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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jerome K. Jerome

Drei Männer auf Bummelfahrt

Roman

Cover: Drei Männer auf Bummelfahrt

Manesse Verlag, München 2005
ISBN-10 3717520881
ISBN-13 9783717520887
Gebunden, 384 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen übersetzt von Renate Orth-Guttmann; Nachwort von Felicitas von Lovenberg. Für Freunde britischen Humors sind Jeromes Gentlemen keine Unbekannten. Nach dem Welterfolg von "Drei Mann in einem Boot" schickte er dieselben drei Herren wenige Jahre später noch einmal auf Tour, um erneut zu zeigen, wie grandios man an der Tücke des Objekts scheitern kann. Das Ringen um die glaubwürdigste Ausrede gegenüber den zurückgelassenen Ehefrauen, die Suche nach dem allerbesten Sattel für das allerbeste Rad, der Selbstversuch zum Thema Sprachführer, all das lässt die Leser schnell ahnen, daß der Trip neben spritzigen Wortwechseln vor allem Episoden der komischen Art zu bieten hat. Von Hamburg führt die Route über Hannover, Berlin, Dresden, Nürnberg, Stuttgart und in den Schwarzwald. Währenddessen spießt der Erzähler mit präziser Beobachtungsgabe alles Eigentümliche auf, das sich ihm am Wegesrand bietet. Seine launigen Bemerkungen über bockige Berliner Kutschpferde, mustergültig kanalisierte Wildbäche, penible Beamte und Behörden sind hellsichtig und so aktuell wie eh und je - was das eigentlich Deutsche an den Deutschen ist, ließ sich von außen schließlich schon immer viel besser beurteilen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.12.2005

Jerome K. Jeromes "Drei Männer in einem Boot" ist weltbekannt - Seine Fortsetzung "Drei Männer auf Bummelfahrt" hingegen hat es kaum über Englands Grenzen hinaus geschafft. Zu Unrecht, findet der von der Lektüre offensichtlich sehr erheiterte Rezensent Christoph Haas. Nach der Themse, die im ersten Roman befahren wurde, sind es nun - Überraschung! - die deutschen Gewässer, auf denen sich die drei Männer tummeln, und von denen aus sie einen amüsierten Blick auf "die Deutschen und ihre Kultur" werfen. Jeromes Warnnung an den Leser, er dürfe sich keinerlei sachkundige "Informationen" erwarten, erweist sich laut Rezensent schon bald als Ironie, denn ihm werden natürlich viel grundlegendere Informationen zuteil, wie etwa die Beobachtung der "innigen Verbindung von Natur- und Ordnungsliebe", der die Deutschen zu frönen scheinen. Ein tiefschürfendes Porträt des wilhelminischen Deutschlands ist Jeromes Sache nicht, wie der Rezensent anmerkt: Zum einen bleibe seine Deutschland-Kritik stets "heiter-wohlwollend" und zum anderen befinden sich Jerome wie auch seine drei Männer auf einer Bummelfahrt, einer erzählerischen wohlgemerkt, deren Reiz sich gerade aus ihrer unbekümmerten Weitschweifigkeit und ihrer "völligen Verweigerung von Systematik" entfalte, und die sich "wie eine heiße Tasse Tee nach einem Winterspaziergang" genießen lasse.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2005

Rezensent Elmar Schenkel mochte dieses Buch wohl besonders wegen seines zwischen Schrulligkeit, Exzentrik und Ambivalenz schwankenden Deutschland-Bildes. Als rote Fäden beschreibt er das Fahrrad und die Deutschen. Die Handlung schildere drei viktorianische Herren, die auf der Flucht vor dem Alltag eine Fahrradtour durch Deutschland machen. Zwar muss der Rezensent, bis es zu dieser Radtour kommt, so manche Abschweifung des Erzählers ertragen, wovon er, wie er zu Protokoll gibt, nicht alles so witzig fand, wie es der Autor wohl gemeint hat. Als die drei ihre Reise dann angetreten haben, kommt es Schenkel zufolge dann aber verstärkt zu Slapstickszenen, die aus dem frühen Kino stammen könnten. Den größten Beitrag zum Humor des Buches leistet dabei aus Rezensentensicht der "zuverlässig humorlose Deutsche".

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.09.2005

Jerome K. Jeromes "hochkomischen" Klassiker "Drei Männer in einem Boot" aus dem Jahr 1889 weiß die Rezensentin Susanne Ostwald sehr zu schätzen. Vom nun in neuer Übersetzung vorliegenden Nachfolger, an den sich Jerome elf Jahr später machte, ist sie allerdings recht bitter enttäuscht. Vielversprechend ja noch die Idee, die drei Männer diesmal per Fahrrad nach Deutschland aufbrechen zu lassen. Es zeige sich freilich rasch, bedauert Ostwald, dass Mark Twain mit seiner Deutschland-Satire hier zwar das Vorbild ist, jedoch bei weitem unerreicht bleibt. Der Spott bleibt unscharf, vermutlich, so die Rezensentin, weil Jerome einfach nicht genug wusste über Deutschland. Es fehlen die Komik des Erstlings, aber auch der "pointierte Witz" von Twain. Die Übersetzung, das kommt dazu, sei "uninspiriert" und nicht ohne Fehler. Dieser Band, das scheint klar, hätte nicht wiederentdeckt werden müssen.

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