Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Nanda van der Zee

Um schlimmeres zu verhindern ...

Die Ermordung der niederländischen Juden: Kollaboration und Widerstand

Cover: Um schlimmeres zu verhindern ...

Carl Hanser Verlag, München 1999
ISBN-10 3446197648
ISBN-13 9783446197640
gebunden, 344 Seiten, 23,01 EUR

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Klappentext

Kaum ein anderes besetztes Land hat unter dem antisemitischen Terror der Deutschen so stark gelitten wie die Niederlande: drei Viertel der jüdischen Bevölkerung wurden deportiert und ermordet. Nanda van der Zee hat nun zum ersten Mal systematisch die Ermordung der niederländischen Juden untersucht. Ihr Buch löste einen Skandal aus, weil es am Tabu der Kollaboration rührt und schonungslos die verhängnisvollen Folgen von Königin Wilhelminas Flucht nach London aufzeigt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2000

Obwohl van der Zees Recherchen kaum wirklich neue Ergebnisse hervorgebracht hätten, begrüßt Horst Lademacher ausdrücklich das Erscheinen der deutschen Ausgabe dieses Buches, das 1997 in den Niederlanden bereits für große Aufregung in der Öffentlichkeit gesorgt hat. Es erscheint ihm wichtig, dass hier dezidiert gezeigt wird, wie sehr die politischen Eliten der Niederlande, der Oberste Gerichtshof, ja auch die Königin durch ihr oftmals passives Verhalten, der Judenvernichtung Vorschub geleistet haben. Dabei scheint Lademacher die Ansicht der Autorin zu teilen, dass bereits durch die restriktive Flüchtlingspolitik in den dreißiger Jahren wesentliche Weichen hinsichtlich der späteren Judenvernichtung gestellt worden sind. Lademacher deutet zwar an, dass die Autorin der Flucht der Königin möglicherweise ein zu große Bedeutung beimisst, für wichtig hält er jedoch ihre Untersuchungen über die Generalsekretäre, die nach der Flucht des Kabinetts bei der Umsetzung nationalsozialistischer Politik eine entscheidende Rolle gespielt haben. Dass der Autorin in ihrer ?einfach geschriebenen? Darstellung bisweilen Emotionalität und Empörung deutlich anzumerken sind, wertet der Rezensent nicht negativ.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.10.1999

Elke Schubert hält sich mit großen Worten zurück, vor allem mit überflüssigen. Als „präzise“ und „fundiert“ wertet sie Nanda van der Zees Untersuchung über die Kollaboration in den Niederlanden während der deutschen Besatzung. Denn laut Schubert haben es van der Zees Ergebnisse selbst in sich, hebt die Autorin doch an, mit dem Selbstbild der Niederländer aufzuräumen, die sich „als weltoffenes, tolerantes Volk begreifen“. Kurz und knapp rekapituliert Schubert van der Zees Darstellung, um dann mit ihr übereinzustimmen, dass „vereinzelte Widerstandsaktionen in keinem Verhältnis zum Mythos“ stehen, „nach dem die Niederländer massenhaft gegen die Besatzer aufbegehrt hätten“.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren