Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jan Rehmann (Hrsg.), Thomas Wagner (Hrsg.)

Angriff der Leistungsträger?

Das Buch zur Sloterdijk-Debatte

Cover: Angriff der Leistungsträger?

Argument Verlag, Hamburg 2010
ISBN-10 3867543070
ISBN-13 9783867543071
Kartoniert, 252 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Der Ausdruck "Leistungsträger" polarisiert laut Allensbacher Institut für Demoskopie die Deutschen stark. Gibt man das Wort bei Wikipedia ein, so erfährt man zunächst, es sei ein politisches Schlagwort, das die "Besserverdienenden" bezeichne. Weiter liest man, eine verbindliche Definition gebe es nicht, aber wer das Wort "Leistungsträger" benutze, tue dies, um in der politischen Diskussion eine Senkung der Spitzensteuersätze zu begründen. Der Begriff führt also unmittelbar ins Zentrum der Verteilungskämpfe des gesellschaftlichen Reichtums. In einer ökonomischen Krise, wo die Frage, wer für die Werteverluste und leeren Staatskassen zahlen soll, wieder neu aufgeworfen wird, hat Peter Sloterdijk die üblichen Steuersenkungsparolen utopisch überboten, als er in seinem FAZ-Beitrag vom 13. Juni 2009 den "produktiven" Schichten der Leistungsträger das Ziel einer Abschaffung der Steuern und ihre Ersetzung durch freiwillige Gaben vor Augen führte und sich erstaunt zeigte, dass sie nicht zum "plausiblen" Mittel eines "antifiskalischen Bürgerkriegs" griffen. Mit Sloterdijks gezielter Provokation kam die im Mai 2009 eröffnete FAZ-Artikelserie zur Zukunft des Kapitalismus so richtig in Fahrt. Und mit der Antwort von Axel Honneth in der Zeit kam es zum Medienereignis einer "Sloterdijk-Honneth-Debatte", an der sich alle größeren Zeitungen Deutschlands beteiligten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.09.2010

Rezensent Hans-Martin Lohmann nimmt kein Blatt vor den Mund in seiner Besprechung dieses von Jan Rehmann und Thomas Wagner herausgegebenen Bandes, der Beiträge zur Debatte um einen 2009 in der FAZ abgedruckten Artikel von Peter Sloterdijk versammelt. Er rekapituliert die Debatte, die in seinen Augen völlig überzogene Ausmaße angenommen hat, und bezieht dabei eindeutig Stellung gegen Sloterdijk. Figuren wie Westerwelle, Sarrazin, Sloterdijk, Henkel, Baring usw. sind für ihn nur Komiker. Sloterdijks Überlegungen, wie man die Steuerzahler entlasten könnte, erscheinen dem Rezensenten gedanklich schlicht, letztlich sieht er darin "ranzige FDP-Ideologie", was auch jeder Leser, vorausgesetzt er ist "nur halbwegs bei Troste", sofort erkennen werde. Erst die öffentliche Aufmerksamkeit verschaffe Leuten wie Sloterdijk und Sarrazin die große Bühne, so Lohmann, ohne die wären sie "nichts". Nach Axel Honneths wohlbegründeter Entgegnung auf Sloterdijk war für Lohmann die Sache erledigt. Vorliegenden Band hält er insofern fast schon für überflüssig, macht er die Angelegenheit doch wichtiger als sie seiner Ansicht nach ist. Warum er mit einer Besprechung seinen Teil dazu beiträgt, erschließt sich dem Leser seiner Kritik allerdings nicht.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2010

Die traurigen Überreste einer "Schwund-Linken" hat Rezensent Wolfgang Kersting mit diesem Sammelband vor Augen geführt bekommen, der die Reaktionen auf Peter Sloterdijks Essay "Die Revolution der gebenden Hand" bündelt. Kersting steht ganz klar auf Seiten Sloterdijks und schmettert die Kritik an ihm als unter Niveau ab. In Kerstings Augen ist Sloterdijks "Ethik der Freigiebigkeit" für die Verfechter des Sozialstaats deshalb so unangenehm, weil diese Ethik Ungerechtigkeit als Tatsache akzeptiert und den Geber preist, während für die Egalitaristen dessen Wohlstand eher ein Verdachtsmoment darstellt. Von Sloterdijks "lässigen Provokationen" sei in diesem Band jedenfalls wenig übriggeblieben, informiert Kersting, den Abdruck seines Essays habe Sloterdijk verboten. Schließlich sieht er hier noch eine "politische Steinigung" vollzogen, von Frankfurter Philosophen, die er nicht beim Namen nennt, über deren "moralische Großartigkeit" er aber erkennbar grundsätzlich lästert.

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Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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