Peter Bieri

Das Handwerk der Freiheit

Über die Entdeckung des eigenen Willens
Cover: Das Handwerk der Freiheit
Carl Hanser Verlag, München 2001
ISBN 9783446200708
Gebunden, 445 Seiten, 25,46 EUR

Klappentext

Was bedeutet es, frei zu sein? Gibt es eine absolute Freiheit des Willens? Der Philosoph Peter Bieri präsentiert die unterschiedlichsten Antworten auf die Frage der Willensfreiheit wie auf einer Bühne: In kleinen, immer wieder abgewandelten Szenen verstrickt er scheinbar zwingende Vorstellungen von Freiheit so lange in Widersprüche, bis sich am Ende die Prinzipien einer wirklichen Freiheit erkennen lassen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.12.2001

Für Marcus von Schmiede ist das Buch des Berliner Philosophen Peter Bieri eine gelungene Provokation, weil es sämtlichen Gepflogenheiten des akademischen Betriebes und Ansichten der philosophischen Zunft trotzt: keine Zitate, kein Fachchinesisch, stattdessen Szenarien aus dem Alltag und eine "normale" Sprache: Philosophie pragmatisch betrachtet und gewendet. Für Bieri sei deshalb auch die Freiheit so etwas wie ein Handwerk, eine Begabung, eine Fähigkeit, Kunst - sich trotz Eingebundenheit in ein System von Bedingungen ein Urteil zu bilden und einen eigenen Willen anzueignen. Es gibt für Bieri keine absolute Freiheit, referiert von Schmude, der Mensch habe in dem Sinne nichts zu entscheiden, aber - und hier der feine Unterschied - er könne sich zum "Autor" seines Lebens machen. Von Schmude begrüßt ausdrücklich Bieris Ansatz einer "ordinary language philosophy"; dennoch ist ihm sein Freiheitsbegriff zu "kognitionslastig", zu intellektuell. Er spreche zu wenig von Empfindungen, die ja auch unsere Urteile leiteten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.11.2001

In einer überaus umfangreichen und eingehenden Rezension bespricht Axel Honneth Peter Bieries Studie über die Entdeckung des eigenen Willens. Spürbar begeistert von Bieris Ausführungen über die komplexe Problematik von Willensfreiheit und Determinismus, zeichnet Honneth die Thesen und Argumentationen des in Berlin lehrenden Philosophen so erschöpfend und detailliert nach, dass sich eine eigene Lektüre des Buches fast schon erübrigt. Wie Bieri das uralte Problem individueller menschlicher Handlungsfreiheit analytisch klar und mit großem schriftstellerischen Können angeht, es in einer "allgemeinverständlicher Sprache und einem geradezu suggestiven Stil behandelt, ohne deswegen auf die Errungenschaften begrifflicher Klärung und logischer Analyse Verzicht zu leisten" hat Honneth schwer beeindruckt: "So weit treibt Bieri diese Rezivilisierung der analytischen Methode, dass sich im Laufe der Argumentation die Frage aufdrängt, ob nicht der ganze Gegensatz von analytischer und kontinentaler Philosophie hierzulande grundlos in sich zusammenstürzen würde, wenn wir mehr Bücher solcher Art zur Hand hätten."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.11.2001

Einen Mittelweg zwischen dem Weltbild eines totalen Determinismus und dem totaler Willensfreiheit will Peter Bieri mit seiner Untersuchung gehen: er verficht deshalb die These von der "bedingten Freiheit" des menschlichen Willens. Bedingt ist unsere Freiheit durch "unser Denken und Urteilen" - dennoch werden, wie Rezensent Uwe Justus Menzel anmerkt, "Erfahrungen der Unfreiheit" nicht ausgeklammert. Der Argumentationsgang hat drei Teile: im ersten stellt Bieri seine Auffassung von der "bedingten Freiheit" dar, im zweiten setzt er sich mit der falschen Idee auseinander, man könne von Freiheit des Willens nur als absoluter sprechen. Hier, in diesem umfangreichsten Teil, leistet, so der Rezensent, Bieri eine "subtile Archäologie intrikater Selbstmissverständnisse". Im dritten Teil, der, bedauert der Rezensent, eher "frugal" daherkommt, geht es um die Darstellung der "Grundlinien einer 'angeeigneten' Freiheit". Wenzel findet das Buch offenkundig überzeugend, besonders lobenswert scheint ihm seine "schnörkellos elegante" Sprache, die sich durch ihre Genauigkeit auszeichnet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2001

Manfred Geier hat Peter Bieris Abhandlung über die philosophische Idee der Willensfreiheit gefesselt. Mit sicherer Hand führe der Autor den Leser in ein Labyrinth philosophischer Einsichten und Irrtümer, aus denen er einen Ausweg zeige. Bieris philosophische Genauigkeit verbinde analytische Überzeugungskraft mit lebensweltlichen Erfahrungen. Wenngleich die Studie keine neue Theorie der Freiheit liefern könne, imponiert sie Geier durch ihre Anschaulichkeit und klare Begriffsanalyse.

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