Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Thomas Maak (Hrsg.), Peter Ulrich (Hrsg.)

Die Wirtschaft in der Gesellschaft

Perspektiven an der Schwelle zum 3. Jahrtausend. St. Galler Beiträge zur Wirtschaftsethik

Cover: Die Wirtschaft in der Gesellschaft

Paul Haupt Verlag, Bern 2000
ISBN-10 3258061564
ISBN-13 9783258061566
Paperback, 174 Seiten, 19,94 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Fünf der bedeutendsten Intellektuellen unserer Zeit ? Horst Afheldt, Jürgen Habermas, Axel Honneth, Claus Offe und Richard Sennett ? präsentieren in diesem Band ihre Überlegungen zur Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft an der Jahrtausendwende. Die Autoren verbindet die Frage nach den Entwicklungsperspektiven des spannungsreichen Verhältnisses von Politik und Wirtschaft. ? Die Beiträge gehen auf einen vom Institut für Wirtschaftsethik an der Universität St. Gallen realisierten öffentlichen Vortragszyklus zurück, der grosse Resonanz gefunden hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.10.2000

Indira Gurbaxani kann diesem Buch nur wenig abgewinnen. Die Herausgeber vertreten hier die Ansicht, dass ethische Aspekte im Neoliberalismus eindeutig zu kurz kommen und die Wirtschaft zum "reinen Selbstzweck" verkommen ist, referiert die Rezensentin - und widerspricht vehement. Nicht nur, dass sie dieser Sichtweise ein "Schwarz-Weiß-Denken" bescheinigt, vielmehr sieht sie die sozialen Missstände nicht in der Schuld der Ökonomen, sondern stärker in dem Wunsch der Politiker, die nächsten Wahlen zu gewinnen. Dies gehe auf Kosten des "Wohls der Gesellschaft". Gurbaxani erinnert daran, dass nicht Ökonomen Entscheidungen treffen, sondern in erster Linie Politiker, die schließlich von "mündigen Bürgern" gewählt wurden. Davon abgesehen kritisiert die Rezensentin die als vorbildlich präsentierten Gesellschaftsformen (die "Stadtrepublik im alten Griechenland", die italienische Renaissance oder die "Anfänge der USA"), weil gerade dort die mündigen Bürger kaum etwas zu sagen hatten, sondern vor allem reiche Leute. Insgesamt bedauert die Rezensentin, dass hier kein "konstruktiver" Beitrag zur Wirtschaftsethik vorgelegt wurde, sondern vielmehr Vorurteile verstärkt werden.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.08.2000

Der Herausgeber Peter Ulrich sei einer der "profiliertesten Wirtschaftsethiker" im deutschsprachigen Raum, erklärt der Rezensent mit dem Kürzel "zyk.". Der St.Galler Wissenschaftler kritisiere die "Sachzwanglogik" und den Gerechtigkeitsmangel des Marktes und fordere politisches Gegenhandeln. Das Buch stellt nun Beiträge von Habermas, Offe, Honneth, Sennet und Afheldt vor, die den St.Galler "Ansatz der integrativen Wirtschaftsethik" theoretisch untermauern sollen. Allerdings sei das Vorwort der Herausgeber etwas schwammig geraten - zu viele Schlagwörter wie "Globalisierungsfalle" und "Kasinokapitalismus" und zu wenig wirtschaftliche Problemanalyse.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren