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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Delia Falconer

Die Liebe zu den Wolken

Roman

Cover: Die Liebe zu den Wolken

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1999
ISBN-10 3100204085
ISBN-13 9783100204080
gebunden, 320 Seiten, 20,35 EUR

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Klappentext

Die Geschichte der 36jährigen Eureka, die sich in einen Mann verliebt, der Wolken fotografiert, ist weitaus mehr als die Geschichte einer verzehrenden Beziehung, die ohne Erfüllung endet; es ist die Geschichte einer Verzauberung, einer doppelten künstlerischen Berufung - und nicht zuletzt der Selbstfindung einer starken Frau.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.12.1999

Wenn Frauen für Frauen schreiben, und zwar bevorzugt Liebesgeschichten, dann ist das Verlagskalkül, meint Barbara Sichtermann in einer Sammelbesprechung von gleich fünf Liebesgeschichten, diese zumindest alle von Frauen verfaßt. Und das kühle Kalkül der Lektoren, die auf einen überwiegend von Leserinnen in Gang gehaltenen Markt schielen, merkt man zumindest drei der besprochenen Bücher auch an, konstatiert Sichtermann abgekühlt. 1) Delia Falconer: "Die Liebe zu den Wolken"
Die unerwiderte Liebe einer Frau zu einem Fotografen ist Thema des Romans "Die Liebe zu den Wolken" der Australierin Delia Falconer. Nicht ein Satz verginge, beklagt sich Barabara Sichtermann, in dem nicht ein Wind- und Wettermotiv die Titelmetapher in Erinnerung bringe. Gerade dieses Metapherngeklingel beweise, daß ein gutes Buch nicht nur schöne Formulierungen, sondern auch erzählerisches Temperament braucht.
2) Judith Lennox: "Tildas Geheimnis"
Judith Lennox, die schon mehrere Romane veröffentlicht hat (auf deutsch ist "Das Winterhaus" erschienen), bringe in "Tildas Geheimnis" eine gewisse romantische Anlage (spielt auf dem Land) und epische Breite (umfaßt ein Jahrhundert) ein. Zugleich sei sie mit der vielschichtigen Rahmenhandlung bereits überfordert. Ihr Erzählstil ist "schmucklos", meint Barbara Sichtermann, und erzeuge keinerlei Atmosphäre oder Spannung, da sie ihren Gegenstand, die große Liebe und alle anderen damit einhergehenden großen Gefühle wie Verrat oder Hass, pausenlos banalisiere. Am Ende bewährt sich die Vernunftsliebe. Das Urteil: langweilig!
3) Nicci French: "Höhenangst"
Eine Liebesgeschichte mit Krimihintergrund - wohl kein Zufall, schreibt Frau Sichtermann, daß die schlechteren Romane etwas kriminelle Aufforstung nötig hätten. Auch in dem Buch der Engländerin Nicci French, die angeblich bereits bei den "Ladies of crime" mitmischt, tropft die Moral, rächt sich ein coup de foudre, werden die Leserinnen gefoppt von einer Geschichte, die vom vermeintlichen Blitzschlag der Liebe handelt, aber nur Strohfeuer entzündet.
4) Connie Palmen: "I.M. Ischa Meijer"
Auch die Holländerin Connie Palmen berichtet von einer amour fou, der Begegnung zwischen ihr, der Schriftstellerin, und dem Journalisten Ischa Meijer. Vielleicht weil es ihre eigene Geschichte ist, beschreibe Connie Palmen die Beziehung, die ebenso blitzartig begann wie sie nach vier Jahren durch Meijers plötzlichen Tod endete, intelligent und humorvoll: eine allzu seltene Mischung, meint die Rezensentin.
5) Suzanne Latour: "Eines Sommers im August"
Ein hoffnungsvolles Talent entdeckt Barbara Sichtermann bei der jungen Hamburger Autorin Suzanne Latour mit ihrer "hemmungslosen Fabulierlust", die ungekünstelt und bodenständig zugleich drauf los erzähle. Berichtet wird die Geschichte dreier Schwestern, von denen eine zu Tode kommt, und wie die jüngste von ihnen durch eine langsam heranreifende Liebesbeziehung damit fertig wird. Noch etwas mehr literarische Bodenhaftung erhofft - und verspricht - sich Sichtermann von Latour für die Zukunft.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren