Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Susan Courtland, eine weiße Amerikanerin, ist auf einer Insel vor der westafrikanischen Küste hängengeblieben. Sie ist hin und her gerissen zwischen der Liebe zu einem Eingeborenen und einem weißen Reeder. Und sie mischt sich in die politischen Querelen der Inselbewohner ein.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.11.2000
Als "moderne Parabel" preist Angelika Overath das Buch, das das Aussteigerleben von Europäern auf einer afrikanischen Insel schildert. Sie beurteilt die doppelte Erzählperspektive von einem distanzierten Berichterstatter einerseits und der Innenschau einer "gestrandeten Frau" andererseits als "schönen Trick" um sowohl "Pathos" als auch "Understatement" einsetzen zu können. Geschichte und Alltagsleben der Insel, auf der der Roman spielt, sind genau und einfühlsam recherchiert und vermittelten das nötige Hintergrundwissen, lobt die Rezensentin. sie hebt auch positiv hervor, dass der Autor die Einmischung fremder Mächte in Afrika zur Sprache bringt. Van Dis mache deutlich, dass erst die europäische Einmischung in die Landwirtschaft das ökologische Gleichgewicht gestört hat und an der Versteppung der Insel schuld ist. Overath preist Schönheit, Engagement und Behutsamkeit des Romans und empfiehlt ihn allen, die Afrika sowieso schon lieben.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.08.2000
Die Sprache des Romans muss wohl ansteckend auf den rezensierenden Volker Breidecker gewirkt haben. Respektvoll raunend nähert er sich erst dem Autor, dessen frühere Bücher er sehr lobend erwähnt. Van Dis verzichte auf "schmachtende Töne", findet Breidecker und macht, obwohl er selbst durchaus schmachtend über diesen Roman schreibt, Lust auf die Lektüre. Er führt uns ein bisschen in den Zauber der Themenwelt ein, wo sich griechische Mythologie auch auf Afrikanisches anwenden lässt. Exotische Stimmung ohne exotische Klischees, lobt der Rezensent. Wir erfahren durch ihn auch von der berauschenden Wirkung des Palmenweins. Und von den wechselnden Masken des Autors, der sich hinter seinen Figuren verbirgt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.03.2000
Jochen Schimmang ist traurig. Er mochte Adriaan van Dis` Roman "Indische Dünen", den er als ein autobiografisch geprägtes, glaubhaftes Buch in Erinnerung behielt. "Palmwein" dagegen verzettelt sich nach Ansicht des Rezensenten in seinen allzu durchschaubaren pädagogischen Absichten. Zumal die Rahmenhandlung um einen "internationalen Beobachter" in Afrika erscheint ihm als allzu papieren. Aber auch die Haupthandlung um die Sonntagsmalerin Susan Courtland, die in Afrika alles falsch mache, was man falsch machen könne, hat den Rezensenten nicht eben gepackt. "Überall will sie helfen und löst dadurch oft das Unglück erst aus ... eine tumbe Torin eben." Auch dass sie erotisch zwischen einem Einheimischen und einem Weißen schwankt, findet Schimmang arg klischeehaft.
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