Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Der Untertitel signalisiert den philosophischen Anspruch eines Bändchens, das sich bemüht, "den Riß zwischen Wissenschaft und Tiefenanalyse des Lebens" zu überwinden.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.05.2000
Ludger Heidbrink macht sich in einer Doppelrezension Gedanken über die unhinterfragbaren Wahrheiten in der Weltwahrnehmung. Er vergleicht Dieter Henrichs "Bewußtes Leben" mit Thomas Nagels "Das letzte Wort" und kommt zu dem Schluß, dass sie trotz der Verschiedenheit der Ansätze ein durchaus vergleichbares Frageinteresse demonstrieren.
1) Dieter Henrich: "Bewußtes Leben"
Hier verwandele der Autor in seinen Überlegungen zu letzten Gewissheiten die "Metaphysik in eine Hermeneutik des Lebens", stellt Heidbrink fest. Damit werde die "Metaphysik zur Theologie". Als widersprüchlich empfindet es der Rezensent, dass Henrich den "Dualismus von Ich und Welt mit seinen eigenen Waffen zu schlagen versucht", indem er annehme, der Mensch müsse die Entzweiung mit der Wirklichkeit durch den Glauben an ein Übergeordnetes, Letztes zu überwinden suchen. Das ist "ins Spirituelle gewendete Metaphysik", bemerkt Heidbrink mißbilligend.
2) Thomas Nagel: "Das letzte Wort"
Nagels Buch sei im Gegensatz dazu eine Verteidigung der Rationalität, kranke aber an vergleichbaren Widersprüchen. Das Argument, dass wer an eine Alternative zur rationalen Weltbeurteilung glaube, ja selbst vernünftiger Argumente bedürfe, entlarvt der Rezensent als Erstsemestertaktik zur Ächtung seiner Gegner. Nagel ist "blind für den lebensweltlichen Subjektivismus", kritisiert Heidbrink abschließend.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Wolfgang Kersting schildert Henrich als einen der prominentesten Retter des Subjekts angesichts einer Postmoderne, die es verschwinden lassen will. Henrich schlage sich dabei nicht einfach auf die Seite des "Common sense" sondern entfalte einen altmodischen "metaphysischen Begründungszauber". Aber völlig überzeugen kann er Kersting nicht. Der Begiff des "bewussten Lebens" bleibe vage. Geschichte, Kultur und Gesellschaft fehlten in Henrichs Konzeption.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Erhard Oeser: Das Reich des Mahdi
Mit 33 Abbildungen. 1885 erschütterte die westliche Welt die Nachricht vom Fall der Stadt Khartum und der brutalen ...
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen







