Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens. Harry Mulischs Debütroman: Der Angestellte Archibald Strohalm gibt sein unauffälliges bürgerliches Leben auf, um dem missionierenden Puppenspieler, der ihn samstäglich mit seinen Aufführungen nervt, zu zeigen, wie es richtig geht. Als er am entscheidenden Tag sein Stück aufführt, kommt es zur Katastrophe.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.09.2004
Beatrice von Matt weiß nicht, was sie zuerst loben soll. In dem von Gregor Seferns "glänzend" übersetzten Erstlingsroman, werde die Krise Europas um 1949 in groteske Bilder eingefangen, resümiert die Rezensentin. Der brave Angestellte Archibald Strohalm sieht jeden Samstag den Puppenspieler Uowe Opa, der ihn langweilt und auf die Idee bringt, selber ein Stück zu schreiben. Mulisch beginne nun, so von Matt, den Erzähler mit "selbstironischen Sarkasmus" auf die Schippe zu nehmen- "So witzig übrigens, dass man sich immer wieder lachen hört". Doch für die Rezensentin ist dieser Künstlerroman die Basis für das gesamte Schaffens des Autors. Die "bildertrunkenen Beschreibungen von Absurditäten" repräsentieren die Auffassung seiner neuen in der Tradition der Surrealisten stehende Erzählkunst. So wirke Stohalm selber wie eine "steile ecriture automatique aufgereckt inmitten der Kleinstadtbanalität". Die Gegenwart selber, verzeiht die Autorin sofort, werde nur in "Irrlichter", in Wörter wie "Juden, Dachau, Faschisten", angeleuchtet. Abschließend resümiert sie jubelnd: "Das Buch ist mehr als genialisch. Es ist genial."
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