Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Martin Amis

Schweres Wasser und andere Erzählungen

Cover: Schweres Wasser und andere Erzählungen

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN-10 3100008243
ISBN-13 9783100008244
gebunden, 282 Seiten, 19,43 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Joachim Kalka. Während Lyriker erster Klasse nach L.A. eingeflogen werden, um Medienbosse die Hollywood-gerechte Vermarktung ihres Sonetts betreiben zu sehen, schlagen sich Drehbuchschreiber mit Werken wie "Killerattacke von Quasar 13" und "Dezimator" mit Herausgebern obskurer Ein-Mann-Zeitschriften herum, um ihre Werke wenigstens dort gedruckt zu finden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2000

Thomas David hat an diesen Erzählungen eine "Überheblichkeit des siegesgewissen Boxers im Ring, die Attitüde des leichtfüßig dahintänzelnden Provokateurs" ausgemacht, was ihm aber allem Anschein nach ausnehmend gut gefällt. Allerdings warnt David geradezu davor, den Blick hinter Amis` treffsicheren satirischen Spott, seine Respektlosigkeit und seinem Hang zu "politisch Unkorrektem" zu versäumen. Zwar sei Amis gerade dafür so bekannt und populär geworden, aber unter dieser Oberfläche macht David die Stärke dieser Erzählungen vor allem "in den flüchtigen Augenblicken der Empathie und Liebe" aus, etwa in der Geschichte `Dentons Tod`, in der ein zum Tode Verurteilter vom Entgleiten eines Glücksgefühls erzählt, das er als kleiner Junge empfunden habe: Es schien ihm `hinabgekollert in die Unsicherheit und Enttäuschung der späteren Jahre`. In Passagen dieser Art, in denen sich eine große "Menschlichkeit Gehör" verschafft, erweist sich Amis, so der Rezensent, als "reifer Autor".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.06.2000

Rüdiger Wartusch freut sich, dass der Band mit Erzählungen "einigermaßen pünktlich" ins Deutsche übersetzt worden ist _ sein Original erschien1998 . Die acht Erzählungen seien recht unterschiedlich und über eine lange Zeit entstanden, doch sie verbänden parodistischer Witz und den Hang zu "leicht absurden Handlungen". Dabei schätzt der Rezensent besonders, dass Amis auf den didaktischen "Zeigefinger" weitgehend verzichte, wenn er menschliche Schwächen satirisch auf die Spitze treibe. "Der Mann", schreibt der Rezensent begeistert, "hat Ideen" und sei immer gut für überraschende Wendungen im Handlungshergang seiner Geschichten. Zur Übersetzung der Erzählungen durch Joachim Kalka hat er anzumerken, dass dieser zu übersetzerischen Freiheiten neige, was der Rezensent aber zu begrüßen scheint. Kalka übersetze zumeist mit "Lust und Witz und Würze", so der Rezensent lobend. Um so bedauerlicher findet er die Stellen, in denen der Übersetzer hinter dem Sprachwitz des Autors zurückbleibe. Alles in allem aber ist er sehr angetan von dem "schwarzhumorvoll- parodistischen Blick auf die Welt", den die Erzählungen eröffneten.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2000

In seinen "Grundthesen und -motiven" ein eher "schlichtes" Buch, meint Walter Klier, der nicht hinter dem Berg hält mit seinem Wissen über die Stellung, die Martin Amis im britischen Literaturbetrieb einnimmt: erst Wunderkind (Sohn von Kingsley Amis), dann Superstar und vor allem - Super-Verdiener. Simpel ist die Geschichte eines Mannes, der seine sexuelle Befreiung nicht mit der Ehefrau oder durch Amouren in seiner (oder einer höheren) Klasse erfährt, sondern mit einer Schwarzen, die wegen ihres Slangs nicht mit ihm redet. Eingebunden ist das in eine beißende Satire über Literaturbetrieb und -geschäft. Feuilleton statt Leben, urteilt der Rezensent seinerseits eher bissig gestimmt.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren