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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Virginia Woolf

Virginia Woolf: Briefe 2

1928-1941

Cover: Virginia Woolf: Briefe 2

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN-10 3100925645
ISBN-13 9783100925640
Einband unbekannt, 590 Seiten, 39,00 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Klaus Reichert. Aus dem Englischen von Brigitte Walitzek. Sind ihre Tagebücher eher der Selbstbetrachtung gewidmet, so zeigen die Briefe Virginia Woolfs ihre Bereitschaft, intensiv und mit Wärme und Anteilnahme auf ihr Gegenüber einzugehen. Wichtige Lebensfreundschaften und Beziehungen, etwa die zu der Schriftstellerin Vita Sackville-West, erscheinen in hellerem Licht. Der Ton vieler Briefe lässt ahnen, wie anregend und schlagfertig Virginia Woolf im Gespräch gewesen sein könnte. Die annotierte Ausgabe erscheint zu ihrem 125. Geburtstag.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.12.2007

Michael Maars Begeisterung ist geradezu grenzenlos und ansteckend. Für die reinste "Pracht" hält er diese Auswahl an Briefen von Virginia Woolf, nicht einmal in England gebe es eine solch "schöne Sammlung", freut er sich über die Arbeit des herausgeber Klaus Reichert. Uund auch die Gestaltung entzückt ihn in jeder Hinsicht, von der Typografie über das Papier bis zu den Registern. Und dann ist da ja noch Woolf selbst: Zum einen eine "begnadete Briefschreiberin" - man könne, versichert der Rezensent, den Band an jeder beliebigen Stelle aufschlagen und lese sich sofort fest. Zum anderen eine rätselhafte Frau: Unglaublich komisch und verzweifelt zugleich, empfindsam und kalt, liebeshungrig und morbide. Allesfindet Maar in den Briefen, ihre Liebe zu Vita Sackville-West, ihre Scham über einen geschmacklosen Hut, ihre Ehe mit Leonard und ihre sehnsucht nach dem Tod, so dass er nur seufzend schließen kann: "Wenn es je eine große bewegende Autorin gab!"

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.07.2007

Als "wohltuend komplementär" zur Essayistik Virginia Woolfs begrüßt Rezensentin Alexandra Lavizzari die Edition ihrer Briefe, die sie besonders durch ihre Kraft und Lebensfreude verblüfft haben. Auch die Vielstimmigkeit der Korrespondenz fand die Rezensentin überaus aufschlussreich für Woolfs Werk. Offenbarte sich ihr darin doch noch einmal ganz praktisch und lebensnah Woolfs "Zweifel an der abgegrenzten und einheitlichen Identität", die auch ihren "The Waves" bestimmen. Auch die verschiedenen Tonfälle der Intimität für Freunde und Verwandte begeistern die Rezensentin immer wieder sehr. Gleichzeitig spürte sie trotz allem die mentale Gefährdung, als die Virginia Woolf ihr Schreiben empfand. Brigitte Walitzeks Übersetzung wird als "präzis" und für ihr "Gespür für Woolfs schillernden Briefstil" sehr gelobt.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.01.2007

Renate Wiggershaus freut sich nachdrücklich, dass nun zum 125. Geburtstag von Virginia Woolf endlich eine deutschsprachige Auswahl von Briefen einer der für sie wichtigsten englischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts vorliegt, und sie widmet der zweibändigen Ausgabe eine eingehende Besprechung. Nicht nur als Romanautorin sei Woolf herausragend, sondern auch als Tagebuch- und Briefschreiberin, betont die Rezensentin, die in den Briefen, der erste von der 6-jährigen geschrieben, der letzte kurz vor ihrem Selbstmord 1941, die Kreativität, Lebendigkeit und Kommunikationsfreude der Autorin bewundert. Die Lust und das elementare Bedürfnis an Auseinandersetzung mit Freunden und Bekannten spricht aus diesen Briefen, meint Wiggershaus und sie macht das Abreißen der Kommunikation durch den Zweiten Weltkriegs deshalb auch für die tiefe Verzweiflung Woolfs verantwortlich, die letztlich zu ihrem Tod führte. Über die Übersetzung ins Deutsche lässt die Rezensentin nur soviel verlauten, dass die Übertragungen überwiegend zu loben sind.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.11.2006

Hannelore Schlaffer findet die zweibändige Auswahl von Briefen, die Klaus Reichert auf Grundlage einer englischen Ausgabe der Briefe von Virginia Woolf besorgt hat, sehr erfreulich. In ihrer eingehenden Kritik macht sie nicht nur deutlich, dass die englische Autorin in ihren Briefen nebenbei auch ihre sehr moderne Romanpoetik formuliert, sondern sie findet auch, dass sie den "Witz" und die Scharfsinnigkeit der Schriftstellerin eindrucksvoll dokumentieren. Die biografischen Anmerkungen, ebenfalls der englischen Ausgabe entnommen, lobt die Rezensentin als sehr hilfreich. Die Übersetzung von Brigitte Walitzek kann ebenfalls überzeugen, weil sie den lebendigen und flüssigen Stil Woolfs ohne Verluste ins Deutsche überträgt.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.09.2006

Die Veröffentlichung von Virginia Woolfs Briefen stellen für Rezensentin Eva Menasse ein Highlight und eine Ergänzung zu ihrem Lebenswerk dar, die glücklicherweise überpünktlich zur Jahrfeier ihres 125. Geburtstags im Januar 2007 erscheine. "Etwas Unerwartetes, Ungebärdiges, Blutvolles" umgebe sie, manchmal zärtlich, zuweilen rüde, nicht frei von Klatsch und Tratsch und in jedem Fall in ihrer Vielfalt an Stilen ein krasser Gegensatz zu ihren Romanen. In den Briefen offenbare sich ein ganz anderer Mensch, weniger intellektuell als lebensklug, sie seien gerichtete Liebesbeweise an Familie und Freunde, "mehr Herz als Verstand auf Papier". Die umfangreiche Korrespondenz veranschauliche auch Virginia Woolfs Bedürfnis nach Kontakt zur Außenwelt und zur Großstadt London, den sie sich halb freiwillig, aus Furcht vor Nervenzusammenbrüchen, verboten habe. Fast verführt es die Rezensentin zu dem Gedankenspiel, das wir es mit einer Virginia Woolf ohne Romane und nur in der Ausschnitthaftigkeit ihrer Briefe mit einer anderen Person zu tun hätten.

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