Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Russischen von Thomas Reschke. Das Stigma, unangepasst und politisch "unzuverlässig" zu sein, blieb an ihm haften wie ein "Wolfspass" - ein Dokument, das man im zaristischen Russland entlassenen Sträflinge aushändigte. Verschmitzt und stolz erzählt Jewtuschenko von den vielen kleinen Siegen, die er der Zensur abgerungen hat. Seine Existenz war von skurrilen Begebenheiten, Skandalen und handfesten Abenteuern geprägt: als man ihn zum Beispiel offiziell für tot erklärte, oder als er entdeckte, dass die Frau, die er liebte, Agentin des KGB war...
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.09.2000
Liebevoll, aber auch spöttisch schreibt Beatrix Langner über die Memoiren dieses "großen Jungen mit der Schiebermütze". Sie schildert seine Verdienste als Kritiker des sowjetischen Systems noch vor Solschenizyn und vor allem auch, dass er als einer der ersten über antisemitische Säuberungen in der UdSSR aufklärte. Spaß äußert sie an Jewtuschenkos "glänzenden Dialogen" und an der recht anarchistischen Weise, in der der Dichter über Zeitgenossen herzuziehen scheint. Am Ende ihrer Kritik verweist Langner auf Jewtuschenkos kleine Hommage auf Viktor Pelewin, den neuen Star der russischen Literatur, die nur in der deutschen Ausgabe des Buchs enthalten sei.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.08.2000
Ganz böse ist Jürgen Verdofsky geworden beim Lesen dieser Autobiografie. Erst traut er sich nicht recht und erinnert an das große Gedicht Babi Jar, mit dem der damals 28-jährige Dichter ein "Tabu gebrochen" und den 52 000 dort erschossenen Opfern der deutschen Besatzung ihre "jüdische Identität" zurückgegeben hatte. Aber dann lässt der Rezensent sich mehr und mehr von der Leine: schon Achmatowa hat den "Drang nach Selbstdarstellung" mit brüsker Abwendung beantwortet; außer einem "Schulverweis" hat der früh mit einem richtigen Pass bedachte für den "Wolfspass", der die Dissidenten und Kriminellen in der Sowjetunion zeichnete, nichts zu bieten; er trank Champagner in Washington und Paris, will aber zwischen Sowjet-Diplomatie und KGB agiert haben, um Daniel und Sinjaksi zu retten; er hat sich 18 Stunden mit Pasternak unterhalten, schreibt aber nicht, worüber; er will Protestbriefe und -telegramme geschrieben haben, die nie einer sah... Und so geht es immer weiter. Verdofsky geht kräftig ins Gericht mit einem, dem der frühe "Weltruhm nicht gut bekommen" ist und der seine Rolle als Vorzeigedissident bis heute nicht reflektiert hat. Als ganz "ungeheuer" empfindet der Rezensent zum Schluss diesen Satz des "selbstverliebten" Trommlers, den als Charakterisierung zu zitieren sich wohl lohnt: `Wir waren die ersten Dissidenten in einer Zeit, als Sacharow noch ein von Geheimhaltung umgebener, privilegierter Wissenschaftler war, Solschenizyn ein unbekannter Lehrer und ehemaliger Lagersträfling und Brodsky ein Schuljunge.`
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.06.2000
"Wolfspaß" nannte sich im zaristischen Rußland und später in der Sowjetunion der Ausweis, den missliebige Staatsbürger erhielten, und wenn also Jewtuschenko dieses "Abzeichen eines Dissidenten" schon im Titel seiner Autobiographie für sich reklamiere, schreibt Aurelia Sorrentino, dann sei das ein klarer Fall von "Selbstbestätigung und Selbstbeweihräucherung". Kein Volksdichter, dem die Verehrung seiner Leser nicht zu Kopf gestiegen sei. Dennoch, meint die Rezensentin, bietet Jewtuschenkos Biografie viel Aufschlussreiches, weit über das Biografische hinausgehend, über das Leben im Sowjetregime. Am erhellendsten fand Sorrentino das Kapitel über die Zensur, das beschreibt, in welcher Weise Jewtuschenko gerade unter Umgehung hierarchischer Strukturen höhere Instanzen auf seine Seite zu bringen wusste. Ansonsten rät die Rezensentin, vom "Volksvaterton" des Autors und seiner Attitüde als Haremsvater abzusehen und empfiehlt, sich die gelungenen Portraits seiner Mitstreiter und Freunde zu Gemüte zu führen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.06.2000
Wenig Sympathie bringt der Rezensent mit dem Kürzel U. Sm. dem russischen Schriftsteller Jewgeni Jewtuschenko entgegen, noch weniger seiner nun erschienenen Autobiografie. Diese sei nichts als "peinliche Selbstbeweihräucherung". Das kaum erträgliche Imponiergehabe erstrecke sich auf die Eroberung von Frauen und Prominenten gleichermaßen, zu seinem wenig heroischen Verhalten in der Sowjetunion ziehe es Jewtuschenko dagegen vor, Schweigen zu bewahren. Keine Frage: der Rezensent rät entschieden ab von diesem Buch.
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Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







