Begegnungen mit alten Menschen in Vergangenheit und Gegenwart und damit auch mit sich selbst: Laure Wyss formuliert weder Rezepte fürs Altwerden noch Altersweisheiten. Sie schildert Erinnern und Vergessen, Schwierigkeiten des Alltags, notwendige Hilfe, Altersheim, Taschenraub, eine beschwichtigende Umgebung. Durch die kurzen Prosatexte bekommt man eine Ahnung davon, was das Leben im Alter bedeutet und fordert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.03.2000
Beatrice Eichmann-Leutenegger fällt nur Gutes zu dieser kleinen Sammlung von Geschichten ein. Begeistert porträtiert sie zunächst in kurzer Form die Autorin, die sie als ein - im positiven Sinne - „störrisches Naturell“ bezeichnet, und der man anmerke, dass sie in ihrem Leben mit allerhand Widerständen zu kämpfen gehabt habe. Eine Jasagerin sei Wyss dabei nicht geworden, vielmehr eine Frau mit kritischem Blick und einem „vitalen Eigenwillen“. So bieten denn die Geschichten, die früher bereits in Anthologien und Zeitungen erschienen sind, trotz ihrer leicht zugänglichen Thematik einige „Knacknüsse“, so Eichmann-Leutenegger. Als anschauliches Beispiel wählt die Rezensentin Wyss` Gedanken über ein langsames Sterben und die Möglichkeiten, sich in dieser Zeit selbst näher kommen zu können. Wyss tritt aber hier, so die Rezensentin, nicht als „Trostspenderin“ auf, wie man es von einer Frau vielleicht erwarten würde. Eichmann-Leutenegger weiß es zu schätzen, dass man trotz - oder gerade wegen - der Zurücknahme ihrer eigenen Person, von Wyss und ihren Geschichten viel lernen könne.
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