakowskis besondere Fähigkeit zum Tragen kommt, die klassischen Themen der Philosophie auf ihren Kern zu reduzieren und in plastische Fragestellungen zu verwandeln.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.09.2000
In seiner Besprechung wartet Friedemann Kluge mit vielen Kolakowski-Zitaten aus diesem Buch auf. Teils zeigt er an ihnen, wie unbelehrt antikommunistisch der Autor geblieben ist, seit er 1977 mit seiner Friedenspreis-Rede in Frankfurt ähnlichen Furor auslöste wie zwanzig Jahre später am selben Ort Martin Walser. Teils lässt er sie auch nur als Ausweis dafür aufblitzen, dass kurze Texte über große Themen am Ende allzu beiläufig klingen oder nur mehr Allgemeinplätze verbreiten. Eine Kostprobe: `Wenn wir uns offen von der Teilhabe an jeglicher Gemeinschaft lossagen, ... dann können wir zwar existieren, jedoch wird es eine armselige und unglückliche Existenz sein, in der wir nicht mit der Solidarität oder Hilfe anderer bei Misserfolgen oder Niederlagen rechnen können...`
Mit großer Bewunderung schreibt Martin Seel über dieses "kleine Buch", dessen Leitmotiv die Neugierde sei. Ihm imponiert die "Nüchternheit" und Einfachheit, mit der Kolakowski seine Themen behandelt. Da gibt es kein Schielen nach Autoritäten oder Originalität und keine kunstvoll errichteten Gedankengebäude, die suggerieren, man brauche nur den richtigen Schlüssel und alle Fragen sind gelöst. Kolakowski habe einen "Altersstil" entwickelt, "der Lässigkeit mit Lakonie verbindet", lobt der Rezensent. Seine "Glossen" überzeugen Seel, dass es in der Philosophie nicht "auf die tolle These", sondern auf die "überraschende Verbindung vertrauter Gedanken" ankommt.
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